URI: Zweite Gotthardröhre: Bank erhält Drohungen

Exponenten der Urner Kantonalbank (UKB) engagieren sich gegen eine zweite Röhre. Das gefällt SVP und FDP so gar nicht.

Bruno Arnold
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Bankratspräsident Hansruedi Stadler (links) und Urs Traxel, Vorsitzender der UKB-Geschäftsleitung, haben Post erhalten, die Zündstoff beinhaltet. (Archivbild Neue UZ/bar)

Bankratspräsident Hansruedi Stadler (links) und Urs Traxel, Vorsitzender der UKB-Geschäftsleitung, haben Post erhalten, die Zündstoff beinhaltet. (Archivbild Neue UZ/bar)

«Parteimitglieder und parteiungebundene Vertreter von Gewerbe und Wirtschaft stellen offen die Reduktion oder die Aufgabe der Beziehungen mit der Urner Kantonalbank UKB in Aussicht»: Das steht in einem Brief der FDP Uri an den UKB-Bankrat. Die SVP hat mit einem zweiten Schreiben in die gleiche Kerbe gehauen. «Es stört tatsächlich immer mehr Leute, dass sich Exponenten der UKB in der Frage der zweiten Röhre öffentlich engagieren», sagt FDP-Uri-Präsident Matthias Steinegger auf Anfrage. Er meint damit vor allem die Tatsache, dass Bankratspräsident und Altständerat Hansruedi Stadler sowie UKB-Personalchef Leo Brücker als Co-Präsidenten des Komitees «Nein zur zweiten Röhre am Gotthard» amtieren. «Wenn wichtige Vertreter der Bank aus ideologischen Gründen mit ihrem Widerstand gegen die Sanierungsvariante die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons gefährden, so ist dies mit dem strategischen und operativen Auftrag der Bank nicht mehr vereinbar», erklärt der FDP-Präsident.

Bankrat und Komitee setzen sich zur Wehr

«Jede Person hat das Recht, ihre Meinung frei zu bilden und zu äussern. Dies gilt für alle Bürger, unabhängig davon, ob sie vom Landrat als Mitglied einer öffentlich-rechtlichen Institution gewählt wurden», heisst es in der Antwort des Bankrats an die Parteien.

Mit deutlichen Worten wehren sich die Gegner der zweiten Gotthardröhre in ihrer Stellungnahme. Das «Urner Komitee Nein zur zweiten Röhre am Gotthard» stellt sich dabei klar hinter seine Co-Präsidenten Hansruedi Stadler und Leo Brücker. Stadler vertrete nicht nur die Haltung des Urner Volkes, sondern auch jene des Regierungsrats. Und weiter:  «Was FDP und SVP jetzt betreiben, grenzt an Nötigung und Erpressung.»