Gefälligkeits-Vorwurf: Zürcher untersucht Urner Justizfall

Die Vorwürfe eines «Gefälligkeitsurteils» haben alt Landrichter Heinz Gisler zu einer Anzeige bewogen. Ein auswärtiger Staatsanwalt übernimmt nun die Arbeit.

Lucien Rahm
Drucken
Teilen

Alt Landrichter Heinz Gisler hat seine angedrohte Strafanzeige gegen die Urner Staatsanwältin Nora Greter wegen Ehrverletzung eingereicht. Dies teilt Oberstaatsanwalt Thomas Imholz auf Anfrage mit. Weil ihm Greter in einer Berufungsverhandlung vorwarf, als erstinstanzlicher Richter ein Gefälligkeitsurteil gefällt zu haben, fühlt sich Gisler in seiner beruflichen Ehre verletzt.

Zwei Aufsichtsbeschwerden

Zur Behandlung der Strafanzeige setzt der Regierungsrat einen ausserordentlichen Staatsanwalt ein. Dabei handelt es sich um den Zürcher Juristen Hans Maurer, wie die Standeskanzlei auf Anfrage mitteilt. Sie bestätigt zudem, dass Gisler beim Regierungsrat zwei Aufsichtsbeschwerden gegen Thomas Imholz und Nora Greter eingereicht hat. Dies, nachdem eine Aussprache der beiden mit Gisler zu keiner Einigung führte.

Ob bei einer allfälligen Anklage auch ein ausserordentlicher Richter zum Einsatz kommen muss, wird der ausserordentliche Staatsanwalt entscheiden müssen.

Alt Richter Heinz Gisler will Urner Staatsanwältin anzeigen

Nach dem Vorwurf, ein Gefälligkeitsurteil gesprochen zu haben, verlangte alt Landgerichtsvizepräsident Heinz Gisler eine öffentliche Entschuldigung – erfolglos. Nun macht er seine Drohung wahr und wird eine Strafanzeige einreichen.
Lucien Rahm