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URI: Politcast gibt es nun an der Schule

Die Online-Plattform Politcast Uri hat für Oberstufen ein Lehrmittel entwickelt. Dieses hat einen ersten Bewährungstest an der Oberstufe Spiringen bestanden und liegt bald im Didaktischen Zentrum auf.
Politcast-Moderatorin Stephanie Gisler hat das Lehrmittel mitentwickelt. (Bild: Screenshot (Altdorf, Januar 2017))

Politcast-Moderatorin Stephanie Gisler hat das Lehrmittel mitentwickelt. (Bild: Screenshot (Altdorf, Januar 2017))

Der Computer gehört heute ins Klassenzimmer wie einst Schiefertafel und Kreide. Durch die moderne Technik eröffnen sich für innovative Lehrpersonen auch viele neue Unterrichts­methoden. Eine davon ist der Podcast, eine Radiosendung fürs Internet. Die Online-Plattform Politcast Uri nutzt das Medium bereits seit über fünf Jahren für politische Sendungen.

Nun hat der gleichnamige Verein ein Lehrmittel für Oberstufenschüler entwickelt. Der Kanton Uri hat das Vorhaben finanziell unterstützt, sodass im Frühjahr ein Pilotversuch an der Oberstufe in Spiringen durchgeführt werden konnte. Nach den Herbstferien steht das Lehrmittel im Didaktischen Zentrum für alle interessierten Oberstufen im Kanton Uri zur Verfügung.

«Jedes Kind nimmt eine eigene Rolle ein»

«Bei unserem Lehrmittel geht es darum, in Form einer Gruppenarbeit einen Podcast zu erarbeiten», erklärt Stephanie Gisler, die als Primarlehrerin im Politcast-Uri-Team den Lead des Projekts übernommen hat. «Jedes Kind nimmt eine eigene Rolle ein, vom Techniker über den Redaktor und den Moderator bis zu den Diskussionsteilnehmern.» Diese Rollen lernen die Schüler mit Hilfe von Videos und Arbeitsblättern kennen. «So sehen sie, was es für einen Podcast alles braucht und dass jede Rolle wichtig ist, um ein gutes Produkt zu bekommen», erklärt Gisler. Am Schluss des Projekts steht eine fertige Podcast-Sendung, welche die Schüler vollkommen selbstständig produzieren. Als Thema kann die aktuelle Politik dienen oder etwas, was die Jugendlichen in der Schule gerade beschäftigt. Das Lehrmittel enthält eine kurze Zusammenfassung des Projekts sowie einen didaktischen Kommentar für die Lehrer – alles ausgerichtet auf den Lehrplan 21. Weiter erhalten die Lehrer eine Wegleitung des Unterrichtsverlaufs, das heisst, wie die Lektionen aufgeteilt und organisiert werden können, sowie diverse Arbeitsblätter inklusive Lösungen. Die Videos zu den einzelnen Rollen sind im Internet abrufbar.

Die Lehrperson, die mit ihrer Klasse das Projekt durchführen möchte, müsse technisch kein Profi sein, betont Gisler. Jeder Schritt sei einfach verständlich erklärt. «Die Herausforderung besteht als Lehrperson vor allem darin, ein guter Coach zu sein», erklärt sie. Sie solle die Jugendlichen während der Erarbeitung des Podcasts vor allem unterstützen und, falls nötig, wieder auf den richtigen Weg führen.

Debattieren als Bestandteil des offiziellen Lehrmittels

Doch sind die Schüler nicht zu jung, um sich mit Politik auseinanderzusetzen? «Das hängt alles davon ab, wie die Themen eingeführt werden», sagt Gisler. Argumentieren mit Pro- und Kontra-Argumenten oder Debattieren seien Bestandteile des offiziellen Lehrmittels. «Ausserdem ist es wichtig, wo sich die Jugendlichen ihre Informationen beschaffen. Auch dazu ist eine Sequenz im Lehrmittel vorgesehen.»

Projekt überzeugt durch Abwechslung

Ob das Lehrmittel den Anforderungen des Unterrichts entspricht, hat Politcast mit dem ­Pilotversuch Anfang Jahr mit zwei Lehrerinnen in Spiringen getestet. «Zu Beginn waren die Schülerinnen und Schüler nicht sonderlich motiviert», weiss Gisler von den Rückmeldungen. «Trotzdem sind dann sehr spannende Diskussionen entstanden.» Besonders punkto Abwechslung überzeugte das Projekt. Oder wie es eine Schülerin beim Feedback formulierte: «Ich fand es ein cooles Projekt, weil es einmal etwas anderes war.»

Aber auch von den Lehrerinnen gab es viel positives Feedback. «Ihre Rückmeldungen haben wir bei der zweiten Überarbeitung des Lehrmittels be­- rücksichtigt. Auch waren beide Lehrerinnen am Anfang skeptisch, ob sich politische Themen wirklich eignen würden. Ihre Erfahrungen zeigten dann aber, dass es doch sehr gut klappt», erklärt Stephanie Gisler. (red)

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