Urner Abendläufe fallen dem Coronavirus zum Opfer

Erstmals in ihrer langen Geschichte sind die Urner Abendläufe abgesagt worden. OK-Chef Pirmin Walker erklärt warum.

Urs Hanhart
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Bilder wie dieses vom letztjährigen Urner Abendlauf wird es in diesem Jahr keine geben.

Bilder wie dieses vom letztjährigen Urner Abendlauf wird es in diesem Jahr keine geben.

Bild: Urs Hanhart, Seedorf, 4. September 2019

In den 27 Jahren seit Bestehen der Urner Abendläufe sind die Organisatoren vom STV Altdorf schon mehrfach harten Prüfungen unterzogen worden. Nach dem Unwetter von 2005 sahen sie sich beispielsweise gezwungen, die dreiteilige Laufserie kurzfristig vom damals überschwemmten Reussdelta in Seedorf ins Gebiet der Feldli-Anlagen in Altdorf zu verlegen. Jedenfalls fanden die Veranstalter stets eine Lösung, um den beliebten Event abzuhalten.

In diesem Jahr ist nun aber alles anders. OK-Chef Pirmin Walker und seine OK-Kollegen sehen sich gezwungen, das Handtuch zu werfen. Der Grund dafür ist die Coronapandemie beziehungsweise die damit verbundenen Auflagen. «Schweren Herzens haben wir uns entschieden, die Abendläufe 2020 abzusagen», sagt Walker. Er liefert gleich mehrere Begründungen dafür. «Wir haben im engen Start- und Zielbereich beim Seerestaurant von der Infrastruktur her gar nicht die Möglichkeit, die geforderten Abstände einzuhalten. Es gibt zu wenig Platz, um die Menschenströme zu kanalisieren», so Walker. «Zudem können wir das ‹Nichtdurchmischen› von Gruppen nicht gewährleisten.» Ein weiterer Punkt sei die Tatsache, dass voraussichtlich zu wenig Helfer zur Verfügung gestanden hätten, zumal der personelle Aufwand bei einer Durchführung massiv gestiegen wäre. Ein Grossteil des Helferstabs gehört der Gruppe der über 65-Jährigen an.

Verschiebung in den Herbst ist kein Thema

Walker amtet in diesem Jahr bereits seit 25 Jahren als OK-Präsident der Abendläufe. «Das Jubiläum hätte ich mir natürlich anders vorgestellt. Aber wir müssen unsere Verantwortung gegenüber den Teilnehmern und Helfern wahrnehmen und dürfen das Risiko nicht eingehen, dass die Abendläufe zu einem Hotspot für eine Coronavirus-Verbreitung werden», erklärt Walker. «Damit würden wir dem Kanton keinen Gefallen erweisen.» Terminiert war die Laufserie auf den Zeitraum Ende August bis Anfang September. Eine Verschiebung in den Herbst war laut dem OK-Chef keine Option. Seine Begründung: «Einerseits wäre es schon viel zu dunkel, um Abendläufe abhalten zu können, und andererseits weiss derzeit niemand, wie sich die Coronasituation entwickelt.»

Für die Absage beziehungsweise Verschiebung der 27. Austragung der inzwischen teilnehmermässig grössten Urner Laufsportveranstaltung auf 2021 hat Walker viel Verständnis erfahren. Negative Feedbacks habe er für diesen Entscheid keine erhalten. «Die Sportler sind zwar allgemein sehr hungrig, sich an solchen Events wieder ins Zeug zu legen. Aber sie sehen ein, dass es keinen Sinn macht, etwas durchzustieren, das möglicherweise die Gesundheit gefährdet», so der OK-Präsident.

Termine für 2021 stehen bereits fest

Von diesem grössten Rückschlag in der Geschichte der Abendläufe lässt sich Walker jedoch nicht entmutigen. Er blickt optimistisch in die Zukunft und betont: «Die Austragung der Abendläufe 2021 ist bereits gesichert. Wir haben die Termine auf den 18. und 25. August sowie den 1. September festgelegt.» Die bereits beschafften Erinnerungspreise für die diesjährige Austragung sollen den Teilnehmern im nächsten Jahr abgegeben werden. «Die Läufer können sich jetzt schon darauf freuen, denn es gibt tolle Preise», so Walker. «Ich hoffe, dass uns die Sportler die Treue halten und 2021 wieder in grosser Zahl antreten werden. Zudem hoffen wir, dass uns auch unsere Sponsoren weiterhin unterstützen.» Entsprechende Gespräche sollen bald stattfinden.

Walker will auch weiterhin die Hauptverantwortung tragen. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin im OK-Präsidium ist derzeit noch nicht in Sicht. «Ich bin nach wie vor mit vollem Elan bei der Sache», versichert Walker und ergänzt: «Mit einem derart guten und zuverlässigen Team im Rücken kann ich beruhigt noch etwas weitermachen», sagt Pirmin Walker.