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URI: Schüler vertiefen sich in der Politik

Um Aufmerksamkeit und Neumitglieder buhlende Jungparteien sowie eine politische Debatte um den Atomausstieg: Das alles gab es am BWZ Uri im Rahmen der Polittour.
Urs Hanhart
Die Schüler befassten sich gestern Nachmittag mit politischen Themen. Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 8. November 2016)

Die Schüler befassten sich gestern Nachmittag mit politischen Themen. Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 8. November 2016)

Rund drei Dutzend Absolventen des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) Uri, darunter auch Berufsmaturanden, erlebten gestern einen ausserordentlichen Nachmittag. Er war ganz der Politik gewidmet. Zu Gast war die sogenannte Polittour, ein Projekt, das den Jugendlichen die Politik näherbringt. Für die Organisation diese Kampagne waren die Urner Jungparteien, das Amt für Kultur und Sport und das BWZ Uri gemeinsam verantwortlich.

Einleitend betonte BWZ-Rektor David Schuler: «Die Teilnahme an diesem Event basiert keineswegs auf freiwilliger Basis. Es handelt sich um einen gezielten Anlass, der die Ausbildung ganz klar bereichern soll.» Die direkte Demokratie in der Schweiz sei ein kostbares und auch international bewundertes Gut, das massgeblich zum Wohlstand und zum Frieden beitrage. Diese Errungenschaften beinhalten aber auch Verpflichtungen, und zwar unter anderem den sorgfältigen Umgang mit politischen Themen.

Politisches Interesse der Berufsschüler wecken

Genau dort setze die Polittour an. «Heute geht es für die Schüler dar­um, das politische System der Schweiz kennen zu lernen. Zudem möchten wir ein aktuelles politisches Thema vertiefen», sagte der Rektor. Zur Zielsetzung sagte Schuler: «Einerseits wollen wir einen Austausch zwischen den Lernenden und Jungpolitikern ermöglichen.» Andererseits gehe es darum, das politische Interesse der Schüler zu wecken und zu fördern, indem die Lernenden die demokratischen Regeln und Möglichkeiten kennen lernen – in der Praxis und nicht nur in der Theorie, wie es vielleicht im Schulunterricht passiert. «Denn Demokratie geht uns alle an und nicht nur diejenigen, die jeweils von ihrem Abstimmungsrecht Gebrauch machen», so Schuler.

Jungparteien stellen ihre Parteiprogramme vor

Christian Imfeld von der Bildungs- und Kulturdirektion wies darauf hin, dass er seit zwei Jahren beim Kanton für ein Projekt arbeitet. Dieses hat zum Ziel, die Kinder- und Jugendpolitik weiterzuentwickeln. Uri sei ein Kanton, der viel Humankapital in Form von gescheiten Jugendlichen verliere, weil unter anderem ein Mangel an Jobmöglichkeiten bestehe. Nun versuche man, in Zusammenarbeit mit den Schulen Jugendliche vermehrt hinsichtlich politischer Mitwirkung einzubinden. Dies sei ein wichtiger Pfeiler.

Der gestrige Politnachmittag am BWZ bestand aus zwei Teilen: Im ersten erhielten die Exponenten der Jungen CVP, der Jungfreisinnigen, der Jungen SVP und der Juso Gelegenheit, ihre Partei während rund 20 Minuten vorzustellen. Das Ganze wiederholte sich viermal, denn im Vorfeld waren die Lernenden per Los einer von vier Gruppen zugeteilt worden. Ein besonderes Augenmerk schenkten die Referenten naturgemäss den Leitgedanken und den Positionen der von ihnen vorgestellten Partei sowie den Schwerpunkten bei deren Aktivitäten.

Schüler sollen auch mitdiskutieren

Speziell thematisiert wurde auch die jeweilige Haltung beim Atomausstieg. Dies aus gutem Grund, denn der zweite Teil der Polittour war – aus aktuellem Anlass – just dieser Thematik gewidmet. Auf dem Programm stand eine Podiumsdiskussion zur Atomausstiegsinitiative, über die demnächst abgestimmt wird.

Auf der Pro-Seite standen die parteilose Gemeinde-Vizepräsidentin von Erstfeld, Pia Tresch und Valentin Schmidt, Mitarbeiter der Schweizerischen Energie-Stiftung und Mitglied der Grünen Partei Uri. Die Contra-Seite vertraten FDP-Mitglied Thomas Arnold vom Verband Wirtschaft Uri und SVP-Landrat Pascal Blöchlinger. Den Lernenden wurde die Möglichkeiten geboten, Fragen zu stellen und auch selber in die Diskussion einzugreifen.

«Ich hoffe, dass auf sachlicher Ebene, auch mit Pfiff und Elan diskutiert wird und nicht nur emotional», sagte Imfeld. «Eine Debatte à la US-Wahlkampf möchten wir lieber nicht haben.»

Urs Hanhart

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