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URI: Wegen Beschwerde: «Seerose» bleibt vorerst in Flüelen

Ein Anwohner verhindert, dass die schwimmende Plattform Seerose in Vitznau ankert. Die Betreiber halten jedoch an ihren Umzugsplänen fest. In Flüelen, wo man der Event-Plattform eine vorübergehende Heimat gibt, will man endlich Klarheit.
Die Seerose gastierte auch am Urner Tag im August 2015 in Flüelen. (Archivbild Urs Hanhart / UZ)

Die Seerose gastierte auch am Urner Tag im August 2015 in Flüelen. (Archivbild Urs Hanhart / UZ)

Wer von Luzern oder Schwyz her nach Altdorf fährt, sieht sie ruhig im Flüeler Becken liegen: die Seerose. Im Sommer vor einem Jahr war sie noch die grosse Attraktion des Gästivals auf dem Vierwaldstättersee, heute ist nicht klar, wie es mit der himbeerfarbenen Stahlplattform mit 38 Metern Durchmesser weitergeht.

Vor eineinhalb Monaten sagte Fabio Küttel, Geschäftsführer des Nationalen Zentrums für Jugend, Musik und Theater (Muth) und jetziger Betreiber der Seerose zu unserer Zeitung: «Wir haben uns in Flüelen willkommen gefühlt. Den Urnern gefiel es offenbar, dass die Seerose wieder belebt wurde.» Damit zog er ein Resümee des Muth-Festivals, welches vom 9. bis zum 25. September in Flüelen über die Seerose-Bühne ging. Dabei traten neun Bands aus der Schweiz sowie aus Deutschland auf. Von Chor- über Blasmusik bis hin zu Big-Band-Sound, Pop und Rock war alles dabei.

Dabei handelte es sich beim Festival in Flüelen um eine Notfall-Veranstaltung. Ursprünglich hätte der Event in Vitznau stattfinden sollen – und dort sollte die Seerose auch langfristig zu «liegen» kommen. Doch ein Anwohner reichte dagegen Beschwerde ein, er befürchtet Lärm- und Abfallemissionen. Nun warten alle Betroffenen auf den Entscheid des Kantonsgerichts Luzern.

Entscheid dürft Ende Monat vorliegen

Für Küttel ist es immer noch das Ziel, dereinst mit der Seerose nach Vitznau übersiedeln zu können und sie «den grössten Teil des Jahres dort zu verankern», wie er auf Anfrage sagt. Er plant mit seinem Verein Muth, in Vitznau einen nationalen Musikcampus, also ein Ausbildungszentrum für junge Musiker und Theaterleute, aufzubauen.

Doch wie geht es nun weiter mit der Seerose? Momentan ankert sie in Flüelen vor dem Gelände der Firma Arnold und Co. gleich beim Bahnhof. Ob sie – erneut – auch dort überwintern darf, ist noch nicht klar. Ende Oktober ist die Frist für eine Bewilligungsverlängerung abgelaufen. Auf Anfrage sagt Küttel, er und seine Mitstreiter von Muth hätten bei der Gemeinde Flüelen das notwendige Gesuch eingereicht. Edi Arnold vom zuständigen Bausekretariat bestätigt dies: «Das Gesuch um eine Bewilligungsverlängerung wurde bei der Gemeinde Flüelen eingereicht und von uns an die Baudirektion des Kantons weitergeleitet.» Nun müssten die zuständigen Stellen beim Kanton die Angelegenheit prüfen. «Sobald wir die Stellungnahmen vom Kanton haben, stellen wir die Bewilligung aus», sagt Arnold.

Die Federführung beim Kanton hat die Urner Justizdirektion. Diese lässt sich nicht in die Karten blicken, ob sie der Überwinterung der Seerose zustimmt. Emmanuel Strub, Generalsekretär der Justizdirektion, sagt einzig: «Der Entscheid dürfte bis Ende Monat vorliegen.» Äussern müssen sich unter anderem das Amt für Raumentwicklung oder das Umweltschutzamt.

«Wir können hier nicht Katz und Maus spielen»

Man habe Verständnis für die gründliche Prüfung, so Fabio Küttel. Er schaut aber bereits in die Zukunft. Im April soll es wieder losgehen mit Konzerten und Events auf der Seerose. Dann hofft Küttel, mit einer längerfristigen Bewilligung für Vitznau. «Die Gesuche dazu sind beim Kanton Luzern eingereicht.»

Solche Aussagen nimmt man in Flüelen mit gemischten Gefühlen auf. «Wir können hier nicht ewig Katz und Maus spielen», sagt der Gemeindepräsident Simon Arnold (FDP). «Entweder entscheidet man, die Seerose geht zurück, fertig. Oder sie bleibt in Flüelen, und man macht etwas daraus», so der Gemeindepräsident. Dann müsste gemäss Arnold auch Uri Tourismus einsteigen. Gerade im Sommer könnte man die Aktivitäten ausbauen, «das könnte das Dorf beleben», sagt er. Flüelen habe nun sicher noch ein Jahr Geduld, «sollte die Situation nächstes Jahr wieder gleich sein, dann setzen wir dem Ganzen ein Ende», so Arnold.

Livio Brandenberglivio.brandenberg@luzernerzeitung.ch

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