URI: Regierungsrat setzt auf Eigenart, Nähe und Natur

Der Urner Regierungsrat hat das Regierungsprogramm 20016 bis 2020 verabschiedet und die Wirtschaftsförderungsstrategie angepasst. Dazu hat er Erfolgsfaktoren wie die ausgeprägte Eigenheit des Kantons oder die persönliche Kommuniktion mit Unternehmen durch die Wirtschaftsförderung definiert. Und er hält eine Steuererhöhung ab 2019 für notwendig.

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Das Programm ist mit Bildern des Altdorfer des Altdorfer Fotografen Angel Sanchez illustriert. Das Titelbild mit dem Freiheitshelden Tell und den Wappen anderer Kantone steht gemäss Regierung als «Sinnbild des gelebten föderalen Zusammenhalts». (Bild: Angel Sanchez)

Das Programm ist mit Bildern des Altdorfer des Altdorfer Fotografen Angel Sanchez illustriert. Das Titelbild mit dem Freiheitshelden Tell und den Wappen anderer Kantone steht gemäss Regierung als «Sinnbild des gelebten föderalen Zusammenhalts». (Bild: Angel Sanchez)

In seiner Sitzung vom Dienstag hat der Regierungsrat Uri das Regierungsprogramm bis 2020 verabscheidet. Darin liefert der Regierungsrat seine Ideen für die Entwicklung des Bergkantons für das nächste Jahrzehnt. Enthalten sind einerseits Erflogsfaktoren des Kantons und andererseits Herausforderungen, welche der Regierungsrat als «Knoten» bezeichnet.

Uri soll generell sein Image als Rückzugsort zum Leben, Arbeiten und für Ferien im In- und Ausland bekannter machen, beispielsweise als Rückzugsort in den Bergen mit attraktiver Lebensqualität. Im Visier hat die Regierung junge Familien. Sie will aber explizit auch die Zuwanderung von Reichen fördern.

Uri hinkt beim Bevölkerungswachstum den anderen Kantonen der Zentralschweiz deutlich hinterher, wie es im Bericht heisst. Dazu beitragen sollen neben Zuzüger und Unternehmen auch der Tourismus. Der Gotthardraum und Andermatt sollen sich als Tourismusdestination mit internationaler Ausstrahlung etablieren. Zudem soll die Seeregion mehr Touristen aus der Schweiz anlocken.

Die Erarbeitung des Programmes erfolgte während rund eines halben Jahres. Dazu hat die Regierung rund 20 Interviews mit repräsentativ ausgewählten Personen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ausgewertet sowie zusätzlich Strasseninterviews durchgeführt. Der Landrat debattiert in der Session vom 15. März über das Programm.

Chancen nutzen und Nische schaffen

Gleichzeitig hat der Regierungsrat auch die Wirtschaftsförderungsstrategie von 2009 überarbeitet und angepasst. Die Strategie basiert gemäss dem Regierungsrat darauf, dass die Stärken der Urner Wirtschaftsförderung «in der Nähe zu den Unternehmen und in der persönlichen Kommunikation liegt». Ziel sei es, die Unternehmen zur Mitwirkung an der Standortentwicklung zu animieren. Die Standortwerbung soll auch mit mehr «Uri-spezifischem» Profil ergänzt werden, um die Einzigartigkeit des Kantons hervor zu heben. Die neuen Möglichkeiten, die durch die NEAT und das Tourismusresort Andermatt entstehen, will der Regierungsrat nutzen.

Zuzug von Hochschulinstitut

Zur Attraktivitätssteigerung will der Regierungsrat auch ein Bildungs- oder Forschungsinstitut aus dem Hochschul- respektive dem universitären Bereich in Uri ansiedeln. Details dazu nannte er allerdings nicht.

Bereits bekannt sind die Umsetzung mehrerer geplanter Grossprojekte. Dazu gehören der Um- und Neubau des Kantonsspitals, das Radwegnetz, die Anpassung des Busnetzes an das Behindertengleichstellungsgesetz und der neue Bahnhof Altdorf. Um die dafür nötigen Erträge zu sichern, hält die Regierung eine Steuererhöhung ab 2019 für unumgänglich.

So soll der Steuerfuss ab 2019 für Private und Firmen von 100 auf 102 Prozent steigen. Die Erhöhung um ein Steuerfussprozent entspricht rund 720'000 Franken.

Hinweis:
Die ausführliche Wirtschaftsförderungsstrategie 2016 bis 2020
Das ausführliche Regierungsratsprogramm 2016 bis 2020

<span class="autor">pd/spe/sda</span>