URI: Schächen erhält mehr Raum

Der Vorder Schächen wurde renaturiert. Die neu gewonnenen Auenflächen helfen der Natur, ohne den Hochwasserschutz zu beeinträchtigen.

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Kernstück des Bauprojekts: Die neue Erschlies­sung mit Damm. (Bild: PD)

Kernstück des Bauprojekts: Die neue Erschlies­sung mit Damm. (Bild: PD)

red. Nach gut einem halben Jahr Bauzeit konnten kürzlich zwei bestehende Auengebiete beim Vorder Schächen oberhalb Unterschächens miteinander vernetzt werden. «Bei der Planung spielte die Lage der Brücken eine zentrale Rolle», schreibt die zuständige Theiler Landschaft Gmbh im Auftrag des Amts für Raumentwicklung in einer Mitteilung. Bisher sicherten ein Fussgängersteg und eine Brücke die Verbindung zum gegenüberliegenden Ufer des Vorder Schächen. Mit einer neuen Brücke, platziert zwischen den beiden alten Brücken, gelang es, ein Projekt auszuarbeiten, das den meisten Anliegen an die Flächen gerecht werden konnte: Natur- und Landschaftsschutz, Hochwasserschutz, Waldwirtschaft, Fischerei und Jagd, Nacherholung sowie Land- und Alpwirtschaft.

Holzkästen sichern das Ufer

Ein wichtiges Bauelement war der Abbruch der beiden bestehenden Brücken. Rechts- wie auch linksufrig wurde dem Vorder Schächen dadurch Raum zum «Austoben» – zur natürlichen Entwicklung – gegeben. Mit den Landeigentümern wurde die Lage des Ufers, welches die dahinter liegenden Landwirtschaftsflächen schützen sollte, bestimmt. «Diese Ufersicherung wurde oberhalb der neuen Brücke als Damm ausgestaltet», heisst es in der Mitteilung. Die Dammkrone dient zudem der Erschlies­sung der beiden Landwirtschaftsbetriebe. Unterhalb der Brücke sichern heute vorwiegend Holzkästen, die in den Boden versenkt wurden, das Ufer und treten im Landschaftsbild nicht in Erscheinung. In den zukünftigen dynamischen Flächen wurde Material für den Schutzdamm entnommen, sodass sich die neuen Auenflächen von Beginn an vielgestaltig präsentieren.

Gewinn für Landwirtschaft

Nach der Realisierung sind jetzt Flächen ganz klar einer bestimmten Funktion zugeführt: Die ufernahen Flächen waren bisher periodisch überschwemmt und als Folge davon nur extensiv beweidet worden. Sie wurden aufgrund der Veränderungen durch die Hochwasser nicht mehr rekultiviert. Mit der Entfernung von Geschiebe für den dahinterliegenden Damm gelang es, Flächen zu schaffen, die sich schon heute durch eine grosse Vielfalt auszeichnen. Anders verhält es sich mit Flächen, die nur bei sehr seltenen Ereignissen überschwemmt und überschüttet wurden und ein bisschen abseits vom Vorder Schächen liegen. Sie werden zukünftig durch Massnahmen wie Holzkästen und Dämme vor Hochwasser geschützt. Die Hochwasserschutzmassnahmen führen dazu, dass die landwirtschaftliche Nutzung ungehindert ausgeübt werden kann. Eine Gewässerrevitalisierung soll hauptsächlich die Verlagerung des Geschiebes vergrössern. Mit einem grösseren Gewässerraum kann dieses Ziel erreicht werden. Gewässerrevitalisierungen dürfen aber in keinem Fall den Hochwasserschutz gefährden. Wichtig für das Gelingen war die gute Zusammenarbeit zwischen Projektleitung, Planern, Bauunternehmer und den tangierten Landeigentümern und Bewirtschaftern während der Bauphase. «Es tauchten während der Bauarbeiten verschiedenste Fragen auf», sagte Projektleiter Thomas Ziegler von der Abteilung Natur- und Heimatschutz. «Gemeinsam konnten wir diese immer wieder klären –auch die heiklen Fragen.»

Der Vorder Schächen war schon vor dem Eingriff wenig beeinträchtigt und erhält nun mit der getroffenen Massnahme mehr Raum.