Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

URI: Schmierspur auf der A2: Polizei hofft auf Zeugen

Die Reinigung der am Mittwoch verschmierten A2 in Uri wird relativ teuer. Nun hofft die Polizei auf Angaben von Zeugen, um den Verursacher doch noch eruieren zu können.
Ein Polizeiauto steht bei der Galerie in Hergiswil auf dem Pannenstreifen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Hergiswil, 27. Juli 2017))

Ein Polizeiauto steht bei der Galerie in Hergiswil auf dem Pannenstreifen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Hergiswil, 27. Juli 2017))

Bruno Arnold

Vier Verletzte und zwölf demolierte Fahrzeuge: Das ist die Bilanz einer rund 100 Kilometer langen Schmierspur, die am vergangenen Mittwoch auf der Autobahn A2 von Quinto im Tessin via Uri und Nidwalden bis nach Neuenkirch im Kanton Luzern reichte (wir berichteten). Wer sie verursacht hat, ist nach wie vor nicht geklärt. Der am Mittwoch geäusserte Verdacht, dass die Flüssigkeit auf der Fahrbahn von einem belgischen Lastwagen gestammt haben könnte, hat sich nicht erhärtet, sagte der Urner Polizeikommandant Reto Pfister am Donnerstag.

Allein die Reinigung des betroffenen rund 40 Kilometer langen Abschnitts auf Urner Kantonsgebiet dürfte «einen hohen fünfstelligen Betrag» kosten – unter anderem auch weil mehrere Spezialfahrzeuge eingesetzt werden mussten. Anfänglich war man von einem bedeutend tieferen Schadenmass ausgegangen. Diese «Kostenexplosion» ist auch der Hauptgrund dafür, dass die Kantonspolizei Uri – in Absprache mit dem Bund und entgegen ersten Ankündigungen – die Ermittlungen noch nicht einstellen wird.

Urner Abschnitt ist am meisten betroffen

Uri übernimmt die Federführung bei den Abklärungen einerseits deshalb, weil der Kanton kostenmässig am meisten betroffen ist. Anderseits ist das Amt für Betrieb Nationalstrassen (AfBN) für den längsten betroffenen Abschnitt (Airolo–Beckenried) zuständig. Das AfBN hat seinen Hauptsitz im Werkhof Flüelen und ist im Auftrag des Bunds zuständig für den Betrieb und den kleinen baulichen Unterhalt der Nationalstrassen A2/A4 zwischen Airolo und Beckenried respektive Küssnacht sowie dem Gotthardpass. «Wir haben einen Zeugenaufruf gestartet», erklärte Pfister. «Vielleicht hat ja ein Verkehrsteilnehmer einen auffälligen Lastwagen bemerkt und dies bisher nicht gemeldet.» Möglich sei auch, dass der Verursacher erst am Bestimmungsort festgestellt habe, dass ein Teil seiner Ladung fehle respektive dass diese ausgelaufen sei.

«Persönlich habe ich allerdings nur sehr geringe Hoffnungen, dass wir den Verursacher doch noch finden», so Pfister. «Auf der A2 verkehren täglich Tausende von LKW. Die Flüssigkeit dürfte zudem tröpfchenweise auf die Fahrbahn gelangt sein. Auf den Überwachungskameras sei dies nicht zu erkennen. «Die Kameras sind da, um den Verkehrsfluss zu überwachen. Aufgrund der geringen Auflösung der Bilder sind die erwähnten Tropfen definitiv nicht zu erkennen. Zudem hat es geregnet und gespritzt.» Angesichts dieser Tatsachen erwarte er denn auch kaum sachdienliche Hinweise.

Unter Umständen schon sehr weit gefahren

Pfister erwähnt aber auch, dass der LKW bis zum Zeitpunkt, in dem man das Ausmass des Schadens erkannt habe, unter Umständen bereits sehr weit gefahren sein könnte. «Dass sich der Verursacher meldet, sobald er vom Schadenausmass erfährt, das er angerichtet hat, glaube ich eher weniger», sagt der Urner Polizeikommandant.

Welche ausgelaufene Substanz am Mittwoch zur stundenlangen Sperrung der A2 Richtung Norden geführt hat, bleibt ebenfalls ungeklärt. Sicher ist, dass es sich weder um Öl noch um Diesel gehandelt hat. Es war eine ungefährliche respektive nicht giftige Flüssigkeit. «Die Chemiewehr konnte diesbezüglich schnell Entwarnung geben und damit den Weg freimachen für einen ungefährdeten Einsatz der Putzequipen und der weiteren Einsatzkräfte», so Pfister. «Wir wissen aber auch, dass es sich um eine Flüssigkeit handelt, die sehr stark reagiert, wenn sie mit Wasser in Berührung kommt», hielt Pfister weiter fest. Der Strassenbelag wurde sehr glitschig, allerdings nur auf den offenen Streckenabschnitten. «Im Gotthard- und im Seelisbergtunnel hat sich die Substanz offensichtlich verflüchtigt und keine Reaktionen ausgelöst», erklärte Pfister am Donnerstag auf Anfrage.

Öffentliche Hand muss zahlen

Weitere Nachforschungen oder Laborabklärungen zur Zusammensetzung der Substanz wird die Polizei gemäss Auskunft des Kommandanten nicht vornehmen. «Diese Kosten sparen wir uns», sagte Pfister unserer Zeitung gegenüber. Apropos Kosten: Können Verursacher von Schäden nicht ermittelt beziehungsweise die Kosten nicht auf dieselben abgewälzt werden, müssen die öffentliche Hand respektive der Steuerzahler dafür aufkommen.

Polizei startet Zeugenaufruf

In einer Medienmitteilung vom Donnerstag lancierte die Kantonspolizei Uri einen Zeugenaufruf. Gesucht werden Personen, welche am Mittwoch, den 26. Juli 2017, zwischen 9 Uhr und 09.30 Uhr, auf der Autobahn A2 zwischen Göschenen und Altdorf in Fahrtrichtung Nord unterwegs waren.

Wem ist zur fraglichen Zeit ein Fahrzeug aufgefallen, das Teile seiner flüssigen Ladung verloren hat? Hinweise, die zum Auffinden des Verursacherfahrzeuges (mutmasslich ein Lastwagen, allenfalls auch ein Lieferwagen) führen könnten, sind an die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Uri weiterzuleiten: Tel. 041 874 53 53

mbo/pd

Auf der A2 bei Stans weist eine Warntafel auf die Rutschgefahr hin. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Stans, 26. Juli 2017))

Auf der A2 bei Stans weist eine Warntafel auf die Rutschgefahr hin. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Stans, 26. Juli 2017))

Die Unfallstelle im Teiftaltunnel. (Bild: Kantonspolizei Uri (Gurtnellen, 26. Juli 2017))

Die Unfallstelle im Teiftaltunnel. (Bild: Kantonspolizei Uri (Gurtnellen, 26. Juli 2017))

Beim Kreisel in Flüelen werden die Autos Richtung Axenstrasse umgeleitet. (Bild: Elias Bricker (Flüelen, 27. Juli 2017))

Beim Kreisel in Flüelen werden die Autos Richtung Axenstrasse umgeleitet. (Bild: Elias Bricker (Flüelen, 27. Juli 2017))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.