URI: Reformierte Landeskirche ist in einem personellen Notstand

Kirchenrat und GPK der Evangelisch-Reformierten Landeskirche Uri sind schon lange personell unterbesetzt. Die Situation ist auf Dauer nicht tragbar.

Urs Hanhart
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Kirchenratspräsidentin Felicitas Schweizer hat bisher vergeblich Ausschau nach neuen Mitarbeitern gehalten. (Bild Urs Hanhart)

Kirchenratspräsidentin Felicitas Schweizer hat bisher vergeblich Ausschau nach neuen Mitarbeitern gehalten. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Laut Organisationsstatut müsste der Kirchenrat der Evangelisch-Reformierten Landeskirche Uri aus fünf bis sieben Mitgliedern bestehen. Weil jedoch Tilly Korten aus verschiedenen Gründen ihr Amt nie antreten konnte und auch Martin Fränsing aus beruflichen Gründen ausschied, schrumpfte dieses Gremium auf vier Mitglieder zusammen. «Trotz intensiver Nachfragen und Aufrufen konnte sich bis heute leider niemand entschliessen, in unsere interessante Arbeit einzusteigen», bedauerte Präsidentin Felicitas Schweizer an der kantonalen Frühjahrsversammlung, die am Montagabend in Erstfeld abgehalten wurde. Und sie betonte: «Wir sind durch diese Unterbesetzung in einen Notstand geraten. Es besteht dringender Mitarbeiterbedarf.»

Unterbesetzt ist auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK). Dies, weil deren Präsident Walter Bär das Gremium unmittelbar nach der letztjährigen Herbstversammlung verliess und seither kein Ersatz gefunden werden konnte. «Die personelle Situation ist unbefriedigend und auf Dauer nicht tragbar. Zudem schreibt das Organisationsstatut explizit eine Dreierbesetzung vor», halten die verbliebenen GPK-Mitglieder Elmar Reinhardt und Robert Berger in ihrem Jahresbericht fest.

Entlastung durch Regionalgruppen

Im Rahmen einer Konsultativabstimmung sprachen sich die 40 versammelten Stimmberechtigten fast einstimmig dafür aus, zwei neue Regionalgruppen mit je fünf bis sieben Mitgliedern zu gründen. Eine ist für das Oberland zuständig und die andere für das Unterland. Diese Gruppen sollen nach den Sommerferien zusammengestellt werden und künftig den Kirchenrat entlasten. «Sie werden für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit zuständig sein sowie für Kasualgottesdienste und Öffentlichkeitsarbeit. Die Gruppen werden ähnlich arbeiten wie früher die Kirchenpflege», sagte Präsidentin Schweizer. Kirchenratsmitglied Hans-Ulrich Dät­wyler ergänzte: «Das Ganze resultiert aus dem erwähnten Notstand. Wir mussten zusammen mit den Pfarrern nach einer Lösung suchen, neue Leute auf der nächsten Etage zu finden.»

Kirche Andermatt wird saniert

Die Kirche in Andermatt wird von Mitte Juni bis Mitte September renoviert, wobei sich der Kostenvoranschlag auf 275 000 Franken beläuft. Kanton und Bund haben Subventionen in der Höhe von 88 600 Franken gesprochen. An Spenden sind bisher rund 67 000 Franken zugesagt worden. So verbleibt für die Landeskirche ein Restbetrag von 120 000 Franken. Abgeschlossen ist die Renovation des Pfarrhauses in Erstfeld. Die Schlussabrechnung liegt noch nicht vor. Doch laut Dätwyler sollte das Kostendach von 170 000 Franken eingehalten werden. Voraussichtlich werde die Renovation sogar etwas günstiger. Die Wohnung im Pfarrhaus ist per 1. Juni vermietet worden. Ebenfalls abgeschlossen ist die Sanierung der Glockenkonstruktion im Kirchturm. 22 000 Franken sind dafür aufgewendet worden. Das Pfarrhaus in Altdorf braucht bis spätestens 2017/18 eine neue Heizungsanlage. Für die jetzige Elektroheizung sind Ersatzteile nicht mehr garantiert. Nun wird ein Anschluss an die Öko-Fernheizung in Schattdorf geprüft. In einer Konsultativabstimmung sprachen sich die Versammelten dafür aus, dieses Projekt weiterzuverfolgen.

Mehr Steuereinnahmen

Die Rechnung 2014 schliesst ausgeglichen ab. Die Steuereinnahmen sind mit 931 000 Franken um 5,2 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr. Bei den Kirchensteuern der natürlichen Personen konnte man um 0,5 Prozent auf 792 000 Franken zulegen. Ein Plus von 49,6 Prozent resultierte gar bei denjenigen der juristischen Personen, und zwar auf rund 130 000 Franken. Unter dem Strich wurden 50 000 Franken mehr eingenommen, als budgetiert gewesen war.