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URI/BERN: Felsstürze gehören zum Restrisiko in der Natur

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Steine im Gebirge lösen und direkt einen Zug treffen, ist extrem klein. Genau ein solcher Vorfall hat sich nun am Wochenende auf der Gotthard-Bahnstrecke ereignet. Es drängt sich die Frage auf, ob die Sicherheit im Winter ausreichend gewährleistet ist.
Das Felssturzgebiet liegt über der Bahnlinie. (Bild Urs Hanhart)

Das Felssturzgebiet liegt über der Bahnlinie. (Bild Urs Hanhart)

Verantwortlich für den Unfall am Wochenende waren wohl die starken Niederschläge. «Es gab grosse Regenmengen innerhalb kurzer Zeit, die dazu führten, dass sich einzelne Gesteinsformationen vom anstehenden Fels ablösten», erklärt Stefan Flury, Kantonsingenieur von Uri.

Mit dem langen und trockenen Sommer habe der Unfall nichts zu tun gehabt, sagte er der Nachrichtenagentur sda. Er bezeichnet den Abbruch als «lokales Phänomen, das nicht ausgeschlossen werde kann».

Auch SBB-Sprecher Christian Ginsig sagte, dass es immer ein gewisses Restrisiko in der Natur gebe. Das Unternehmen investiert eine beträchtliche Summe, dass solche Unfälle verhindert werden können. Jährlich 53 Millionen Franken fliessen in den Bereich Natur und Naturrisiken.

Damit finanziert die SBB unter anderem Auffangnetze mit Warnsystemen. Das System löst Alarm aus, sobald es eine Bewegung im Netz erkennt. «Normalerweise haben wir so eine Vorwarnzeit und können die Züge frühzeitig stoppen», sagte Ginsig der sda.

Felsabbrüche im Winter seltener

Am Wochenende sei der Steinschlag und der durchfahrende Zug zeitgleich zusammengefallen. «Das ist extrem selten», so Ginsig. Das Netz habe seinen Zweck aber weitgehend erfüllt und die Steine einige Sekunden aufgehalten.

Entgegen anderen Vermutungen, sind im Winter Felsabbrüche eher selten. Gefährlicher werde es im Frühling, wenn Wasser in Klüften bei Temperaturschwankungen gefriert und so eine grosse Sprengwirkung bekommt, die dann zu Ablösungen führen können, sagte Flury. Gerade deshalb werden im Frühling Felsreinigungen durchgeführt, um loses Gestein zu beseitigen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person zu Schaden kommt, ist indes klein. «Das individuelle Todesfallrisiko liegt bei 0,00001», sagte Ginsig. Das heisse, eine Bahnkunde könne im Laufe eines Jahres 100'000 mal durch eine Gefahrenzone fahren, ohne zu Tode zu kommen. Auf der Gotthard-Achse gestorben ist bis jetzt genau eine Person im Jahr 1951.

Basis-Tunnel verringert Risiko

«Der Basis-Tunnel, der 2016 öffnen wird, vermindert das Risiko zusätzlich», sagte Ginsig. Die alpine Zone werde gar nicht mehr befahren und nur noch für regionale Züge und als Ausweichroute genutzt. Deshalb errichte man auch keine zusätzlichen Massnahmen auf dieser Strecke.

Ein Ausbau sei nicht vorgesehen; die Sicherheitseinrichtung mit dem Auffangnetz werden aber nach dem Vorfall vom Wochenende aber wieder in Stand gesetzt. Zusätzlich müssen 2,2 Kilometer Schiene erneuert sowie der Zug und eine Fahrleitung repariert werden. Dies kommt die SBB teuer zu stehen. Ginsig kann zwar noch keine Zahlen nennen, aber ein ähnlicher Felssturz verursachte 2012 einen finanziellen Aufwand in zweistelliger Millionenhöhe.

sda

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