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URI/TESSIN: Maultiere dienen auch der Wissenschaft

Die Maultiere, die in der SRF-Sommerserie das Gepäck über den Gotthard schleppten, wurden genau untersucht.
Martin Uebelhart
Marie Pfammatter (links) und Sina Huwiler untersuchen ein Maultier. (Bild F. X. Brun)

Marie Pfammatter (links) und Sina Huwiler untersuchen ein Maultier. (Bild F. X. Brun)

Jetzt stehen sie wieder im Stall in Schwanden im Emmental: die drei Maultiere Pesche, Brenda und Pasqua, die im Rahmen der Sommerserie von «Schweiz aktuell» den beschwerlichen Weg der Säumer über den Gotthard von Flüelen nach Giornico unter die Hufe genommen haben. Mussten sich die Tiere von der Woche, in der sie das Gepäck der Protagonisten der Fernsehsendungen getragen hatten, speziell erholen? «Es ist ein wenig wie in unserem Alltag», meint Maultierzüchter Hans­ueli Weber. «Auch wir sind nach einer Woche froh, wenn wir uns erholen können.» Seinen Maultieren gehe es gut, sagt Weber. «Es ist gut möglich, dass ich mehr Muskelkater hatte als sie», meint er. Die Woche sei sehr streng, anspruchsvoll und erlebnisreich gewesen, erzählt er. Die Landschaft habe ihn besonders beeindruckt. «Herausfordernd waren immer wieder kleine, fiese Stellen, die man auf den ersten Blick nicht gesehen hat.» An solchen Punkten habe mitunter gar das Gepäck ab- und anschliessend wieder aufgeladen werden müssen.

Stresslevel bestimmen

Die Chance, die Maultierkarawane aus wissenschaftlicher Sicht durch die Kantone Uri und Tessin zu begleiten, haben zwei Studentinnen der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen bei Bern gepackt. Sina Huwiler und Marie Pfammatter spezialisieren sich auf Pferdewissenschaften.

Marie Pfammatter will anhand täglich genommener Kotproben den Cortisollevel eruieren. Anhand des Hormons lassen sich Aussagen dazu machen, wie viel Stress die Tiere in den vergangenen 24 Stunden ausgesetzt waren.

Puls, Atmung, Temperatur

Sina Huwiler untersucht in ihrer Arbeit die Leistungsfähigkeit der Maultiere. «Ich habe morgens, während der Pausen und abends die Herz- und Atemfrequenz sowie die Körpertemperatur der Tiere festgehalten», erzählt sie. Dank einer Pulsuhr habe die Herzfrequenz auch unterwegs festgehalten werden können. Auch die Umgebungstemperatur und die Luftfeuchtigkeit habe sie registriert. Die gesammelten Daten will sie nun statistisch auswerten. Damit sollen Aussagen über die Leistungsfähigkeit der Tiere gemacht werden und ob das Trecking besonders streng gewesen ist. Ein erster Blick in die Daten habe gezeigt, dass sich die überprüften Werte während der Märsche nicht ungewöhnlich erhöht hätten, sagt Sina Huwiler. «Den Tieren ist es gut gegangen. Sie haben gut gegessen und getrunken.»

Die beiden Studentinnen waren dankbar für die Chance, über Maultiere forschen zu können. «Die Datenlage zu den Tieren ist dünn. Die letzten Untersuchungen wurden in den 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gemacht,» betont sie. Das Trecking habe den beiden Spass gemacht. «Die Landschaft war wunderschön, ich wandere gerne, und ich habe die Tiere sehr gerne», so Sina Huwiler.

«Werte im normalen Bereich»

Hansueli Weber erwartet von den Untersuchungen der Studentinnen keine bahnbrechenden Ergebnisse: «Es hat sich ja schon gezeigt, dass die gemessenen Werte im normalen Bereich sind», sagt er. Gleichwohl sei es gut gewesen, dass das Trecking wissenschaftlich begleitet worden sei. Das nehme den Hobbytierschützern den Wind aus den Segeln, die behaupteten, wie brutal die fünf Tage für die Tiere gewesen seien, hält Weber fest.

Martin Uebelhart

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