Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

URI: Wegen Neat – neue Quelle muss her

Die Neat-Baustelle brachte Trinkwasserquellen in Silenen zum Versiegen. Nun soll eine neue Versorgung langfristig Ersatz bringen – und gar Strom erzeugen.
Anian Heierli
Bauarbeiter richten im Gotthard-Basis-Tunnel die Schienen, bevor sie mit Betonieren beginnen können. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Bauarbeiter richten im Gotthard-Basis-Tunnel die Schienen, bevor sie mit Betonieren beginnen können. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Im Juni 2016 wird der längste Eisenbahntunnel der Welt eingeweiht – der Gotthard-Basistunnel. Als sich Ende 2009 die Tunnelbohrmaschinen zwischen Erstfeld und Amsteg durch den Fels frästen, fiel die Bergwassermenge im Tunnel deutlich höher aus als erwartet. Bis zu 465 Liter pro Sekunde wurden zu Spitzenzeiten gemessen. Gleichzeitig ging aber das Trinkwasser der Silener Wassergenossenschaften mit den Reservoiren Kirchbach, Schipfenbach sowie weiterer Quellen deutlich zurück. Die Neat-Bauherrin Alptransit Gotthard AG (ATG) verfolgt deshalb ein Projekt zur Ersatzwasserbeschaffung und will dadurch das Trinkwasser der Gemeinde Silenen langfristig sichern.

Kraftwerk dank optimaler Lage

Um das Projekt zu realisieren, hat die ATG die Wasserversorgung Chatzensternen/Plattiberg gekauft (siehe Grafik). Diese befand sich zuvor im Besitz des eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und gehörte zum ehemaligen Zeughaus. Die sich auf Gurtneller Gemeindegebiet befindende Wasserversorgung wird vom VBS nicht mehr benötigt und stand seit Jahren zum Verkauf.

«Für uns war das ein Glücksfall», sagt Adrian Wildbolz, zuständiger Projektleiter bei der ATG. «Die Quelle Chatzensternen ist deutlich höher gelegen als die Silener Wasserreservoire. Deshalb können wir das neue Trinkwasser ohne pumpen zu müssen nach Silenen leiten.» Dafür erstellt die ATG eine separate Transportleitung – so will sie die bestehenden Reservoire Kirchbach und Schipfenbach speisen. «Der durch den Höhenunterschied bedingte Wasserdruck ist sogar stärker als nötig», erklärt Wildbolz. «Deshalb möchten wir beim Reservoir Plattiberg, das unterhalb der Quelle Chatzen-sternen liegt, ein Trinkwasser-Kleinkraftwerk bauen und so zusätzlich Strom produzieren.» An wen das Kraftwerk künftig geht oder ob es in den Händen der ATG bleibt, ist derzeit noch unklar.

Zusätzlicher Schutz im Krisenfall

Mit dem Anschluss der Quelle Chatzensternen wäre die Wasserversorgung in Silenen langfristig sichergestellt und auf demselben Niveau wie vor dem Bau des Gotthard-Basistunnels. Dennoch plant die ATG eine Lösung, die auch in einer Krise, wie beispielsweise einer Keimbelastung, Trinkwasser liefern kann: Als weiteres Standbein für mehr Versorgungssicherheit wird deshalb im Schützenschachen ein zusätzliches Pumpwasserkraftwerk erstellt. Dieses soll Überschusswasser ab der bestehenden Fassung Schützenbrunnen beziehen und mit einer ebenfalls neuen Transportleitung in die Silener Reservoire speisen. «Im Idealfall wird dieses zweite Standbein aber nur selten gebraucht», sagt Wildbolz. Für das ganze Projekt werden rund 7,5 Kilometer Wasserleitungen verlegt. Sämtliche Arbeiten plus Kleinkraftwerk kosten etwas über 5 Millionen Franken. Die Kosten übernimmt die ATG. Bis zur Fertigstellung und Übernahme der Anlagen durch die künftigen Träger wie Gemeinde oder Genossenschaften ist die ATG für den Betrieb zuständig.

Arbeiten erfolgen in Etappen

Die ATG rechnet damit, dass die Baubewilligung in wenigen Wochen vorliegt. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr starten. Bis Anfang 2017 will man die Wassereinspeisung ab Chatzensternen in die Reservoire Schipfenbach und Kirchbach in Betrieb nehmen. Die Wassereinspeisung ab Pumpwerk Schützenschachen wird bis Ende 2017 fertig gestellt. «Damit die Landwirtschaft nicht beeinträchtigt wird, bauen wir möglichst ausserhalb der Vegetationszeit», sagt Wildbolz. Wenn dies aus technischen Gründen nicht möglich sei, würden die betroffenen Landwirte entschädigt.

Parallel zur neuen Trinkwasserleitung werden im gleichen Projekt eine Abwasser- und eine Stromleitung gezogen.

Die neue Trinkwasserleitung. (Bild: map)

Die neue Trinkwasserleitung. (Bild: map)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.