URI: Wintereinbruch sorgt für Chaos auf A2

Während sechs Stunden gab es auf der A2 für den Verkehr kein Durchkommen mehr. Die Schneeräumungsarbeiter stiessen an ihre Grenzen.

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Die Autobahn A2 bei Amsteg ist schneebedeckt. (Bild: Florian Arnold)

Die Autobahn A2 bei Amsteg ist schneebedeckt. (Bild: Florian Arnold)

Die Gotthardautobahn A2 musste am Mittwochnachmittag zwischen Amsteg und dem Gotthard-Strassentunnel gesperrt worden. Die Schneeräumungsarbeiten stiessen an ihre Grenzen, da diverse Unfälle und die anhaltend schlechte Wettersituation die Arbeiten erschwerten. Ebenfalls zeitweise gesperrt wurde der Gotthard-Tunnelin Richtung Norden.

Im Urnerland sei der Schnee vielerorts bis in tiefe Lagen gefallen, teilte der Verkehrsinformationsdienst viasuisse mit. Wegen der prekären Strassenlage standen auf dem Abschnitt Wassen - Göschenen der A2 diverse Lastwagen quer auf der Fahrbahn.

Auf der A2 wurde der Schwerverkehr entlang der Autobahn in Warteräumen angehalten. Der Schwerverkehr konnte nicht mehr in die Schweiz einreisen, da der Warenzoll Chiasso-Brogeda wegen des Schneefalls im Urnerland gesperrt wurde.

A2 wieder passierbar

Nach einer über sechsstündigen Sperrung wurde die A2 Richtung Süden zwischen Amsteg und Göschenen ab 21 Uhr wieder passierbar, wie viasuisse am Abend mitteilte. Auch sämtliche querstehenden Lastwagen und Personenwagen hätten aus ihrer misslichen Lage befreit werden können. Viele der steckengebliebenen Automobilisten waren mit der Sommerausrüstung unterwegs. Für die Lastwagen bleibt die A2 auch am Donnerstagmorgen gesperrt.

Autoverlad Furka eingestellt

Wegen starken Schneefällen sind am Donnerstagmorgen sowohl die Strasse zwischen Göschenen und Hospental wie die Strecke der Matterhorn-Gotthard-Bahn zwischen Realp und Hospental sowie zwischen Andermatt und Dieni unterbrochen. Der Autoverlad am Furka ist eingestellt. Es verkehren keine Ersatzbusse.

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65cm Schnee im Meiental UR (Bild: Leser Peter Lienert)
27 Bilder
Schnee auf 850 m ü.M. auf dem Steinhuserberg. (Bild: Leserbild Josef Lustenberger)
Winter-Wunderland bei der Luftseilbahn Schattdorf-Haldi (Bild: Webcam)
Winterlicher Herbst auf dem Steinhuserberg (Bild: Leser Josef Lustenberger)
Schnee auf Sattel-Hochstuckli (Bild: Leser Dieter Brendel)
In Oberdorf schützen die Bäume die Wiese vor einer totalen Schneedecke. (Bild: Leserin Edith Pargger)
Schnee in Göschenen (Bild: Leser Enrico Mahler)
Der grosse Schneefall vom 5.11. auf den 6.11. mit bis 70cm Schnee in Andermatt: Er hat die Winter-erprobten Schneefinken, oder auch Schneesperlinge genannt, an das Futterhäuschen unserer Leserin gelockt. (Bild: Leserbild Gabriela Russi)
Gesehen auf dem Steinhauserberg: Herbst und Winter reichen sich die Hände. (Bild: Leserbild Josef Lustenberger)
«Ob sich da die Mäuse noch blicken lassen?» Unser Leser hat diese Katze im Schnee auf dem Steinhauserberg fotografiert. (Bild: Leserbild Josef Lustenberger)
Beim Koloniespielplatz in Erstfeld. Schöne Natur nach dem ersten Schneefall – sieht aus wie dekoriert. (Bild: Leserbild Geni Wipfli)
Schnee in Morschach (Bild: Webcam)
Da will wohl der Winter dem Herbst den Garaus machen, fotografiert auf dem Steinhuserberg. (Bild: Leser Josef Lustenberger)
23cm Schnee in Realp (Bild: Leserin Annemarie Indergand-Simmen)
Tolles Winter-Panorama: Der Härzlisee in Brunni oberhalb von Engelberg. (Bild: Webcam)
Biel Kinzig in Bürglen (Bild: Webcam)
Hoch-Ybrig - Bergstation (Bild: Webcam)
Melchsee-Frutt Dorf (Bild: Webcam)
Schnee in Realp am Donnerstagmorgen. (Bild: Webcam)
Göscheneralp (Bild: Webcam)
Die Polizei leitet den Verkehr bei Amsteg am Mittwochabend ab der Autobahn. (Bild: Florian Arnold)
Viele Autofahrer waren mit Sommerpneus unterwegs und blieben im Schnee stecken. (Bild: Florian Arnold)
Vor dem Gotthard staut sich der Verkehr wegen des Schneefalls. Und in Altdorf hat der Schnee auf den Strassen angesetzt. (Bild: Webcams)
In Allenwinden im Kanton Zug hat heftiger Schneefall eingesetzt. (Bild: Leser Heiri Süess)
Eine feine Schicht Schnee bedeckt die Hügel auf rund 500m über Meer oberhalb von Stans. (Bild: Keystone)
Mythenregion Schwyz – Einsiedeln (Bergstation Brunni-Holzegg) (Bild: Webcam)
Schneefall in Wangen SZ (Bild: Leserreporter)

