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URI: Urner Riesen-Projekt ist endlich eröffnet

Millionen wurden investiert, elf Jahre lang wurde gebaut: Jetzt soll Uri vor Hochwasser geschützt sein. Mit einer 250 Meter langen Seil- rutsche hat man dies gefeiert.
Urs Hanhart
Die Seilrutsche über den Geschiebesammler erwies sich als Attraktion am Eröffnungsfest der Hochwasserschutzanlagen. (Bild Urs Hanhart)

Die Seilrutsche über den Geschiebesammler erwies sich als Attraktion am Eröffnungsfest der Hochwasserschutzanlagen. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Auf dem Ruag-Areal im Urner Talboden ging gestern ganz schön die Post ab. Im Minutentakt sausten Wagemutige auf einer 250 Meter langen Seilrutsche hinunter. Im Schnelldurchlauf konnten sie auf diese Art und Weise den Geschiebesammler aus der Vogelperspektive betrachten. Dieser verfügt über ein gigantisches Fassungsvermögen von 90 000 Kubikmetern und wurde unmittelbar neben dem Schächenbach erstellt. Die Rutsche war aber nur eine von vielen Attraktionen, die den über 2000 Besuchern geboten wurden.

75 Millionen Franken investiert

In diesem Sommer enden die Bauarbeiten am grössten Hochwasserschutzprojekt, das der Kanton Uri je realisiert hat. Der Schutz im Urner Talboden an den Gewässern Schächen, Reuss sowie Stille Reuss wurde in den vergangenen Jahren mit diversen Massnahmen umfassend ausgebaut. Bis heute sind rund 75 Millionen Franken investiert worden. Die Urner Bevölkerung ist jetzt besser vor Hochwasser geschützt als je zuvor. Das wurde mit einem grossen Fest gefeiert. Auf einem Rundgang konnten sich die Besucher ein Bild von den Schutzmassnahmen machen.

Das Abschlussfest beinhaltete auch einen offiziellen Teil mit diversen Ansprachen und der obligaten Einsegnung des Generationenwerks, die der Bürgler Pfarrer Wendelin Bucheli vollzog. Für die Einweihungszeremonie verwendete er passenderweise Wasser aus dem Schächen. «Mit diesem Fest bedanken wir uns bei der Bevölkerung, die dieses Generationenprojekt unterstützt und erst möglich gemacht hat», sagte der Urner Baudirektor Markus Züst. «Wichtig war, dass wir bei den Verfahren nur auf wenig Widerstand stiessen.» Es sei gelungen, Lösungen mit allen Betroffenen zu finden. «Zudem zeigte sich auch die Ruag sehr kooperativ, was den Umsetzungsprozess enorm beschleunigte.» Sonst sei man bei solchen Projekten jahrzehntelang am Planen und Diskutieren. «Uri hat das Ganze innerhalb von zehn Jahren realisiert. Darauf darf man stolz sein.»

Argument für den Standort

Lob gab es auch seitens der Ruag, welche das Areal besitzt. «Was der Kanton Uri seit den Unwettern von 2005 für den Schutz der Bevölkerung unternommen hat, ist meisterhaft», sagte Ruag-CEO Hans Rudolf Hauri. «Könnte diese Leistung in den Fussball übertragen werden, hätte der FC Uri die Champions League gewonnen.» Die Regierung habe mit beherztem und konsequentem Handeln Mut und Professionalität an den Tag gelegt. Wie erfolgreich diese Hochwasserschutzmassnahmen seien, habe bereits der eine oder andere intensive Regentag bewiesen. «Für den Wirtschaftsstandort Uri sind diese Massnahmen ganz wesentlich», so Hauri. «Wir können im Industriepark nur dann neue Firmen ansiedeln, wenn deren Sicherheit garantiert ist.» Der Schächenbach stellt nun keine unberechenbare Gefahr mehr dar. «Wir können garantieren und auch demonstrieren, dass die getroffenen Massnahmen wirkungsvoll sind», so Hauri. «Entgegen dem, was ich in anderen Kantonen erlebt habe, hat die Urner Regierung rasch und nachhaltig reagiert.»

Die Katastrophe passierte 2005

Überschwemmungen urh. Das Hochwasserschutzprojekt Urner Talboden geht zurück auf die Unwetter im August 2005. Gewaltige Geröll- und Wassermassen richteten damals in weiten Teilen des Kantons grosse Verwüstungen an. Fast das gesamte Industrieareal Schattdorf versank tief im Wasser. Menschenleben waren zum Glück keine zu beklagen. Der materielle Schaden hingegen war immens und ging in die Millionen. 200 Betriebe mit 3000 Mitarbeitern – das ist jeder fünfte Arbeitsplatz in Uri – wurden in Mitleidenschaft gezogen. Damit die Wirtschaft nicht das Vertrauen in den Standort Uri verlor, musste schnell gehandelt werden.

Die Regierung erarbeitete ein Hochwasserschutzprogramm, dem die Bevölkerung an der Urne mit 88-prozentigem Ja-Anteil zustimmte. Die Investitionskosten für das ganze Kantonsgebiet belaufen sich auf 165 Millionen Franken. Massnahmen im Wert von 130 Millionen Franken sind bereits umgesetzt.

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