URI: OK-Präsident Armin Indergand: «An Sujets fehlt es nicht»

Punkt 14 Uhr startet am kommenden Sonntag, 7. Februar, der Fasnachtsumzug in Erstfeld. 23 Nummern ziehen durchs Dorf. Guggenmusiken schränzen.

Interview Markus Zwyssigmarkus.zwyssig@urnerzeitung.ch
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Armin Indergand ist zuversichtlich, dass der Umzug in Erstfeld reibungslos verläuft. Er hat mit seinen OK-Kollegen einen grossen Aufwand betrieben. (Bild Urs Hanhart)

Armin Indergand ist zuversichtlich, dass der Umzug in Erstfeld reibungslos verläuft. Er hat mit seinen OK-Kollegen einen grossen Aufwand betrieben. (Bild Urs Hanhart)

Maskierte und geschminkte Fussgruppen sorgen für Abwechslung. Neun Fasnachtwagen nehmen Ereignisse der vergangenen Monate auf die Schippe – von lokal bis international. Armin Indergand ist erstmals im OK dabei. Er hat gleich zum Start das Präsidium übernommen.

Interview Markus Zwyssig

Armin Indergand, sind Sie so kurz vor dem Fasnachtsumzug nervös?

Indergand: Eine gewisse Anspannung ist da. Doch ich weiss, dass ich auf gute Leute im OK zählen kann. Wir haben im Vorfeld einen grossen Aufwand betrieben. Ein Jahr lang haben wir uns intensiv vorbereitet und uns zu 15 Sitzungen getroffen. Wir sind ja nicht nur für den Umzug verantwortlich, wir organisieren auch das Fest der Kröntä-Guggä im Pfarreizentrum am Samstagabend. Wir sind bereit. Jetzt geht es ans Aufstellen und darum, alles reibungslos über die Bühne zu bringen.

Wie schwierig war es, all die Helfer zusammenzubringen?

Indergand: Da haben wir grosse Unterstützung im eigenen Verein. Bei der Kröntä-Guggä sind 30 Personen dabei, die alle mithelfen. Dazu kommen weitere rund 30 bis 40 Personen. Für die Sicherheit ist die Feuerwehr im Einsatz. Am Umzug wird die Polizei vor Ort sein. Sie sorgt vor allem dafür, dass der Verkehr trotz Behinderungen gut geregelt wird.

Und wie sieht es mit der Teilnahme der Fasnächtler am Umzug aus?

Indergand: Das ist tatsächlich nicht so einfach. Die Bereitschaft, viel Zeit zu investieren, ist immer weniger vorhanden. So sind gewisse Fasnachtsgruppen, die früher immer mitgemacht haben, nicht mehr dabei. Es gibt aber auch Gruppen, bei denen ist es selbstverständlich, dass sie sich beteiligen. Andere wiederum muss man erst überzeugen. Die Teilnahme ist aber nach wie vor freiwillig, zwingen können und wollen wir niemanden. Es ist positiv, dass der Erstfelder Fasnachtsumzug alle zwei Jahre abwechslungsweise mit Schattdorf stattfindet. Das ist ein guter Rhythmus. Jedes Jahr einen Umzug zu organisieren, wäre für uns zu viel.

Für den Umzug muss die Kantonsstrasse durchs Dorf gesperrt werden. Haben die Behörden Verständnis für Ihr Anliegen?

Indergand: Wir haben schon früh ein Gesuch zur Sperrung der Kantonsstrasse eingereicht. Trotzdem mussten wir lange auf eine Antwort warten. Der Entscheid ist erst vor kurzem gefallen. Für uns bestand lange eine Unsicherheit, ob wir den Umzug durchführen können. Das heisst, wir mussten planen, ohne eine Bewilligung zu haben. Schliesslich hat doch noch alles geklappt. Aber auch sonst hatten wir keine Probleme mit den Behörden.

Mit welchen Behinderungen ist während des Umzugs zu rechnen?

Indergand: Der Verkehr muss hauptsächlich über die Autobahn ausweichen. Es besteht die Möglichkeit, während des Umzugs über die Schachenstrasse und Wyler in Richtung Silenen zu fahren. Die Kantonstrasse durchs Dorf bleibt rund drei Stunden lang gesperrt.

Für einen Fasnachtsumzug braucht es viele Fahrzeuge. Haben alle eine Bewilligung?

