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URI: Tresch will zuerst DNA-Analyse

Für die Kleinviehzüchter ist klar: Der Wolf muss nun getötet werden. Doch Pro Natura Uri will nichts überstürzen.
Dieser Wolf hat nichts mit den gerissenen Schafen im Kanton Uri zu tun. Seine Jagdgrüne sind in einem Schutzgebiet im US-Staat Columbia. (Bild: AP Photo/Dawn Villella)

Dieser Wolf hat nichts mit den gerissenen Schafen im Kanton Uri zu tun. Seine Jagdgrüne sind in einem Schutzgebiet im US-Staat Columbia. (Bild: AP Photo/Dawn Villella)

Elias Bricker

«Die Stimmung unter den Schafbesitzern ist mies und aufgeheizt», sagt Felix Jauch, Älpler auf der Alp Oberberg am Gitschen, wo der Wolf am Wochenende zugeschlagen hat. «Wir müssen damit rechnen, dass wir 10 von 400 Schafen verloren haben. Mehrere Schafzüchter holen jetzt ihre Schafe von der Alp.»

Regierungsrat Beat Arnold will noch diese Woche entscheiden, ob der Wolf zum Abschuss freigegeben werden soll. Gestern fanden Gespräche mit Vertretern der Nachbarkantone und dem Bundesamt für Umwelt statt. Denn der Wolf soll in den vergangenen zwei Wochen 35 Tiere im Gebiet Isenthal/Emmetten getötet haben, 5 weitere bleiben vermisst, mehrere sind verletzt. Damit hat das mutmassliche Raubtier die im Urner Wolfskonzept festgelegte Limite von 25 Rissen innerhalb eines Monats überschritten. Die DNA-Bestätigung, dass sich ein Wolf in Isenthal herumtreibt, liegt zwar noch nicht vor. Doch Arnold sagt: «Für Fachleute ist klar, dass es sich nur um einen Wolf handeln kann.»

Laut Pia Tresch, Geschäftsstellenleiterin von Pro Natura Uri, könne man gemäss Wolfskonzept jetzt über einen Abschuss diskutieren. Doch einen baldigen Entscheid hält sie für «überstürzt». «Wir wissen noch nicht, ob es sich mit Bestimmtheit um einen Wolf handelt», sagt sie. Die DNA-Bestätigung liege noch nicht vor. Und es sei gut möglich, dass mehrere Tiere für die Risse verantwortlich seien. «Ein Entscheid kann erst erfolgen, wenn alle Informationen vorhanden sind», so Tresch. «Ein Abschuss ist aber nur eine kurzfristige Lösung. Der Konflikt kann damit langfristig nicht gelöst werden.» Pro Natura appelliere daher an alle Tierbesitzer, Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Schutz auf den Alpen ist schwierig

«Viele kleinere Alpen kann man gar nicht schützen», kontert Josef Baumann, Präsident des Kleinviehzuchtverbands Uri. Nur bei grösseren Alpen mit mindestens 600 bis 700 Schafen können eine ständige Behirtung oder Herdenschutzhunde rentabel sein. Baumann befürchtet aber, dass es zu Konflikten mit den Hunden kommen könnte. «Ein Herdenschutzhund unterscheidet nicht, ob ein Wolf oder ein Wanderer in sein Revier eindringt.» Lamas oder Alpakas als Herdenschutztiere seien eher einsetzbar. Zudem könne man auch nicht ganze Alpen einzäunen: «Elektrische Zäune nützen gegen den Wolf wenig.»

Jetzt nichts mehr zu diskutieren

Die Züchter erhalten pro gerissenes Tier eine Entschädigung zwischen 100 und 1600 Franken je nach Zuchtwert. Der Bund übernimmt 80 Prozent der Entschädigungen, der Kanton 20 Prozent. In Uri musste bisher nicht mit dem Wolf gerechnet werden, deshalb waren Schutzmassnahmen keine Voraussetzung, um Entschädigungen zu beantragen. «Uns geht es nicht ums Geld», sagt Baumann. «Wir hängen an den Tieren. Letztlich geht es um Existenzen.» Für Baumann ist klar, dass man den Wolf nun schiessen muss. «Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Wolf», so der Meientaler. «Doch wir haben ein Konzept, das festlegt, wann man einen Wolf schiessen darf. Jetzt muss man nicht mehr diskutieren.»

In der Schweiz wurden seit dem Jahr 2000 zwölf Wölfe zum Abschuss freigegeben. Doch nur in acht Fällen haben die Wildhüter den Wolf getroffen. «Den Wolf zu erwischen, dürfte nicht einfach werden», sagt Regierungsrat Arnold.

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