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Urner Designerlehrlinge präsentieren ihre Eigenkreationen auf dem Laufsteg

An der Modeschau des Lehrateliers Uri gab es zahlreiche Outfits zu bewundern.

Urs Hanhart
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Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 29. August 2020)

Es ist ein schon fast gespenstisch anmutendes Ambiente: Rund 60 grösstenteils weibliche Zaungäste, allesamt mit Mund und Nase bedeckenden Schutzmasken im Gesicht, sitzen in der abgedunkelten Aula des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uri auf Stühlen, die grossen Abstand zueinander haben. Und es ist fast mäuschenstill. Aber dann wird es plötzlich heller, und Christine Stadler, Abteilungsleiterin Handwerk/Technik/Gesundheit, betritt den nun mit Scheinwerfern ausgeleuchteten Catwalk.

Die Bekleidungsgestalterinnen führten ihre Kreationen persönlich vor.

Die Bekleidungsgestalterinnen führten ihre Kreationen persönlich vor.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 29. August 2020)

«Die Modeschau ist jeweils das Highlight in der Ausbildung der Bekleidungsgestalterinnen. Wir mussten sie aufgrund des Lockdowns um fast vier Monate verschieben.» Umso mehr freue es sie, dass sie den Event, auf den sich sie Lernenden in den letzten Monaten intensiv vorbereitet haben, heute doch noch durchführen können. Dann fügt sie noch an: «Sie, geschätzte Gäste, dürfen insgesamt 17 Durchläufe mit 53 Outfits erleben. Ich wünsche Ihnen ganz viele inspirierende Momente.»

Von «urban» bis hin zu Abendkleidern

Stadler hatte nicht zu viel versprochen. Auf dem Laufsteg ging nämlich am Samstag während rund 40 Minuten so richtig die Post ab. Die Lernenden präsentierten unter dem Motto «Machs mit Stil» selber kreierte und geschneiderte Outfits zu den unterschiedlichsten Themen, untermalt mit jeweils passender Musik. Die Palette reichte von «Jeans, der Dauerbrenner» über «urban», «Country Style», «Sommerlich luftig» bis hin zu «Cocktail-Mode». Abgeschlossen wurde das modische Spektakel mit dem Durchlauf in Abendkleidern. Die Lernenden führten den Model-Job gleich selber aus und taten dies erstaunlich professionell.

Von den Zuschauern ernteten sie nach der Show jedenfalls begeisterten Applaus. Die angehenden Bekleidungsgestalterinnen hatten einen sehr anstrengenden Tag, zumal sie teilweise in High Heels über den Laufsteg stöckelten. Sie führten die Modeschau am Samstagnachmittag und -abend innerhalb von nur sechs Stunden nicht weniger als viermal auf. Dies wegen den Corona-Schutzmassnahmen. Aufgrund der Abstandsregeln waren pro Event maximal fünf Dutzend Zuschauer zugelassen.

Viel Zeit in die Vorbereitung investiert

Das Lehratelier Uri und der Lehrbetrieb Art da Moda in Weggis führen alle drei Jahre eine solche Modeschau durch. Dies, damit alle Lernenden einmal in den Genuss eines solchen Events kommen. Ursprünglich hätte er heuer bereits am 4. April über den Catwalk gehen sollen, was jedoch durch den Lockdown verhindert wurde. Auf das Modebistro und die Ausstellung wurde diesmal aufgrund der aktuellen Situation verzichtet.

«Unsere Lernenden haben bereits nach den Sommerferien 2019 mit den Vorbereitungen begonnen und sehr viel Zeit investiert. Deshalb sind sie natürlich sehr froh, dass sie ihre selbst entworfenen und genähten Outfits nun doch noch zeigen dürfen», sagte Gerda Walker, Leiterin des Lehrateliers Uri. Mit dabei waren übrigens auch jene Bekleidungsgestalterinnen, die ihre Ausbildung diesen Sommer erfolgreich abgeschlossen haben. Sie wollten sich dieses Highlight nicht entgehen lassen.

Eine Zeitlang bekundete das Lehratelier Uri etwas Mühe, alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Inzwischen hat sich die Situation aber wieder verbessert, wie Walker verriet: «In diesem Jahr läuft es sehr gut, und auch fürs kommende Jahr sieht es gut aus.»

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