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URI: Überparteiliches Komitee lanciert Initiative gegen den Wolf

Vielen Gruppierungen im Kanton Uri ist der Wolf ein Dorn im Auge. Nun startet ein überparteiliches Komitee eine kantonale Initiative, um den Wolfsbestand besser regulieren zu können. Am Donnerstag wurde das Volksbegehren lanciert.
Matthias Stadler
Von links: Wendelin Loretz, Christian Arnold und Res Gnos setzen sich für den Schutz von Schafen ein. (Bild: Urs Hanhart (Isenthal, 6. April 2017))

Von links: Wendelin Loretz, Christian Arnold und Res Gnos setzen sich für den Schutz von Schafen ein. (Bild: Urs Hanhart (Isenthal, 6. April 2017))

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Der Standort, um auf den Start der Unterschriftensammlung aufmerksam zu machen, wurde bewusst gewählt. Auf dem Hof des Schafzüchters Theo Zurfluh in Isenthal erklärte eine Gruppe von Vertretern des Bauernverbands Uri, der Urner Jäger und des Landrats, weshalb sie die kantonale Volksinitiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri» (Ausgabe vom Dienstag) lancieren. Auf dem Anwesen von Theo Zurfluh hatte ein Wolf im vergangenen Jahr mehrere Tiere gerissen.

Es geht laut den Initianten unter anderem um den Schutz von 15 000 Schafen, die im Sommer in Uri auf den Wiesen grasen. In den restlichen Monaten sind es rund 8000. Jeder dritte Urner Bauernhof habe Schafe, führte Res Gnos, Vorstandsmitglied des Urner Jägervereins, aus.

Kanton Uri steht erst am Anfang

SVP-Landrat Christian Arnold (Seedorf) erklärte an der Pressekonferenz das Anliegen der Initianten folgendermassen: «Im Kanton Uri stehen wir im Vergleich zu anderen Kantonen wie etwa Wallis oder Graubünden heute erst am Anfang der ganzen Grossraubtierproblematik.» Arnold erwartet, dass sich etwa der Wolf in den nächsten Jahren vermehrt zum Problem für Schafhalter entwickeln wird. Landrats- und Parteikollege Anton Infanger (Bauen) sieht es ähnlich: «Jedes Tier, das nicht gejagt wird, wird mit der Zeit zutraulicher.» Das sei beim Wolf bereits der Fall, beim Bär werde es irgendwann auch zum Problem, ist sich Infanger sicher.

Wendelin Loretz, Präsident des Bauernverbands Uri, stellte emotionale Gründe in den Vordergrund. Er lieferte ein Beispiel, bei dem ein Wolf mehrere Schafe gerissen hatte und der Bauer dies seiner Familie mitteilen musste. «Dieses Szenario machen Sie genau einmal mit und dann sicher nicht mehr.» Solche Erlebnisse würden dazu führen, dass «manch ein Nutztierhalter seine Tierhaltung an den Nagel hängen wird». Wendelin Loretz sprach Klartext: «Alle schadenstiftenden Grossraubtiere müssen unbürokratisch und schnell eliminiert werden können.»

Mehrere Wolfsrudel in zehn Jahren?

Die Initiative fordert, dass Grossraubtiere weder gefördert, eingeführt noch freigelassen werden dürfen (siehe Kasten). Anton Infanger erläuterte, dass 2015 ein Wolf «an der Isleten gestanden» sei. Dieser habe ohne menschliche Hilfe gar nicht dorthin gelangen können. Deswegen glaubt er, dass jemand das Tier dort ausgesetzt hat. Und Infanger blickte voraus: «Wenn wir jetzt nichts gegen den Wolf unternehmen, haben wir in zehn Jahren drei bis vier Wolfsrudel im Kanton.»

Felix Jauch, Vorstandsmitglied der Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren in der Zentralschweiz, pflichtete Anton Infanger bei: «In anderen europäischen Ländern ist zu lange gewartet worden. Bei uns gilt die Devise ‹wehret den Anfängen›.» Jauch verwies auf den Tourismus. So müssten wegen des Wolfes vermehrt Herdenschutztiere auf die Schafe aufpassen, diese würden jedoch Wanderer abschrecken. Das habe negative Auswirkungen auf den Tourismus.

Auch der Luchs wurde vom Komitee angesprochen. So betonte Res Gnos, dass der Luchs die Gäms- und Rehbestände in den vergangenen Jahren in vielen Regionen stark dezimiert habe.

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