65cm Schnee im Meiental UR (Bild: Leser Peter Lienert)

Schnee bis fast ins Flachland

Am südlichen Alpenhauptkamm dürften auf 2000 Metern Höhe bis Mittwochnachmittag 100 bis 150 Zentimeter Neuschnee gefallen sein, sagte der Meteorologe von MeteoSchweiz. Auf der Bettmeralp im Goms im Wallis lagen beispielsweise am Mittwochmorgen bereits rund 60 Zentimeter Schnee. Im Tagesverlauf seien noch einmal 20 bis 30 Zentimeter hinzugekommen.

Während auf der Alpensüdseite die Schneefallgrenze nur bis auf rund 1000 Meter herunterkam, war es im Norden deutlich kälter. Am Mittwochnachmittag schneite es bis auf rund 600 Meter hinunter. Der Meteorologe rechnete sogar damit, dass bis Donnerstag im Mittelland bis auf 500 Meter Schneeflocken fallen könnten.

Zahlreiche Alpenpässe geschlossen

Zahlreiche Alpenpässe mussten bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt werden, so der Lukmanierpass, Forcola di Livigno, Splügen, Umbrail und der Grosse St.-Bernhard Pass. Schneebedeckt waren die Alpenübergänge Bernina, Albula, Julier, Flüela, Ofen sowie der Simplonpass, der für Lastenzüge gesperrt war. Bereits Wintersperre haben die Pässe Gotthard, Susten, Grimsel, Oberalp, Klausen, Nufenen, San Bernardino und Furka.

Verletzter bei Föhnsturm

Vor dem Wintereinbruch war am Dienstag ein Föhnsturm über die Schweiz hinweggefegt. Dabei fiel in Sevelen SG ein 67-jähriger Mann durch einen Windstoss vom Dach seines Gartenhauses. Er verletzte sich dabei so schwer, dass er von einem Rettungshelikopter ins Spital geflogen werden musste.

In Oberriet SG deckte der Wind das Dach einer Scheune ab, in Bad Ragaz SG flogen Ziegel von einem Hausdach. In Chur liessen Böen Bäume umstürzen, Ziegel und Bleche von den Dächern wehen sowie Werbebanner aus der Verankerung reissen, wie die Polizei mitteilte.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich bis auch weiteres nicht im Wald und in Parkanlagen aufzuhalten. Die Strecke der Rhätischen Bahn war am Mittwochmorgen zwischen Chur und Arosa wegen Sturms unterbrochen. Er verkehrten Ersatzbusse.

Der Föhn sorgte in Wädenswil am Zürichsee mit 107 km/h für einen neuen Föhnrekord seit Messbeginn 1981, wie MeteoSchweiz auf Anfrage bekannt gab. In den Bergen gab es laut dem Wetterdienst Meteonews Orkanböen bis 187 km/h. Dieser Spitzenwert wurde auf dem Titlis gemessen. Auf dem Jungfraujoch, in Les Diablerets sowie auf dem Gornergrat war es nicht minder stürmisch.

Riesige Wassermengen im Tessin

Seit Montagnachmittag gab es in der Südschweiz anhaltende Niederschläge mit teilweise riesigen Wassermengen. Der Höchstwert wurde in Camedo im Centovalli mit 370 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden bis Mittwochnachmittag gemessen, wie MeteoSchweiz auf Anfrage bekannt gab. Innert 24 Stunden bis am Mittwochmorgen waren es 257 Liter Regen pro Quadratmeter. Für die Periode Oktober bis Dezember war dies der vierthöchste Tageswert seit Messbeginn 1901.

In den übrigen Tessiner Gebieten sowie im südlichen Graubünden und dem südöstlichen Wallis gab es zwischen 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter.

Im Grossraum Lugano wurde ein Teil der Strasse zwischen Pregassona und Cureggia überspült, so dass die Fahrzeuge nur auf einer Spur verkehren konnten, wie die Tessiner Kantonspolizei bekannt gab.

Auf der Bahnstrecke zwischen Cadenazzo TI und Luino (I) musste bis Donnerstagmittag mit Verspätungen von rund 15 Minuten gerechnet werden. Auf der italienischen Seite der Strecke bestand laut SBB die Gefahr eines Erdrutsches.

sda/rem