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URI: Wanderer pilgern zu Ostern zur Wallfahrtskapelle in Seelisberg

Am Karfreitag führen aus Uri, Schwyz und Nidwalden geführte Wanderungen zur Wallfahrtskapelle in Seelisberg. Seit über 400 Jahren sind Pilger aus ganz Europa unterwegs nach Seelisberg.
Christoph Näpflin
Zum Abschluss der Karfreitagswanderung lädt Pfarrer Daniel Guillet die Teilnehmer zu einer besinnlichen Feier in der Marienkapelle ein. (Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, 18. April 2014))

Zum Abschluss der Karfreitagswanderung lädt Pfarrer Daniel Guillet die Teilnehmer zu einer besinnlichen Feier in der Marienkapelle ein. (Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, 18. April 2014))

Christoph Näpflin

redaktion@urnerzeitung.ch

Wenn sich am kommenden Freitag Teilnehmer aus Uri, Nidwalden und Schwyz auf den Weg nach Seelisberg machen, knüpfen sie an uralte Wander-Traditionen an. Wie einst für die Wallfahrer aus aller Herren Länder ist die Kapelle in Seelisberg, welche aus dem Jahr 1666 stammt, auch das Ziel der Karfreitagswanderer nächsten Woche. Die Kapelle wurde zu Beginn «Maria zum Trost» genannt.

Durch die Bekanntheit des benachbarten Grandhotels Sonnenberg mit seinen berühmten Gästen wie Richard Wagner, Gottfried Keller oder verschiedenen Kardinälen erhielt die idyllische Waldkapelle im Laufe der Zeit den Namen «Maria Sonnenberg». Die Kapelle war der eigentlich Start für den Tourismus in Seelisberg und sollte nach Plänen des damaligen Hoteliers Michael Truttmann markant vergrössert werden, um noch mehr Pilgerer nach Seelisberg zu bringen und so weitere Übernachtungen zu generieren. Die Wallfahrer von heute schätzen aber die Kleinheit und die vertraute Idylle der Kapelle hoch über dem Rütli. «Für mich und viele andere Personen ist diese Karfreitagswanderung ein fester Bestandteil des Osterwochenendes geworden», hält Paul Dubacher fest, der Karfreitagswanderungen seit über 20 Jahren organisiert.

50 Wegkreuze und Bildstöcklein säumen Wege

Es gibt Schriftstücke, welche bereits im frühen 16. Jahrhundert von einer «bedeutenden Anzahl von Wallfahrern» reden, welche Seelisberg aufsuchten. Im Gegensatz zu heute, waren die Wallfahrer in dieser Zeit ausschliesslich zu Fuss unterwegs. Deshalb entstanden entlang dieser Wege von Bauen, Rütli, Treib, Schwybogen und Emmetten nach Seelisberg 50 Wegkreuze und Bildstöcklein. Diese säumen den Wanderweg, weisen den Wallfahrern die Richtung. «Mit der für alle offenen Karfreitagswanderung nach Seelisberg führe ich die uralte Tradition der Wallfahrt zur Kapelle ‹Maria zum Trost› in Seelisberg weiter», begründet Paul Dubacher aus Seedorf seine Initiative zu dieser Wanderung.

Walter Brand von den Nidwaldner Wanderwegen und Margrith Liechti von der Pfarrei St. Martin Schwyz unterstützen ihn dabei mit Wanderungen aus ihren Kantonen.

Am Karfreitag starten in Attinghausen, Emmetten und Schwyz die Wanderer und machen sich über die alten Pilger­wege auf nach Seelisberg. «Sei es aus Uri, Nidwalden oder Schwyz, die Pilgerwege nach Seelisberg bieten immer wieder herrliche Aus- und Weitsichten», weiss Margrith Liechti. Nach der Ankunft in Seelisberg empfängt Pfarrer Daniel Guillet die Teilnehmer um 11.30 Uhr in der Marienkapelle zu einer besinnlichen Feier. Zum Abschluss der Karfreitagswanderung haben alle Teilnehmer die Möglichkeit zu einer Fastensuppe im Hotel Tell.

Wanderung findet bei jedem Wetter statt

Anschliessend fährt ein Wander-Extra-Bus ins Urnerland zurück. Die Schwyzer und Nidwaldner benützen das Postauto, die Bahn und das Schiff für die Rückkehr. «Ich empfehle den Teilnehmern dem Wetter angepasste Wanderkleider, gutes Schuhwerk sowie Regenschutz», sagt Walter Brand von den Nidwaldner Wanderwegen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Wanderung findet bei jedem Wetter statt.

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