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URI: Wolf in Unterschächen gesehen

Seit Dienstag ist der Wolf zum Abschuss freigegeben. Nun wurde er angeblich im Schächental gesichtet. Dort darf er aber vorerst nicht geschossen werden.
Anian Heierli und Florian Arnold
Naturschutzorganisationen bedauern die aktuelle Abschussfreigabe für den Wolf. (Bild: Keystone / Tinatin Kiguradze)

Naturschutzorganisationen bedauern die aktuelle Abschussfreigabe für den Wolf. (Bild: Keystone / Tinatin Kiguradze)

Anian Heierli und Florian Arnold

Das Mass ist voll: 32 Schafe sind bisher ums Leben gekommen, 12 werden noch vermisst. Sicherheitsdirektor Beat Arnold entschied gestern deshalb, den Wolf zum Abschuss freizugeben. «Es gibt definitiv schönere Geschäfte, als diesen Entscheid zu fällen», sagte Arnold gestern gegenüber unserer Zeitung. «Aber ich habe die Interessen abgewogen und zu Gunsten unserer Nutztiere entschieden.»

Die Entscheidungskompetenz lag allein bei Arnold. Dieser hatte sich aber mit den Nachbarkantonen sowie dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) abgesprochen. «Es hat sich herauskristallisiert, dass ein Abschuss verfügt werden kann», so Arnold. Die entsprechende Expertenkommission stehe einstimmig hinter seinem Entscheid.

Während der nächsten 60 Tage kann der Wolf nun im Streifgebiet, in dem er bisher gewütet hat, von der Wildhut geschossen werden. Dazu zählen Teile der Gemeinden Seelisberg, Bauen, Isenthal, Attinghausen und Erstfeld. Ausgenommen ist das eidgenössische Jagdbanngebiet Urirotstock. Falls der Wolf innert Frist nicht erlegt wird, kann diese um weitere 30 Tage verlängert werden, sofern der Wolf wieder zugeschlagen hat.

Warnmeldung fürs Schächental

Nun scheint es aber, als hätte der Wolf von seinem Todesurteil erfahren: Gestern Nachmittag gab die Urner Jagdverwaltung eine Wolfswarnmeldung heraus, die sich an Schafhalter richtet. Laut dieser wurde ein Wolf in Unterschächen beim Mühlebach – also ausserhalb des Abschussgebiets – gesehen. «Ob der in Unterschächen gesichtete Wolf derselbe wie im Isental ist, ist reine Spekulation», sagt der Urner Jagdverwalter Josef Walker. Allerdings handle es sich um zuverlässige Aussagen der Passanten.

Auf alle Fälle sind die Schafhalter nun gefordert, Schutzmassnahmen zu ergreifen. Das betroffene Gebiet im Isental sei analysiert worden, sagte Sicherheitsdirektor Arnold. «Vom ersten Riss an haben wir mit den Herdenschutzbeauftragten nach Massnahmen gesucht, die nun ergriffen werden konnten.» Allerdings nehme es viel Zeit in Anspruch, den Herdenschutz aufzuziehen. Arnold geht deshalb davon aus, dass nun viele Schafe vorübergehend auf behirtete Weiden gebracht werden.

Nidwalden plant Verfügung

Auch wenn es kritische Stimmen gibt (siehe Box), ist der Entscheid Beat Arnolds breit abgestützt. So auch von der Nidwaldner Regierung, wie Sicherheitsdirektorin Karin Kayser gestern bestätigte. Diese plant ihrerseits ebenfalls eine Abschussverfügung, da der Wolf auch Grenzgebiet von Nidwalden streifte.

Fakt ist: Die Bedingungen des Wolfskonzepts für einen Abschuss sind erfüllt. So kann eine Abschussverfügung erteilt werden, wenn in einem Monat 25 Nutztiere respektive 35 Nutztiere in vier Monaten gerissen werden. In den Folgejahren zählen jedoch nur Risse nach dem Ergreifen von Schutzmassnahmen.

«Abschuss ist keine Lösung»

AH. «Die Gruppe Wolf Schweiz bedauert, dass der Wolf im Isenthal zum Abschuss freigegeben ist», heisst es in einer Medienmitteilung. Man wolle nun die Grundlagen der Abschussbewilligung vertieft überprüfen. «Alle gerissenen Nutztiere waren nicht optimal gegen Wolfsangriffe geschützt, was zu bedauern ist.» Weil im Gebiet Isenthal jedoch bis Anfang Juni noch keine Wölfe festgestellt wurden, können die Tierschützer das Fehlen von Herdenschutzmassnahmen nachvollziehen. Abschüsse von Wölfen stellen für sie aber keine langfristige Lösung dar.

Mitarbeiter der Gruppe Wolf Schweiz waren in den vergangenen Tagen selber im Isental. Sie konnten sich von einigen Sofortmassnahmen überzeugen. «Allerdings weiden noch immer Schafe ungeschützt im Gebiet», so die Gruppe Wolf Schweiz. «Der Schutz dieser Schafe hat umgehend zu erfolgen.»

WWF will Fakten prüfen

«Der Abschuss des Wolfs ist keine Lösung» titelte der WWF Schweiz gestern in einer Medienmitteilung. Der Kanton Uri habe das Todesurteil gegen den Wolf im Isental gefällt. Der WWF Schweiz bedauert diesen Entscheid. Man werde die Faktenlage genau prüfen und sich rechtliche Schritte vorbehalten.

«Ein Abschuss vertagt Probleme nur, statt sie zu lösen», so der WWF. Die Vorfälle würden zeigen, was passiere, wenn Schutzmassnahmen fehlen würden. «Es braucht einen flächendeckenden, umgesetzten Herdenschutz. Es kann nicht sein, dass der Wolf immer wieder dafür bestraft wird, dass wir in der Schweiz unsere Hausaufgaben noch nicht gemacht haben.»

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