URI: Sommerlager: Die Kinderschar wird immer kleiner

Einige Pfadi-, Blauring- und Jungwachtscharen haben massiv zu kämpfen. Ein Verein musste sogar das Lager absagen. Doch es gibt auch hoffnungsvolle Beispiele.

Florian Arnold
Drucken
Teilen
Ein Leiter der Jungwacht Altdorf beeindruckt die Kinder im Sommerlager vor dem Zelt mit Feuerspeien (Archivbild). (Bild: pd)

Ein Leiter der Jungwacht Altdorf beeindruckt die Kinder im Sommerlager vor dem Zelt mit Feuerspeien (Archivbild). (Bild: pd)

Zwei Wochen Natur, Zelte, Lagerfeuer. Diese romantische Stimmung erleben in diesem Jahr auch wieder zahlreiche Urner in den Sommerlagern. Doch die Zahlen der Teilnehmer sind vielerorts rückläufig. Nahmen im Lager der Jungwacht Attinghausen im vergangenen Jahr noch rund 40 Kinder teil, so haben sich in diesem Jahr lediglich noch 26 angemeldet. Die Pfadi Don Bosco Schattdorf bringt es noch auf ein Dutzend Teilnehmer – ebenso die Pfadi Wilhelm Tell, Bürglen. Auch die Zahlen in Erstfeld gehen zurück: trotz einer Fusion zwischen Blauring und Pfadi Krönten. Während die Erstfelder in den vergangenen Jahren jeweils mit fast 50 Kindern ins Lager fuhren, sind es in diesem Jahr noch 35 Teilnehmer. Am deutlichsten zu kämpfen hat der Blauring Schattdorf: Erstmals führt der Mädchenverein kein Lager durch (siehe Box).

Gemeinsames Lager organisiert

«Von Jahr zu Jahr wird es schwieriger, Kinder für eine Teilnahme zu motivieren», sagt Manuela Arnold, Scharleiterin des Blaurings Bürglen. Daher hat sich die Mädchengruppe mit den Wölfli der Pfadi Bürglen zusammengeschlossen. Dank der Verstärkung von 13 Pfadfindern kann der Blauring Bürglen insgesamt mit 29 Kindern in die Flumserberge in St. Gallen fahren.

Gina Poletti, Scharleiterin der Jungwacht Attinghausen, wagt einen Erklärungsversuch, weshalb ihre Schar in diesem Jahr dermassen reduziert wurde: «Die Sommerferien beginnen in diesem Jahr sehr spät. Einige haben ihre Ferien so geplant, dass es Überschneidungen mit dem Lager gegeben hätte.» Doch das Datum der Sommerferien ist nicht der Hauptgrund für den massiven Teilnehmerschwund. Es fehlt ganz einfach an Nachwuchs. «Eine Gruppe mit vielen Kindern hat nun ins Leiterteam gewechselt. Neue Mitglieder gibt es nur sehr wenige», sagt Poletti.

Doch es gibt auch Hoffnung. Etwa beim Blauring Altdorf. Die Teilnehmerzahlen sind in den vergangenen Jahren stets gestiegen: 2011 waren 47 Kinder dabei, im Vorjahr 51 und nun 54, die sich mit 15 Leitern auf in den Kanton Freiburg machen. Und auch das Pendant für die Buben, die Jungwacht Altdorf, erfreut sich steigender Zahlen. «Wir haben im vergangenen Jahr das erste Mal seit langem wieder die 40er-Marke geknackt», sagt Scharleiter Fabian Massa. Die Jungwacht reist mit 43 Kindern auf die Moosalp im Kanton Wallis. Und Massa will noch mehr: «Unser nächstes Ziel ist es, 50 Kinder im Lager 2014 zu haben.» Man habe viele Neuzugänge, aber auch viele langjährige Jungwächter dabei.

Andernorts sind Leiter rar

Auch Marlis Gisler von Jungwacht und Blauring (Jubla) Spiringen sieht keinen Grund dafür, den Kopf in den Sand zu stecken: «Bis jetzt war bei unseren Kindern das Interesse für das Lager sehr gross. Wir konnten es immer durchführen.» In diesem Jahr sind es 35 Kinder, die mit dem Schächentaler Jugendverein nach Schwarzsee im Kanton Freiburg reisen. Viel eher sei es ein Problem, genügend Leiter zu finden, sagt Scharleiter Damian Herger: «Es bedeutet sehr viel Aufwand, ein Lager zu organisieren, und es muss viel Freizeit dafür geopfert werden. Aber es lohnt sich für diese tolle Woche.» So wurden denn auch 10 Leiter gefunden.

Von konstanten Zahlen weiss die Jungschar Altdorf zu berichten. Leiter Samuel Schuler kennt das Rezept: «Wir machen viel Mundpropaganda und pflegen gute Kontakte zu den Eltern.»