Interview
Urner Frauen fordern Wahl von Karin Gaiser

Auf den Sozialen Medien wird für eine Wahl von Karin Gaiser in den Regierungsrat geworben. Diese freut sich über die Unterstützung, obwohl sie gar nicht offiziell kandidiert.

Markus Zwyssig
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Wird Karin Gaiser unverhofft gewählt?

Wird Karin Gaiser unverhofft gewählt?

Bild: PD

Karin Gaiser, auf Instagram und Facebook sind Aufrufe zur Wahl von Ihnen in den Regierungsrat erschienen. Was halten Sie davon?

Bei den Initiantinnen der Aufrufe handelt es sich um Frauen, die mich unmittelbar nach der Nominationsveranstaltung der CVP bereits unterstützt haben. Ich verstehe den Entscheid der Partei bis heute nicht, ohne Frau in die Regierungsratswahlen zu gehen. Denn bereits damals zeichnete sich ab, dass es keine andere Kandidatin geben würde. Alle Parteien beklagen sich, dass sich keine Frauen zur Verfügung stellen. Die CVP hätte es in der Hand gehabt, zusätzlich eine fähige Frau aufzustellen. All die Reaktionen zeigen mir, dass grosser Unmut über diese Situation herrscht.

Weshalb haben Sie daraufhin nicht wild kandidiert?

Dies geschah aus zwei Gründen. Einerseits wollte ich nicht gegen die eigene Partei antreten und anderseits wäre der finanzielle und organisatorische Aufwand enorm gewesen. Das wird total unterschätzt.

Nun haben Sie aber in letzter Minute Unterstützung erhalten. Ist das nicht zu spät?

Natürlich ist das zu spät und ich erwarte keinen Achtungserfolg. Die Standeskanzlei hat mich informiert, dass meine Stimmen am Sonntag ausgezählt werden. Aber es geht ja nicht nur darum, ob ich gewählt werde. Wichtig ist mir, dass am Sonntag ein Zeichen gesetzt wird. Für mich kann es nicht sein, dass im Kanton Uri im 21. Jahrhundert Regierungsratswahlen stattfinden, bei denen es keine Frau zu wählen gibt. Wo bleibt da die stets propagierte Frauenförderung?