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URI: Regierung sagt zur Liste im Internet Ja, aber

Die Regierung ist bereit, die Standorte online aufzuschalten. Dies, obwohl die Zeit im Ernstfall nicht reicht, um nachzuschauen.
Bei einem Notfall muss ein Defibrillator schnell eingesetzt werden. (Archivbild Corinne Glanzmann)

Bei einem Notfall muss ein Defibrillator schnell eingesetzt werden. (Archivbild Corinne Glanzmann)

MZ. Die Idee findet zwar durchaus Anklang: Petra Simmen (SVP, Altdorf) will, dass die Regierung auf der Internetseite des Kantons (www.ur.ch) unter dem Dienst Notfallnummern auch die Standorte der öffentlich zugänglichen Defibrillatoren aufführt. Die Regierung empfiehlt dem Landrat, die parlamentarische Empfehlung denn auch zu überweisen.

Jede Sekunde zählt

Zu bedenken gibt die Regierung jedoch, dass im Ernstfall in der Regel keine Zeit besteht, im Internet die Liste aufzuschalten und den nächsten Defibrillator zu suchen. «Dieses Vorgehen wäre auch falsch», so die Regierung. Denn bei einer Reanimation zähle jede Sekunde, und die mit der Suche verlorene Zeit wäre unter Umständen fatal. «Viel wichtiger ist, dass in jedem Fall sofort die Notrufnummer 144 gewählt und eine Herzmassage durchgeführt wird.» Die Disponenten der Notrufzentrale seien erfahrene Fachpersonen. «Sie können die Alarmierenden über das fallspezifische weitere Vorgehen anweisen und auch den Standort des nächsten Defibrillators bekannt geben.»

Die Mehrheit der Patienten mit Herzstillstand sei zu Hause, wenn das Ereignis eintrete, so die Regierung. «Gerade hier sind die Durchführung lebensrettender Sofortmassnahmen und die Alarmierung primär durchzuführen.» Das Herbeischaffen eines Defibrillators sei innert nützlicher Frist oft nicht möglich, auch wenn noch erheblich mehr Geräte vorhanden wären.

Listen sind nicht vollständig

Zudem betont die Regierung, dass Defibrillatoren weder bewilligungs- noch meldepflichtig sind: «Auf kantonaler Ebene besteht keine vollständige und aktuelle Übersicht über die vorhandenen Defibrillatoren.» Die Meldungen über den Standort eines öffentlich zugänglichen Gerätes an die Notrufzentrale sind freiwillig.

Seit Juni 2013 können die Standorte von Defibrillatoren an die für Uri zuständige Sanitätsnotrufzentrale 144 in Luzern gemeldet werden. So kann sie bei einem Notfall die alarmierende Person sofort auf den nächstgelegenen Defibrillator aufmerksam machen. In Uri sind rund 50 öffentlich zugängliche Defibrillatoren gemeldet worden. Diese sind jetzt im elektronischen Einsatzplanungsinstrument hinterlegt.

Zudem verfügt die Kantonspolizei Uri über mehrere solcher Geräte, die auch in den Patrouillenfahrzeugen eingesetzt werden. Ihre Mitarbeitenden werden in der Anwendung geschult. Weiter sind die meisten Fahrzeuge der Feuerwehren, der Chemiewehr und der Schadenwehr Gotthard mit Defibrillatoren ausgerüstet. Im Urner Oberland haben zudem alle First Responder die Geräte und werden direkt durch Notrufzentrale bei einem Herz-Kreislauf-Ereignis aufgeboten.

Wirkung der Geräte unbestritten

«Einem Herz-Kreislauf-Stillstand gehen fast immer ein Herzinfarkt und eine Herzrhythmusstörung voraus», schreibt die Regierung. «Steht der Kreislauf plötzlich still, so muss er möglichst rasch wieder zum Funktionieren gebracht werden.» Mittels gezielten Stromstössen könne das Herz wieder in einen geordneten Rhythmus mit Pumpfunktion gebracht werden. Mit halb automatischen Defibrillatoren können Laien bei einem Herzstillstand eine Wiederbelebung einleiten.

Das Vorhandensein solcher Geräte garantiert noch keine hohe Erfolgsrate bei der Behandlung des plötzlichen Herzstillstands. In der Praxis kann die zur Verfügung stehende Zeitspanne von zirka drei Minuten fast ausschliesslich nur dann eingehalten werden, wenn der Herz-Kreislauf-Stillstand direkt beobachtet wurde, der Standort eines solchen Gerätes bekannt ist und dieser sich in nützlicher Reichweite befindet. Ausserdem sollte jemand anwesend sein, der im Umgang mit einem solchen Gerät vertraut ist. Die schnellstmögliche Durchführung der lebensrettenden Sofortmassnahmen sind bei einem Herzstillstand die sofortige korrekte Kompression des Brustkorbs (Herzmassage) und die sofortige Alarmierung des Rettungsdiensts (Notrufnummer 144) daher nach wie vor die wichtigsten Massnahmen, um eine erfolgreiche Reanimation zu ermöglichen.

Auf privater Basis wurden Meldestellen für Defibrillatoren eingerichtet, so etwa unter der Internetadresse www.herzsicher.ch.

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