URI: «Tunnelabgabe statt zweite Röhre»

Verkehrsprobleme sind so gross wie nie zuvor. Avenir Suisse sieht die Ursache in einer verfehlten Politik. Künftig sollen Verursacher für ihre Kosten selber aufkommen.

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Die Schweizer fahren jährlich eineinhalb Mal so viele Kilometer mit dem Auto als noch vor 40 Jahren. In Zukunft sind massive Investitionen ins Strassennetz nötig. Anders kann man dem starken Verkehrswachstum nicht gerecht werden. «Schon heute schmerzt uns diese Entwicklung», sagt Daniel Müller-Jentsch, Projektleiter und Ökonom bei Avenir Suisse. «Der Stau am Gotthard führt uns das Problem dauernd vor Augen.» Am vergangenen Mittwoch hat Müller-Jentsch an einem Infoanlass von Wirtschaft Uri über Lösungsansätze in der Verkehrspolitik gesprochen.

Laut Experten von Avenir Suisse gehen Probleme wie Strassenstaus, überfüllte Züge und wachsende Kosten auf eine verfehlte Verkehrspolitik zurück. Jahrelang habe man den Strassen- und Schienenverkehr mit Steuergeldern subventioniert. Gleichzeitig haben die Verursacher Kostenvergünstigungen erhalten, so Müller-Jentsch. «Dieses System schafft einen falschen Anreiz. Es entsteht Übermobilität» Für den Ökonomen ist daher klar, dass der Verursacher für seine Kosten künftig verstärkt selber aufkommen müsse. Der Experte schlägt vor: «An Knotenpunkten und Engpässen wie dem Gotthard oder dem San Bernardino macht eine Tunnelgebühr Sinn. Die Folgen sind Kostenwahrheit und Mehreinnahmen. Zudem reguliert sich der Verkehr dank gezielter Abgaben selber.» Müller-Jentsch geht in seiner Argumentation sogar noch weiter. «Möglicherweise macht ein Tunnelmaut-System die zweite Röhre am Gotthard überflüssig.» Er betont aber, dass es sich dabei um einen Expertenrat und nicht um eine politische Stellungsnahme handelt.

Anian Heierli

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