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Urner Firma verwehrt Forscher Zutritt zu seinen Unterlagen

Im Landgericht ging es am Donnerstag um einen Konkurs eines Ingenieurunternehmens. Hintergrund ist ein Streit mit einem Forscher.
Florian Arnold
Im Gerichtsgebäude in Altdorf fiel am Donnerstag der Entscheid. (Bild: urh)

Im Gerichtsgebäude in Altdorf fiel am Donnerstag der Entscheid. (Bild: urh)

Das Urner Landgerichtspräsidium hatte sich am Donnerstag, 14. Juni, mit einem komplexen Konkurs zu befassen. Diesen hatte ein Ingenieurunternehmen angemeldet, das sich laut eigenen Angaben überschuldet hat. Heikler Punkt an der Sache: In den Räumlichkeiten der Firma war auch ein Forscher tätig, der bis 2012 selber Verwaltungsratspräsident der Firma war. Der Forscher arbeitete an einem bahnbrechenden Flugzeugantrieb und erhielt dafür Unterstützungsgelder des Bunds. Er musste aber unter einem eigenen Firmennamen forschen, dies als Auflage des Bundes. Zwischen den beiden Firmen wurde nie ein Untermietervertrag abgeschlossen.

Zutritt gerichtlich gewährt

Anfang Jahr kam es zum Streit. Vor Gericht wurde seitens der überschuldeten Firma vorgebracht, der Forscher habe Geld anders als abgemacht eingesetzt. Die verschuldete Firma liess deshalb im Januar die elektronischen Schlösser der Räumlichkeiten umprogrammieren. Auf diese Weise hatte der Forscher keinen Zutritt mehr zu seinen Unterlagen und den Gerätschaften. Über das Gericht verlangte der Forscher wieder Zutritt und erhielt Recht. Doch die überschuldete Firma verweigerte dem Forscher weiter den Zutritt. Vergangene Woche doppelte das Gericht mit einem Vollstreckungsentscheid nach. Exakt an diesem Tag deponierte die überschuldete Firma schliesslich ihre Bilanz.

Bis zuletzt auf gütliche Lösung gehofft

Als Grund für den gewählten Zeitpunkt gaben die Inhaber an, sie hätten bis zuletzt an eine gütliche Lösung gehofft. Bei entsprechendem Forschungserfolg hätten sich die finanziellen Probleme verflüchtigt. Nun glauben die Inhaber nicht mehr daran. Sollte dem Konkurs stattgegeben werden, liegt es am Konkursamt, die genauen Besitzverhältnisse der beiden Firmen festzulegen.

Die Abschlüsse, welche dem Gericht vorgelegt wurden, waren nicht von einer Revisionsstelle geprüft worden. Landgerichtspräsidentin Agnes Planzer wies auf diesen Umstand hin, liess aber offen, ob im konkreten Fall tatsächlich noch eine Revision verlangt wird. Die Aktiven sind vom Fremdkapital nicht mehr gedeckt. Das Landgerichtspräsidium hat gestern bereits einen Entscheid gefällt. Die Firma wird schriftlich darüber informiert.

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