URI: Schattdorf hält an Schwimmbad fest

Das Schwimmbad wurde für eine Million Franken renoviert. Gegenüber eines Schwimmbadgesetzes sind die Gemeindevertreter kritisch eingestellt.

Markus Zwyssig
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Das Schwimmbad steht renoviert wieder der Bevölkerung und vor allem den Schülern zur Verfügung. (Bild Markus Zwyssig)

Das Schwimmbad steht renoviert wieder der Bevölkerung und vor allem den Schülern zur Verfügung. (Bild Markus Zwyssig)

Die Zukunft des Schattdorfer Schwimmbads stand auf der Kippe. Eine Sanierung war in Frage gestellt. «Zuerst haben wir ernsthaft darüber diskutiert, ob wir das Schwimmbad weiterführen wollen», sagt Gemeindepräsident Rolf Zgraggen. Eigentlich sei es ja ein Luxus, ein Schwimmbad zu betreiben. Grundsätzlich ist der Schwimmunterricht an der Schule nicht obligatorisch. Die meisten Urner Gemeinden nutzen aber eine von drei Turnstunden dafür. Würde man das Schulschwimmen nicht mehr anbieten, würde es stattdessen mehr Turnstunden brauchen. «Für Schattdorf hätte das bedeutet, dass aufgrund der sehr starken Auslastung der Infrastrukturen eine zusätzliche Turnhalle hätte gebaut werden müssen», so Zgraggen. Doch diesen Aufwand wollte und konnte man vor allem aus Platzgründen nicht auf sich nehmen.

Das Schulschwimmen für über 350 Schattdorfer Kinder soll also weiterhin im eigenen Dorf möglich sein. In Schattdorf schwimmen die älteren Kindergärtler und die Primarschüler. Aber nicht nur Schattdorfer Kinder, sondern auch Spirgner und Unterschächner kommen zum Unterricht hierher.

Ursprüngliches Projekt abgespeckt

So entschied man sich, das 1974 eröffnete Schwimmbad doch zu sanieren. Zuerst war geplant, bei dieser Gelegenheit einen neuen Mehrzweckraum aufgestockt auf das Schwimmbad zu bauen. Das Projekt hätte aber mehrere Millionen Franken gekostet. Das war den Verantwortlichen aber zu teuer. So speckte man ab und beschränkte sich auf das Wesentliche, auf eine sanfte Renovation. Rund eine Million Franken wurden 2015 investiert.

Im Rahmen der Sanierung wurde beim Schwimmbad die Wasseraufbereitung komplett erneuert. Wesentlich verbessert wurde die Gebäudehülle, sodass durch Wände und Dach inzwischen nicht mehr unnötig Wärme verloren geht. Bei den Renovationsarbeiten wurden wenn immer möglich einheimische Handwerker berücksichtigt, sagt Remo Inderkum. Er ist Mitglied der Baukommission Um- und Neubau Schulanlagen Gräwimatt. «Einzig für den Fachbereich Bädertechnik wurde eine auswärtige Firma verpflichtet, da es keine Urner Firma gibt, die diesen Bereich abdeckt.»

Bevölkerung hat Zutritt

Das 16 Meter lange Schwimmbad hat einen verstellbaren Boden. Dieser kann auf eine Höhe von 50 Zentimeter bis zwei Meter verstellt werden. Genutzt wird das Schwimmbad aber nicht nur von Schulkindern, sondern auch vom Schwimmklub Uri, Synchronschwimmen und Wassergymnastik. Jeden Donnerstagabend haben zudem die Schattdorfer die Gelegenheit, ihr eigenes Schwimmbad zu nutzen.

Die Gräwimatt-Schulhäuser werden für 16,5 Millionen Franken saniert. Eine erste Tranche von einer Million Franken wurde für das Schwimmbad aufgewendet. «Die Renovation war für uns ein guter Beginn», sagt Remo Inderkum. Die Arbeiten am Schwimmbad seien von der Grösse her überschaubar gewesen. Und es ist auch alles nach Plan verlaufen. «Schliesslich lagen wir bei den Kosten sogar unter dem Budget.»

Ein Präjudiz?

Zum Schwimmbadgesetz, das kommende Woche im Urner Landrat behandelt wird (siehe Box), hat der Schattdorfer Gemeinderat eine kritische Vernehmlassung abgegeben. Die Gemeinde müsste gemäss regierungsrätlicher Vorlage jährlich 7 Franken pro Einwohner abliefern. «Das Gesetz schafft möglicherweise ein Präjudiz. Plötzlich zahlen wir für weitere Infrastrukturen und kulturelle Einrichtungen», sagt Rolf Zgraggen. Mit dem Verteilschlüssel ist Schattdorf ebenfalls nicht einverstanden. «Der Gemeinderat hat Vorbehalte, den vorgeschlagenen Verteilerschlüssel zu akzeptieren.» Der Grund dafür ist klar: «Schliesslich haben wir noch ein eigenes Schwimmbad, das wir unterhalten müssen.»

Markus Zwyssig