Uri: Regierung will keine zusätzlichen Schulwochen

Dem Vorschlag der SVP Uri, Ferien- und Schulwochen umzuwandeln, will die Urner Regierung nicht nachkommen. Sie sieht die Bildung der Urner Schulpflichtigen nicht gefährdet.

Florian Arnold
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Zwei Schüler werden im Homeschooling unterrichtet.

Zwei Schüler werden im Homeschooling unterrichtet.

Bild: Peter Klaunzer/Keystone

Die Urner Regierung sieht keine Notwendigkeit, dass Schüler nun verpassten Unterricht während der Sommerferien nachholen sollen. «Die Verordnung des Bundesrats hat lediglich den Präsenzunterricht an den Schulen verboten, nicht jedoch die Schulpflicht aufgehoben», schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Christian Schuler (SVP, Erstfeld). Dieser hatte vorgeschlagen, ein bis zwei Ferienwochen im Sommer zu streichen. Eine Verschiebung des Starts der Sommerferien würde auf verschiedenen Ebenen grosse Unruhe auslösen und beträchtliche Verwerfungen nach sich ziehen, so die Regierung. Sie nennt etwa die Ferienplanung der Erziehungsberechtigten sowie deren Arbeitseinsatzplan der Arbeitgeber.

Am Schulkalender wird nicht gerüttelt

Die Schulen hätten auf Fernunterricht umgestellt, ruft die Regierung in Erinnerung. Mit Homeschooling könnten die Lehrpersonen nach wie vor ihrem Berufsauftrag nachkommen. In der Kleinen Anfrage würden die zeitlichen Relationen nicht berücksichtigt. «Bezogen auf die gesamte Schulzeit sind bei einer differierenden Unterrichtszeit von einer bis zwei Wochen keine Veränderungen im Bildungsgang zu erwarten.» Die Regierung bezieht sich in ihrer Antwort ausserdem auf die Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK). Die Regelung ist klar: Am Schulkalender wird festgehalten. So sollen auch die Ferien vom 25. April bis 10. Mai bezogen werden.

Sofern sich nichts mehr ändert, soll der Präsenzunterricht ab dem 26. April wieder möglich sein. Demnach werden die Urner Schulkinder ab dem 11. Mai wieder gewöhnlich zur Schule gehen. Den Schulstart vorzuziehen sei nicht möglich, da sonst dem EDK-Beschluss widersprochen würde. «Ausserdem wären dadurch keine relevanten Veränderungen im Bildungsgang der Kinder und Jugendlichen zu erwarten», schreibt die Regierung und findet: «Darüber hinaus haben nach der anstrengenden Phase des Fernunterrichts alle Kinder und Erziehungsberechtigten durchaus Ferien verdient.». Die Lehrpersonen würden die unterrichtsfreie Zeit während den Frühlingsferien benötigen, um die Phase des Fernunterrichts nachbereiten und sich für die Wiederaufnahme des Unterrichts vorbereiten zu können.

Prioritäten werden gesetzt

In der Kleinen Anfrage war auch aufgeworfen worden, ob die Wiederaufnahme des Unterrichts gestaffelt erfolgen werde. Hierbei wartet die Regierung auf allfällige Anordnungen des Bundes. Ausserdem hatte Christian Schule angeregt, dass im nun folgenden Unterricht der Fokus auf die Kernfächer gelegt wird. Dies sieht die Regierung ähnlich: «Die Schulen wurden bereits angewiesen, bei der Umsetzung des Fernunterrichts die nötigen Prioritäten zu setzen.» Gerade auch was die Noten angehe, solle man sich auf die Promotionsfächer konzentrieren. Die Lehrpersonen würden aber allgemein ihren Unterricht so gestalten, «dass die Wissens- und Kompetenzlücken der Schülerinnen und Schüler zumal in den Kernfächern nicht allzu gravierend werden», so die Regierung.

Weiter ist die Regierung bereit, sämtliche Schul- und Berufsabschlussprüfungen und Übertrittsprüfungen und -empfehlungen zu gewährleisten. Auch hierbei verweist die Regierung auf den Beschluss der EDK.