Indergand: Grundsätzlich sind die Vereine selber verantwortlich für die Fahrer. In der Mehrheit werden landwirtschaftliche Fahrzeuge eingesetzt. Gefahren werden die Schilter und Traktoren in erster Linie von den Besitzern selbst. Was Versicherungen betrifft, sind wir gut beraten. Ein OK-Mitglied arbeitet nämlich bei einer Versicherung.

Was kehren Sie vor, damit es nicht zu Unfällen kommt?

Indergand: Wir verfügen über ein Sicherheitskonzept, das wir allen Wagenbauern geschickt haben. Darin wird auch festgehalten, wie breit und wie hoch ein Fasnachtswagen maximal sein darf. Zu beachten ist eine Unterführung beim Dorfeingang, und weiter südlich ist eine Lampe über die Strasse gespannt. Diese Orte müssen alle Wagen gut passieren können. Aufpassen muss man auch auf die vielen Zuschauer, die am Strassenrand stehen werden.

Gibt es Alkoholkontrollen für die Fahrer?

Indergand: Nein, da sind die Fahrer selber verantwortlich. Das ist ja auch sonst im Strassenverkehr so.

Was unternimmt das OK, damit nicht plötzlich der Turnverein und die Pfadi das gleiche Sujet haben?

Indergand: Die Fasnachtsgruppen müssen sich anmelden und uns das von ihnen gewünschte Thema bekannt geben. Wenn schon jemand ein Sujet gewählt hat und eine zweite Gruppe mit derselben Idee kommt, teilen wir ihr mit, dass sie ein neues Sujet suchen müsse. Das kommt aber nicht so oft vor. Wenn man auf die vergangenen Monate zurückblickt, merkt man schnell: An guten Sujets fehlt es nicht.

Wie schwierig ist es für die Fasnachtsgruppen, einen geeigneten Ort zum Basteln eines Wagens zu finden?

Indergand: Wir helfen bei der Suche, wenn eine Gruppe wirklich nichts findet. Aber zum Glück finden die meisten Gruppen selber einen Ort. Wir wären überfordert, wenn wir jedem Verein eine Halle zur Verfügung stellen müssten. Und letztlich haben ja auch alle etwas Geeignetes gefunden.

Werden die Gruppen beim Kauf des benötigten Materials für das Basteln des Umzugswagens unterstützt?

Indergand: Die Vereine können Material für einen Gegenwert von 200 Franken bei Lieferanten holen, die wir kennen. Ausserdem gibt es eine Entschädigung von weiteren 200 Franken. Zusätzlich werden die schönsten Wagen am Abend nach dem Umzug prämiert.

Bringt der Verkauf der Plaketten genügend Geld, um den Fasnachtsumzug finanziell zu tragen?

Indergand: Wir sind zwar allen dankbar, die eine Fasnachtsplakette kaufen und damit unseren Umzug unterstützen. Auch der Sammelwagen bringt Geld in die Umzugskasse. Doch das reicht nicht. Wir dürfen sowohl bei unserem Fest als auch beim Umzug auf Sponsoren zählen.

Bekommen Sie überhaupt etwas mit vom Fasnachtsumzug?

Indergand: Auch als OK-Präsident bin ich beim Umzug aktiv dabei. Als Musikant führe ich zusammen mit der Kröntä-Guggä den Fasnachtstross an. Weil wir ganz am Anfang starten, werde ich während des Umzugs nicht viel von den Wagen sehen. Aber wir stellen in Erstfeld die Nummern in umgekehrter Reihenfolge auf. Das heisst, die Gruppen ziehen beim Start an den anderen Umzugsnummern vorbei. So sieht man eigentlich auch als Umzugsteilnehmer recht viel.

 

Hinweis

Am Samstag steigt die Party der Kröntä-Guggä auf dem Festareal beim Pfarreizentrum Erstfeld. Ab 19 Uhr geben Guggenmusiken Platzkonzerte. Die Party beginnt ab 20 Uhr. DJs legen auf, und im Ländlerzelt spielt die Kapelle Erstfeldergruäss. Am Sonntag sorgt nach dem Umzug Bandella Spontanella im Pfarreizentrum für Unterhaltung. Im Ländlerzelt spielen Volksmusik-Jungformationen. Ab 19 Uhr gibt es Platzkonzerte verschiedener Guggenmusiken. Die Party mit der Band Feensturm beginnt ab 20.30 Uhr. Im Ländlerzelt spielt das Echo vom Sunnähalb.