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Urner Bienenvölker müssen vernichtet werden

Im Talboden häufen sich aktuell Fälle der Bienenkrankheiten Sauer- und Faulbrut ausserordentlich stark. Eine Rolle dürfte dabei auch die Föhnlage spielen. Betroffene Gebiete werden nun zur Sperrzone.
Elias Bricker
Mehrere Bienenvölker im Urner Talboden leiden aktuell unter bakteriellen Erkrankungen. (Bild: Florian Arnold (Spiringen, 2013))

Mehrere Bienenvölker im Urner Talboden leiden aktuell unter bakteriellen Erkrankungen. (Bild: Florian Arnold (Spiringen, 2013))

Inzwischen sind neun Fälle bekannt: Mehrere Urner Bienenvölker sind aktuell von Sauer- und/oder Faulbrut betroffen. Beides sind bakterielle Erkrankungen, die ganze Bienenvölker einfach dahinraffen. «Im Kanton Uri gab es bisher wenig Probleme mit den beiden Krankheiten», sagt Martin Grisiger, stellvertretender Kantonstierarzt. «Doch in diesem Jahr gibt es eine aussergewöhnliche Häufung von Fällen.» Seit ein Imker in Silenen Anfang Mai erstmals Sauerbrut in seinem Stand feststellte, entdeckt der Urner Bieneninspektor bei seinen Kontrollen wöchentlich neue mit den bakteriellen Erregern verseuchte Völker.

Es gibt nur eine Möglichkeit, die Krankheiten einzudämmen: Der Bieneninspektor muss sämtliche befallenen Bienenvölker in einem betroffenen Imkerstand abschwefeln, also töten. Gleichzeitig erklärt er das Gebiet im Umkreis von ein bis zwei Kilometern, je nachdem um welche Krankheit es sich handelt, zur Sperrzone.

Imker werden für den Verlust entschädigt

Der Bieneninspektor muss dann in Folge alle anderen Bienenstände in der Sperrzone überprüfen. Zudem wird die Ein- und Ausfuhr von Bienen und Waben im Gebiet vorübergehend verboten. Dies betrifft sämtliche Imker im Sperrkreis. Auch Gerätschaften dürfen nur nach gründlicher Desinfektion über die Zonengrenze gebracht werden. Wer gegen die Massnahmen verstösst, muss mit Bussen rechnen. «Inzwischen haben wir fast den halben Talboden zur Sperrzone erklärt», sagt Grisiger. Betroffen sind Gebiete um Amsteg, Silenen, Erstfeld, Schattdorf, Bürglen und Flüelen. Doch weshalb sich Fälle von Sauer- und Faulbrut aktuell im Urnerland häufen, dazu gibt es nur Vermutungen. Eine Erklärung könnten die schädlichen Varroamilben sein. «Ein starker Befall mit Varroamilben macht die Bienenvölker anfälliger für Bakterienkrankheiten wie Sauer- und Faulbrut», sagt Martin Grisiger. «Im Kanton Uri dürfte in diesem Jahr allenfalls auch der Föhn eine Rolle gespielt haben.» Denn es sei auffällig, wie sich die Krankheiten im Talboden von Süden nach Norden ausgebreitet hätten.

Die Schutzmassnahmen in Uri werden frühestens dreissig Tage nach der Vernichtung der betroffenen Bienen aufgehoben. Erst dann dürfen die Imker wieder Völker kaufen. Die Züchter werden überdies vom Laboratorium der Urkantone freiwillig für den Verlust entschädigt. «Die Entschädigung motiviert die Imker, bei kranken Bienenvölkern, den Bieneninspektor beizuziehen», sagt Tierarzt Grisiger.

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