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URNER ABENTEUER: Sie begeben sich auf den 350-Kilometer-Mega-Trip

Sanna Laurén und Markus Fehlmann wollen den Urner Alpenkranz am Stück abwandern. Vor den beiden Naturbegeisterten liegen 40 Wandertage, 350 Kilometer, 56000 Höhenmeter und eine grosse Portion Abenteuer.
Florian Arnold
Sanna Laurén und Markus Fehlmann sind bereit für die grosse Tour. (Bild: PD (Brienzer Rothorn, 15. August 2016))

Sanna Laurén und Markus Fehlmann sind bereit für die grosse Tour. (Bild: PD (Brienzer Rothorn, 15. August 2016))

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Eine Wanderung wie von Altdorf bis München oder dreieinhalbmal vom Meeresspiegel auf den Mount Everest und wieder zurück: Was andere als Höllentrip bezeichnen würden, wollen Sanna Laurén und Markus Fehlmann in den kommenden Wochen auf sich nehmen – ganz freiwillig. Für dieses Wanderprojekt reisen sie jedoch nicht etwa in die Anden oder das Himalaja-Gebirge. Der Trip findet zum grössten Teil auf Urner Boden statt. Die beiden haben sich den Urner Alpenkranz vorgenommen. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Wanderrouten. Heute starten sie ihren Trip, der bis am 18. August dauert. Insgesamt wird an 40 Tagen gewandert, einmal pro Woche legen sie einen Ruhetag ein.

2013 wurde zum letzten Mal ein Führer für den Urner Alpenkranz herausgegeben. Mit dem neuen Wanderweggesetz in Uri ist die Routensammlung aber etwas in Vergessenheit geraten, denn rund um die Wanderwege wurde die Organisation neu geregelt. Nun will der Verein Urner Wanderwege den Alpenkranz reaktivieren – und zwar mit dem Alpenkranz 2.0 mit Routenbeschreibungen auch im Internet. Jetzt werden diese mit Erfahrungsberichten und Fotos der beiden Wanderer ausgeschmückt. Von ihrem Trip wollen sie täglich einen Blogeintrag auf Facebook verfassen.

Sie zieht die Schweiz dem Rest der Welt vor

Es sind die Berge, wegen denen sich die Finnin Sanna Laurén vor fünf Jahren in der Schweiz niederliess. «Hier habe ich meinen Platz gefunden», sagt die weit Gereiste, die unter anderem in Frankreich und Japan in der Tourismusbranche als Skireiseleiterin und Ressortmanagerin tätig war. «Finnland ist mir leider einfach zu flach.» Skifahren, Snowboarden, Surfen, Reiten, Klettern, Trekking: Kaum eine Sportaktivität, die sie in der freien Natur noch nicht ausprobiert hat.

So ist es nicht verwunderlich, dass sie ihren Lebenspartner Markus Fehlmann beim Sport im Freien kennen lernte. «Es war der letzte Tag der Wintersaison, als wir uns auf dem Gemsstock das erste Mal sahen», erinnert sich die 38-Jährige. Auch dem gelernten Maschinenzeichner, der sich später zum Sozialpädagogen weiterbildete und einen Master in Prävention und Gesundheitsförderung abschloss, ist die Natur sehr wichtig. Zu seinen Hobbys zählen unter anderem Bienen. Aber auch auf Bewegung legt der 44-jährige Fehlmann wert: Seit 2008 ist er bei der Gesundheitsförderung Uri als Fachstellenleiter und kantonaler Beauftragter für Gesundheitsförderung tätig. Und im Maderanertal kaufte er sich ein Heimet, das nur zu Fuss erreicht werden kann.

Wie so oft musste auch Markus Fehlmann das Ausland bereisen, um die Schönheit des eigenen Zuhauses schätzen zu lernen. Er absolvierte Trekkings in Grönland und Island. Auf der «Grande Randonnée 20» auf Korsika, die als anspruchsvollster Fernwanderweg Europas gilt, kam ihm schliesslich die Erkenntnis: «Was ich dort gesehen habe, bietet Uri mindestens auch.» Nach ein paar weiteren Gesprächen war die Idee geboren: Fehlmann wollte den Urner Alpenkranz am Stück zurücklegen – und seine Freundin war schnell überzeugt.

Andere und sich selber kennen lernen

«Einige Arbeitskollegen haben mich gefragt, ob ich verrückt sei», sagt Laurén. Doch die Faszination habe obsiegt. Sie erhielt extra Ferien. «Für mich ist es ein grosses Abenteuer.» Sie freue sich darauf, andere Menschen kennen zu lernen, aber auch den Kanton Uri. Seit ein paar Wochen wohnt das Paar im Isental. «Man ist auch mit sich selber unterwegs», weiss Fehlmann. Es bleibe viel Zeit zum Nachdenken. «Man verlässt die Komfortzone – das gibt einem viel zurück.» Sein Ziel sei es, etwas ruhiger zu werden. Der Trip werde zu einer physischen und psychischen Herausforderung.

Vor einer nicht ganz einfachen Aufgabe standen die beiden schon die vergangenen Tage. Denn was packt man in den Rucksack für eine 40-tägige Tour? «Wir müssen uns auf jegliches Wetter einstellen», erklärt Laurén. «Wir haben deshalb von der Wintermütze bis zum Bikini alles dabei.» – «Aber von allem nur ein Stück», erklärt Fehlmann. Mit dabei sind Apotheke, Notfallsender, Telefon, Solarpanel, Schreibzeug, Laptop, Fotoapparat, Karten, Kompass, Höhenmesser, Sonnencreme, -brille und -hut, Hüttenschlafsack, Mini-Handtuch und Power-Snacks für rund 20 Tage.

Das Wetter können die beiden zwar nicht beeinflussen. «Trotzdem ist es unser Ziel, den Zeitplan einzuhalten, denn die Hüttenübernachtungen sind bereits alle reserviert», sagt Fehlmann. «Wir gehen aber davon aus, dass es jeweils nicht den ganzen Tag regnet und wir in einer günstigen Zeitspanne zur nächsten Hütte gelangen können. Schlimmstenfalls ändern wir die Route.» Laurén stellt aber klar: «Wir gehen kein Risiko ein. Sicherheit ist das oberste Gebot.»

Hinweis

In einer Artikel-Serie werden die beiden Wanderer in unserer Zeitung von ihren Erlebnissen berichten.

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