Uris Grüne wollen den schweizweiten Rückenwind nutzen

Nach dem Grosserfolg bei den nationalen Wahlen wollen die Grünen auch in Uri durchstarten. Dazu erhielten sie Tipps von Regula Rytz.

Urs Hanhart
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Nationalrätin Regula Rytz (links) zusammen mit Eveline Lüönd, Landrätin und Präsidentin Grüne Uri.

Nationalrätin Regula Rytz (links) zusammen mit Eveline Lüönd, Landrätin und Präsidentin Grüne Uri.

Bild: Urs Hanhart (21. August 2020)

Die Grünen Uri hielten am Freitag im Kulturkloster Altdorf eine ganz spezielle Mitgliederversammlung ab. Geladen waren nicht nur Parteimitglieder, sondern auch zahlreiche Sympathisanten, darunter der SP-Regierungsrat Dimitri Moretti.

Der prominenteste Gast aber war Regula Rytz, die im Herbst 2019 die Grünen Schweiz als deren Präsidenten auf nationaler Ebene zu einem grossen Wahlsieg geführt hatte. Inzwischen hat die charismatische Berner Nationalrätin den Parteivorsitz an den Zürcher Balthasar Glättli abgetreten. Ursprünglich hätte die Mitgliederversammlung schon viel früher stattfinden sollen. Aber die Coronapandemie zwang die Parteileitung zu einer Verlegung in den Sommer hinein.

Die Mitgliederversammlung wurde als Neustart deklariert. Dazu sagte Vorstandsmitglied Alf Arnold: «Nach dem Grosserfolg der Grünen bei den nationalen Wahlen, an dem Regula Rytz grossen Anteil hatte, versuchen wir nun auch in Uri das Pflänzchen zum Blühen zu bringen. Ähnliche Bemühungen laufen derzeit auch in Schwyz.»

Landrätin Eveline Lüönd, Präsidentin der Grünen Uri, unterstrich: «Unser Ziel ist es, den Kanton Uri grüner zu machen.» Um Ideen zu sammeln, wie das erhoffte Durchstarten angepackt werden soll und welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen, wurde im Garten des Kulturklosters eine rund einstündige Diskussionsrunde durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen später ins Tätigkeitsprogramm der Partei einfliessen.

Rytz: «Es braucht Herz, Kopf und Rückgrat»

Im Vorfeld des Gartenabstechers gab Rytz ihren Parteikollegen einige interessante Denkanstösse und Tipps. Sie betonte: «Für mich ist es eine grosse Ehre beim Neustart der Grünen Uri mit dabei sein zu dürfen. Es ist wunderbar, dass die Grünen zusammen mit der SP die Politik beeinflussen, gestalten und die politische Agenda bestimmen will. Wenn man es geschickt anpackt, kann man auch aus einer Minderheitenposition viel bewegen.» Aber man brauche dazu Herz, Kopf und Rückgrat. Was muss man für den Erfolg tun? Dazu sagte Rytz: «Für mich ist klar, dass man eine Partei von unten aufbauen sollte. Nicht so wie bei der SVP, wo der Takt von oben herab aus Herrliberg vorgegeben wird.» Darüber hinaus brauche es Leute, die den Mut hätten, für ihre politischen Vorstellungen und Überzeugungen hinzustehen, auch wenn sie noch nicht Mainstream darstellten. Viele Themen, die von den Grünen vor 20 Jahren in die politische Diskussion geworfen worden seien wie etwa Tempo-20-Zonen, hätten selbst bürgerliche Parteien übernommen und seien inzwischen mitten in der Gesellschaft angekommen. Nicht zuletzt brauche eine Partei ein klares Profil. Sie müsse spüren, wo der Schuh drücke und diese Anliegen aufnehmen.

Die Parolen für den 27. September beschlossen

An ihrer Mitgliederversammlung haben die Grünen Uri ihre Abstimmungsparolen für die kantonalen Abstimmungen vom 27. September gefasst. Zur Änderung des Gesetzes über die direkten Steuern im Kanton Uri wird ein Ja empfohlen. Die Grünen unterstützen auch die geänderte Aufgabenteilung und Teilrevision des Finanz- und Lastenausgleichs zwischen dem Kanton und den Gemeinden im Kanton Uri. Ebenso wird die Änderung des Gesetzes über die Familienzulagen zur Annahme empfohlen. Ja sagen die Grünen auch zum Gesetz über den Ausstand und zum Kredit für die Umsetzung der ersten Tranche des Radwegkonzepts. Zur Änderung des kantonalen Fuss- und Wanderweggesetzes wurde Stimmfreigabe beschlossen.

Bei den nationalen Vorlagen empfehlen die Grünen ein Nein zur Änderung des Jagdgesetzes, zur Kündigungsinitiative, zu den Kampfjet-Milliarden und zum Steuerabzug für Kinder. Ja sagen sie zum Vaterschaftsurlaub.