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URI: Spuren des Wolfs verwischt

Das Labor kann die DNA der Schafsrisse nicht verwerten. Trotzdem gibt es für die Verwaltung keine Zweifel, welches Raubtier dafür verantwortlich ist.
Einmal zum Abschuss freigegeben, wurde der Wolf in Uri nicht mehr gesehen. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Einmal zum Abschuss freigegeben, wurde der Wolf in Uri nicht mehr gesehen. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Florian Arnold

Die DNA-Analyse von den Schafsrissen im Kanton Uri konnte nicht nachweisen, dass ein Wolf die Tiere getötet hat. Das gab der Urner Jagdverwalter Josef Walker gestern bekannt. Die DNA-Proben seien diesbezüglich nicht verwertbar. Dies sei aber nicht unüblich insbesondere weil die gerissenen Tiere nicht unmittelbar nach der Tat gefunden wurden, sondern dazwischen Zeit verstrichen sei, erklärt Walker. Es sei denkbar, dass sich andere Tiere wie etwa Füchse an den Kadavern zu schaffen gemacht haben und so die ursprüngliche DNA-Spur beeinträchtigten. «Dies ändert nichts an der Tatsache, dass wir es mit einem Wolf zu tun haben», sagte Walker gegenüber unserer Zeitung. «Die Rissbilder sind eindeutig.»

Anderer Wolf ist unwahrscheinlich

In Nidwalden sieht die Situation anders aus: Ende Juni ergab eine DNA-Analyse, dass in Emmetten eindeutig ein Wolf neun Schafe gerissen hat. Ausserdem konnte dem Tier italienische Abstammung nachgewiesen werden. Ob es sich im Isental aber um denselben Wolf gehandelt hat, kann nun nicht abschliessend geklärt werden. «Wenn man aber sieht, dass es in den vergangenen 150 Jahren mutmasslich keine Wölfe mehr im Isental gab, wäre es doch sehr sonderbar, wenn in derselben Zeit zwei verschiedene Wölfe in den benachbarten Gebieten unterwegs gewesen wären», meint Walker.

Am 23. Juni hatte Sicherheitsdirektor Beat Arnold den Wolf zum Abschuss freigegeben, was er alleine entscheiden musste. Die Sicherheitsdirektion hatte sich aber vorgängig mit den Nachbarkantonen sowie dem Bundesamt für Umwelt abgesprochen. Da der Wolf über 30 Schafe in Uri gerissen habe, sei eine Abschussbewilligung gerechtfertigt, liess der Sicherheitsdirektor im Juni verlauten. Der Entscheid fiel somit, ohne dass die DNA-Proben vorgängig ausgewertet werden konnten. Man stützte sich wie üblich – aufs Rissbild.

Abschuss bis 22. August bewilligt

Die Resultate der DNA-Analyse ändern nichts an der Abschussbewilligung. Diese gilt bis 22. August, allerdings nur innerhalb eines klar definierten Rayons. Dieser umfasst Teile der Gemeinden Seelisberg, Bauen, Isenthal, Attinghausen und Erstfeld. Ausgenommen ist das eidgenössische Jagdbanngebiet Urirotstock. Falls der Wolf innert Frist nicht erlegt wird, kann die Abschussbewilligung um weitere 30 Tage verlängert werden, sofern der Wolf wieder zugeschlagen hat.

Doch seit der Abschuss bewilligt wurde, hat sich der Wolf in Uri nicht mehr bemerkbar gemacht. Am Tag des Abschusses wurde zwar ein Wolf in Unterschächen also ausserhalb des Abschussrayons – gesichtet. Doch es kam zu keinen weiteren Schafsrissen. «Wir haben keine Hinweise, dass sich der Wolf noch im Abschussperimeter aufhält», sagt Walker. Momentan sei deswegen ein Abschuss eher unrealistisch.

Keine Wilderer bekannt

Nach wie vor wird allerdings Jagd auf den Wolf gemacht. Die befugten Wildhüter würden sich gezielt in Position bringen, so der Jagdverwalter. Dass sich aber Privatpersonen unerlaubterweise auf die Jagd nach dem Wolf begeben würden, schliesst Walker aus. «So etwas ist uns nicht bekannt.» Falls es zu einem Abschuss des Wolfs kommt, wird man das tote Raubtier einer umfassenden tiermedizinischen Untersuchung unterziehen. Ob der tote Wolf danach fürs Museum ausgestopft würde, kann der Jagdverwalter nicht sagen. «Sich über solche Dinge Gedanken zu machen, ist sicher noch zu früh.»

Derweil hoffen die Schafbesitzer, dass der Wolf nicht mehr wiederkommt. Den geschädigten Schafhaltern wurde finanzielle Unterstützung zugesichert. Der Kanton übernimmt 20 Prozent von den Entschädigungen, der Bund zahlt die restlichen 80 Prozent. Pro Schaf können im Spezialfall Summen von bis zu 1600 Franken geltend gemacht werden.

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