Urner Fischzucht: Erste Bauetappe ist finanziert

Die Basis 57 nachhaltige Wassernutzung AG in Erstfeld hat erfährt viel Unterstützung für die Realisierung der grössten Zander-Zucht.

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Die Visualisierung zeigt die geplante und sich derzeit im Bau befindende Fischmast der Basis57 beim Neat-Nordportal.

Die Visualisierung zeigt die geplante und sich derzeit im Bau befindende Fischmast der Basis57 beim Neat-Nordportal.

Bild: PD

(pd/RIN) Ein ungewohntes Bild hat sich während der diesjährigen Generalversammlung der Basis57 nachhaltige Wassernutzung AG vom vergangenen Donnerstag, 2. April, geboten. Die Urner Fischzucht als Publikums-AG mit über 650 Aktionären musste die für gewöhnlich gut besuchte Versammlung aufgrund der Coronapandemie massiv abspecken. Physisch anwesend waren lediglich eine Handvoll Personen unter der Leitung von Remo Baumann, Vizepräsident des Verwaltungsrates. Die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung schalteten sich per Videokonferenz dazu.

«Die ausserordentliche Lage bedarf ausserordentlicher Massnahmen», führt Baumann aus. «Gerne hätten wir unser Aktionariat persönlich über die Projektfortschritte und noch anstehenden Meilensteine orientiert, aber die Gesundheit aller geht natürlich vor.» So setzt die Basis57 in diesem Jahr auf schriftliche Instruktionen der Aktionäre, die vorgängig brieflich eingegangen sind.

Wichtige Etappenziele sind erreicht

Im Geschäftsjahr 2019 habe die Fischzucht wiederum wichtige Etappenziele erreicht, sagt Thomas Gisler, Geschäftsführer und Gesamtprojektleiter. Im Verlauf des Jahres 2019 konnten Darlehen in der Höhe von rund 2,5 Millionen Franken von privaten Investoren beschafft werden. Auch der Technologiefonds des Bundes sagte im September 2019 der Urner Fischzucht seine Unterstützung mit einer Bundesbürgschaft von 3 Millionen Franken zu. An diese Unterstützung war auch die Zusage der Neuen Regionalpolitik (NRP) gekoppelt, die das Projekt mit 3 Millionen Franken fördert. Zusammen mit der im vergangenen Geschäftsjahr umgesetzten Kapitalerhöhungen von 1,124 Millionen Franken konnte der Finanzbedarf für die erste Bauetappe weitgehend gesichert werden.

GV im kleinen Rahmen: Remo Baumann, Verwaltungsrat-Vizepräsident (ganz links), und Thomas Gisler, Geschäftsführer (ganz rechts), trafen sich mit den Verwaltungsräten nur auf digitalem Weg.

GV im kleinen Rahmen: Remo Baumann, Verwaltungsrat-Vizepräsident (ganz links), und Thomas Gisler, Geschäftsführer (ganz rechts), trafen sich mit den Verwaltungsräten nur auf digitalem Weg.

Bild: PD

Am 10. Oktober 2019 erfolgte der symbolische Spatenstich zum Bau der Fischmast beim Neat-Nordportal und einen Monat später fuhren die Maschinen für die ersten Vorbereitungsarbeiten auf. «In der Satzfischzucht wurden zudem siebenmal erfolgreich Zander-Muttertiere gestreift», so Gisler. Dies sei künftig für einen konstanten Betrieb der Mast unerlässlich. Auf diesem Erfolg will sich die Urner Fischzucht aber keinesfalls ausruhen – die Ziele für das laufende Geschäftsjahr sind hochgesteckt. Neben weiteren asaisonalen Laichzeiten treibe die Basis57 im Jahr 2020 den Bau der Mast planmässig weiter voran. Nebst den Baumeisterarbeiten, die gut vorangekommen seien, wurden auch viele weitere Arbeiten wie Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär-und Elektroinstallationen sowie Fischzuchteinrichtungen vergeben. Dank der vorhandenen Kompetenz konnten mehrheitlich lokale Unternehmen beauftragt werden.

Bauprojekt von 8,2 auf 10,5 Millionen Franken erweitert

«Gleichzeitig werden wir die Restfinanzierung der laufenden Betriebs- und Bauphase angehen», führt der Gesamtprojektleiter aus. Dies, weil während des Projektfortschritts Projekterweiterungen und Vorinvestitionen im Hinblick auf den späteren Ausbau beschlossen wurden. «So wurde das Bauprojekt von 8,2 Millionen auf 10,5 Millionen Franken erweitert», informiert Thomas Gisler. Des Weiteren müsse aufgrund der Pandemie-Situation damit gerechnet werden, dass terminliche Verzögerungen auftreten. «Ein Liquiditätspolster, um solch aussergewöhnliche Situationen heil überstehen zu können, ist entscheidend.»

Demgemäss beantragte der Verwaltungsrat der Generalversammlung die ordentliche Kapitalerhöhung um 600 000 Franken und die genehmigte Kapitalerhöhung um 3 Millionen Franken. Die Versammlung hiess die beiden Anträge gut. Folglich wird die Basis57 in den kommenden Wochen und Monaten den bestehenden Aktionären und weiteren Interessierten wieder Aktien zum Kauf anbieten.

Investitionen sorgen für Defizit

Die Investitionen in die Planung und den Bau der Fischmast, den Betrieb der Satzfischzucht sowie der Marktaufbau schlagen sich folglich in den Büchern nieder. Die Basis57 schliesst per 31. Dezember 2019 mit einem erwarteten Defizit von rund 1 Million Franken ab. Die Generalversammlung genehmigt den Jahresbericht und die Jahresrechnung 2019. Die Versammlung bestätigt ausserdem die bisherigen Verwaltungsräte Peter Zgraggen, Altdorf, Remo Baumann, Flüelen, Max Germann, Altdorf, und Franz Inderbitzin, Andermatt, für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren. Die strategische Führung der Urner Fischzucht bleibt demnach konstant. «Das laufende Geschäftsjahr wird unserem Start-up erneut Herausforderungen bringen, denen wir weiterhin diszipliniert und konzentriert begegnen werden, um unsere Vision Realität werden zu lassen und mit den Fischfilets aus der neuen Mast im Weihnachtsgeschäft 2020 einen Vorgeschmack auf die kommenden Grossmengen geben zu können», sagt Remo Baumann.