Urner Bikerin Linda Indergand beweist im Engadin ihre Stärke in der Abfahrt – und landet auf dem zweiten Platz

Die Bikerin sorgt am Engadin Bike Giro mit Alessandra Keller für einen Schweizer Doppelsieg.

Josef Mulle
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Linda Indergand beweist, dass sie nicht nur auf Cross-Country-Strecken gute Ergebnisse erzielen kann.

Linda Indergand beweist, dass sie nicht nur auf Cross-Country-Strecken gute Ergebnisse erzielen kann.

Bild: Lynn Sigel/EGO-Promotion

Es war das erste Etappenrennen nach dem Corona-Lockdown, dem bisher alle Veranstaltungen wie Profixx Bike Cups und auch die Weltcups samt den Weltmeisterschaften in Albstadt zum Opfer fielen. Die Zusage, die fünfte Austragung des Engadin Bike Giro durchzuführen, brachte den Organisatoren um Kai Sauser die bisherige Rekordmarke von 470 Startenden ein. «Wir sind natürlich überglücklich, dass wir den Anlass, natürlich unter Einhaltung aller Schutzmassnahmen, durchführen durften. Es war eine tolle Stimmung das ganze Wochenende über und es hat dem ganzen Tross riesig Spass gemacht», so Kai Sauser der strahlende OK-Präsident.

Den angesprochenen Schutzmassnahmen war auch das Startprozedere unterworfen, denn es mussten bei allen Etappen bis eine Minute vor dem Start die Schutzmasken getragen werden. Das Betreuerfeld wurde auf ein Minimum reduziert und auch auf die Siegesfeiern musste an diesem Giro verzichtet werden.

Linda Indergand erobert zweiten Schlussrang

Auf den Rennstrecken herrschte aber jeweils Hochbetrieb, insbesondere bei den Herren war die Spannung um den Gesamtsieg geradezu hochdramatisch. Nach mehreren Wechseln an der Spitze während der Etappentage, siegte Simon Viztum vor Lukas Flückiger, die damit einen viel umjubelten Schweizer Doppelsieg realisierten. Dasselbe Szenario gab es bei den Frauen durch Alessandra Keller und Linda Indergand, die für die Schweizer Nationalmannschaft an den Start gingen. Alessandra Keller war im Feld der Elite Frauen eine Klasse für sich, konnte sie doch alle drei Etappen als Solosiegerin beenden. Linda Indergand, sie belegte in der ersten kurzen Etappe den 4. Rang, bei der samstäglichen Königsetappe konnte sie aber mit einem 2. Rang in der Gesamtwertung zwei Plätze gutmachen.

Richtig viel leiden musste die Urnerin vor allem im Anstieg der letzten Etappe mit fast 1000 Höhenmetern am Stück hinauf zum Suvrettapass. Dies auch, weil es in der Etappe davor die ganze Zeit wie aus Kübeln goss, und die Temperaturen auf über 2000 Metern über Meer doch recht in den Keller rumpelten. Linda Indergand, bekannt als brillante Abfahrerin, liess in der letzten schwierigsten Abfahrt noch drei Konkurrentinnen stehen, und sicherte sich so den 2. Gesamtrang auf eindrückliche Art und Weise. «Also ich denke, dass ich mit diesem 2. Rang mehr als zufrieden sein darf. Ich bin sonst auf den Cross-Country-Strecken anzutreffen, trotzdem gelang es mir hier im Engadin einige Marathonspezialisten hinter mir zu lassen», lautete das Fazit der Weltklassebikerin.

Mit Philipp Schuler, ein Allrounder im Breitensportbereich, Roman Dittli und Hannes Walpen waren weitere Urner im Engadin im Einsatz und zeigten ausgezeichnete Leistungen.

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