URI: Parlament sagt Ja zu 20-Millionen-Projekt

Der Landrat hat sich mit 40 Ja- zu 13 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen für die «West-Ost-Verbindungsstrasse» ausgesprochen. Nun entscheidet die Urner Bevölkerung über das Grossprojekt.

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Eine tägliche Verkehrssituation in Altdorf. Die Schächenspange soll hier Entlastung schaffen. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Eine tägliche Verkehrssituation in Altdorf. Die Schächenspange soll hier Entlastung schaffen. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Nach der Rückweisung der Vorlage durch das Parlament im November 2014 hat die Urner Regierung die Pläne für die neue West-Ost-Verbindungsstrasse (WOV) im Urner Talboden überarbeitet. Die Regierung einigte sich in den vergangenen Monaten mit den Gemeinderäten von Schattdorf und Bürglen auf neue flankierende Massnahmen zum 20-Millionen-Projekt.

Zwar sind sich Regierung und Parlament nach wie vor einig, dass das Umfahrungsprojekt dringend notwendig ist; trotzdem diskutierten die Landräte erneut mehrere Stunden über den Kreditantrag.

Für besonders hitzige Diskussionen sorgten die flankierenden Massnahmen, die ebenfalls zum Projekt gehören. Während sich die Ratslinken erwartungsgemäss für die Förderung des Langsamverkehrs einsetzten, stiessen die geplanten Begegnungszonen, Fussgängerstreifen oder Velostreifen bei den bürgerlichen Landräten mehrheitlich auf Kritik.

Die flankierenden Massnahmen sollen mit Inbetriebnahme der neuen Umfahrungsstrasse voraussichtlich 2021 umgesetzt werden. Die Markierungen und Signalisationen dazu kosten rund 200'000 Franken. Die Kosten des gesamten Projekts belaufen sich auf rund 20 Millionen Franken.

Ein Meilenstein in der Urner Verkehrspolitik

CVP-Landrätin Céline Huber appellierte an ihre Ratskollegen, sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Detailfragen zu versteifen. Bei dem Projekt handle es sich um einen Meilenstein in der Verkehrspolitik des Kantons. Obwohl der Kanton mit der WOV nicht alle Verkehrsprobleme auf einen Schlag lösen könne, diene die WOV dennoch als Grundstein für die Zukunft.

Baudirektor Markus Züst pflichtete der CVP-Landrätin bei. Am Ende fiel der Entscheid der Landräte ebenfalls deutlich aus. Ein neuerlicher Rückweisungsantrag aus den Reihen der Bürgler Landräte blieb chancenlos.

Volksabstimmung im Herbst

Die West-Ost-Verbindung ist ein Schlüsselelement des regionalen Verkehrskonzepts des Kantons Uri. Die Bauarbeiten dazu sollen 2017/2018 beginnen. Ziel des Projekts ist es, Altdorf und die am dichtesten bewohnten Siedlungsgebiete im Urner Talboden vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Nebst der Umfahrungsstrasse ist auch ein neuer Autobahnanschluss in Altdorf Süd geplant. Das letzte Wort zum Baukredit hat das Stimmvolk. Die dazugehörige Volksabstimmung soll im Herbst stattfinden. (sda)