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Uri will Zahl der Höckerschwäne reduzieren

Neue Aufgabe für die Urner Wildhüter: Sie sollen ab Frühjahr 2020 frisch gelegte Schwaneneier anstechen. Die Regierung will mit dieser Massnahme die Anzahl der Tiere im Reussdelta von heute 25 auf 10 bis 15 reduzieren.
Bruno Arnold
Wildhüter sollen ab Frühjahr 2020 im Uferbereich des Urnersees Schwaneneier anstechen dürfen. (Bild: Corinne Glanzmann, Ennetbürgen, 12. April 2016)

Wildhüter sollen ab Frühjahr 2020 im Uferbereich des Urnersees Schwaneneier anstechen dürfen. (Bild: Corinne Glanzmann, Ennetbürgen, 12. April 2016)

Entlang des Urnersees, insbesondere im Gebiet des Reussdeltas, ist die Population der Höckerschwäne in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Wo früher rund 10 Schwäne zu beobachten waren, sind es aktuell bis zu 25 Stück. Schwäne zählen einerseits zu den beliebtesten Vogelarten, dies wegen ihrer stolzen, eleganten und majestätischen Erscheinung. Anderseits sorgen diese Tiere auch für Unmut: Sie verkoten Weiden und Wiesen, sodass das Futter dadurch teilweise nicht mehr brauchbar ist. Dies zum Leidwesen der Bauern. Einzelnen von ihnen wurde daher aus dem Wildschadenfonds 2018 eine Wildschadenentschädigung ausbezahlt. Die Gesamtsumme belief sich auf 1500 Franken und wurde dem Wildschadenfonds aus der allgemeinen Kantonsrechnung rückvergütet.

Bisherige Massnahmen ohne Erfolg

Der Kanton Uri hat in der Vergangenheit verschiedene Massnahmen zur Lösung des Problems getroffen, so etwa Sensibilisierungsmassnahmen betreffend Fütterung von Wasservögeln, Einzäunungen von Schadenflächen, Vergrämungsmassnahmen oder auch bauliche Massnahmen zur Verhinderung der Mobilität der Schwäne in Fliessgewässern. «Diese getroffenen Massnahmen hatten alle einen kurzfristigen, aber nicht nachhaltigen Effekt», heisst es in einer im «Amtsblatt» vom 5. Juli publizierten Verfügung der Sicherheitsdirektion Uri.

Bundesamt für Umwelt
 gibt grünes Licht

Zur Reduktion des Schadens durch Höckerschwäne plant die Urner Sicherheitsdirektion deshalb andere Schritte. Das Bundesamt für Umwelt hat im April 2019 ein entsprechendes von der Sicherheitsdirektion Uri gestelltes Gesuch über Regulierungsmassnahmen genehmigt. Konkret sollen die Wildhüter im Uferbereich des Urnersees frisch gelegte Schwaneneier anstechen dürfen – eine Massnahme, die auch in Schwyz sowie in Ob- und Nidwalden versuchsweise praktiziert wird. «Durch das kleine Loch in der Schale gelangt Luft ins Ei, und die weitere Entwicklung ist gestoppt», erläutert der Urner Jagdverwalter Josef Walker den Eingriff.

« Diese Regulierungsmassnahme ist tierschutzverträglicher und das mildere Mittel als beispielsweise eine Abschussaktion.»

Auch das Entfernen der frisch gelegten Eier ist nach Meinung von Fachleuten keine geeignete Methode. Der Grund: Wenn die Schwäne merken, dass nichts ausschlüpft oder dass die Eier kaputt sind, legt das Weibchen Eier nach. Rund 36 Tage dauert die Brutzeit. Ab dem Frühsommer findet dann jeweils keine Eiablage mehr statt. Experten gehen davon aus, dass sie instinktiv wissen, dass sich die Jungtiere dann nicht mehr genügend weit entwickeln können, um den Winter zu überstehen.

Gesetz erlaubt Reguierung

(pd/bar) Der Höckerschwan zählt gemäss Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG) zu den geschützten Arten. Die Kantone können mit vorheriger Zustimmung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) Massnahmen zur Verringerung des Bestands geschützter Tierarten treffen, wenn diese einen zu hohen Bestand aufweisen und dadurch grosser Schaden oder eine erhebliche Gefährdung entsteht. Der Bundesrat hat die entsprechende Zustimmung an das Bundesamt für Umwelt delegiert. Gemäss Artikel 38 der kantonalen Verordnung zum Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung) kann die Sicherheitsdirektion Massnahmen gegen einzelne schadenstiftende geschützte Tiere sowie befristete Massnahmen zur Regulierung geschützter Tierarten treffen.

Vorerst auf fünf Jahre 
beschränkter Eingriff

Vorgesehen ist gemäss der veröffentlichten Verfügung der Sicherheitsdirektion Uri, den Regulierungseingriff im Reussdelta im Frühjahr 2020 zu starten, sobald die brütenden Schwäne ihre Nester bezogen haben. Dies dürfte im April/Mai 2020 der Fall sein. Der Eingriff wird vorerst auf fünf Jahre beschränkt. Als Zielbestand nach der Regulierung werden 10 bis 15 Höckerschwäne angestrebt. Die Anzahl der angestochenen Eier soll jeweils maximal die Hälfte der angetroffenen Eier pro Nest ausmachen. Mehr als 5 bis 8 Eier legen Schwäne in der Regel nicht. Die Urner Wildhut wird im Weiteren beauftragt, im Sommer und gegen Ende der Vegetationsperiode Zählungen des Schwanenbestands durchzuführen, um den kurzfristigen Erfolg der Massnahmen respektive das Verhältnis der Jungschwäne zu den Altschwänen zu überprüfen.

Beschwerde innert 
30 Tagen möglich

Die im «Amtsblatt» vom 5. Juli publizierte Verfügung kann innert 30 Tagen mittels Verwaltungsbeschwerde beim Regierungsrat des Kantons Uri angefochten werden. Die Beschwerde muss einen Antrag enthalten und begründet werden.

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