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Urner geht in USA auf Bärenjagd

Corsin Risi (18) aus Bürglen hat im Austauschjahr einen Bären erlegt – dies mit «Verstand und Ehrfurcht», wie er betont. Nicht überall findet diese Aktion Anklang.
Christian Tschümperlin
Nach über einer Woche in den Wäldern von Oregon lief Corsin Risi dieser Bär vors Visier.Bild: PD

Nach über einer Woche in den Wäldern von Oregon lief Corsin Risi dieser Bär vors Visier.Bild: PD

Wenn im Kanton Uri die Meldung umgeht, es seien Spuren eines Bären gesichtet worden, zuckt der eine oder andere schon mal zusammen: Denn rasch könnte sich das Raubtier zum «Problembären» entwickeln. Andernorts auf der Welt pflegt man mit dem Tier, das in der Schweiz geschützt ist, offensichtlich einen ganz anderen Umgang. Das hat Corsin Risi aus Bürglen erfahren. In seinem Austauschjahr im US-Staat Oregon hat er einen Schwarzbären geschossen.

«Mein Gastvater war ein Jäger, der mich natürlich immer auf die Jagd mitnahm», berichtet der 18-jährige Gymischüler. Die Jagd beschreibt er als anstrengend, über eine Woche lang hielten sie in den Wäldern von Oregon nach einem Bären Ausschau. «Ich wollte schon glauben, dass es wahrscheinlich nichts mehr wird. Es war der letzte Tag der Saison, an dem man noch einen Bär schiessen konnte», so Risi. Aber dann lief ihnen ein 120 Kilogramm schwerer Bär direkt vor das Gewehr. «Mein Gastvater sah ihn zuerst, der Bär war zirka 50 Meter von uns entfernt, es war die perfekte Chance.» Corsin setzt zum Schuss an und traf, wie sich später herausstellte, 2 Zentimeter links von einem perfekten Herzschuss. Der Bär rannte weg in den Wald, Corsin und sein Gastvater verfolgten ihn. Als die beiden Jäger den Bären 100 Meter weiter unten hinter einem Baum entdeckten, war er schon fast tot. «Ich musste noch ein zweites Mal hinter den Baum schiessen, um ihn endgültig zu töten», erzählt Corsin. Dabei sei er vorsichtig gewesen, da sich der Bär nur 10 Meter von ihm entfernt befand.

Seine Gefühle fuhren mit ihm Achterbahn

«Meine Gefühle waren völlig durcheinander. Mein Herz hat noch nie so schnell gepumpt, ich war wirklich sehr glücklich und stolz, vor allem das Adrenalin konnte ich spüren.» Danach mussten Corsin und sein Gastvater den Bären den langen Weg zum Auto transportieren. Das Fell befindet sich derzeit noch in den USA und wird zu einem Teppich mit dem Bärenkopf verarbeitet.

Bei Bären handelt es sich um einen sogenannten Cinnamon Bear, also um einen Zimt-Bären, aufgrund der Farbe des Fells. Er gehört zur Gattung der Schwarzbären. In Amerika sind Bären während der Jagdsaison im Frühling und Herbst nicht geschützt. Mit Kritik geht Risi ganz locker um: «Für das Gleichgewicht in der Natur ist es wichtig, die Jagd zu erlauben. Wichtig ist es aber auch, mit Verstand und Ehrfurcht zu jagen», sagt er.

Stellungnahmen: WWF fühlt sich nicht angesprochen

Etwas kritisch betrachtet man das Bild des Urner Bärenjägers beim Schweizerischen Tierschutz (STS). «Bei der Jagd auf Bären geht es oft um die Trophäe, was für uns nicht nachvollziehbar ist», sagt Samuel Furrer von der Wildtierfachstelle des STS. «Die Jagd ist sinnvoll, wenn sie mithilft, Bestände zu regulieren. Sie sollte aber immer mit Respekt vor dem einzelnen Tier verbunden sein.»

Der WWF Schweiz hingegen sah sich auf Anfrage der «Urner Zeitung» nicht dazu in der Lage, das Bild des posierenden Urners in einen übergeordneten Kontext zu stellen. Es handle sich um einen Jagdvorfall in den USA, darum könne man sich dazu nicht äussern, so die international aufgestellte Non-Profit-Organisation. Verwiesen wurde auf die Möglichkeit, den WWF USA zu kontaktieren. Der World Wide Fund of Nature, der 1961 als «World Wildlife Fund» gegründet wurde, setzt sich für den Umweltschutz sowie die Erhaltung der Natur und insbesondere der Artenvielfalt ein.

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