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URNER GEMEINDEN: Hier gibt es noch leere Wohnungen

In Unterschächen ist Anfang Juni keine einzige Wohnung freigestanden. Ganz anders sieht es am anderen Ende der Skala aus: Attinghausen verzeichnete kantonsweit am meisten leere Wohnungen. Die Gründe.
Matthias Stadler

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Das Schächental scheint eine beliebte Wohngegend zu sein. Hier gibt es, verglichen mit sämtlichen anderen Gemeinden im Kanton Uri, am wenigsten leer stehende Wohnungen. Spiringen verzeichnete am 1. Juni 2017 eine Leerwohnungsziffer von 0,16 Prozent. Oder anders ausgedrückt: Von den 628 Wohnungen im Dorf stand zu diesem Zeitpunkt gerade einmal eine frei – eine 5-Zimmer-Wohnung, die zum Verkauf ausgeschrieben war. Dies zeigen die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik. Doch Spiringen liegt mit diesem niedrigen Wert nicht einmal an der Spitze der Rangliste: Die Nachbargemeinde Unterschächen verzeichnete zum gleichen Zeitpunkt keine einzige freie Wohnung. Folgerichtig liegt der Wert bei 0 Prozent.

Gemeindepräsident Ambros Arnold ist nicht überrascht: «Wir hatten noch nie viele freie Wohnungen in Unterschächen.» Allerdings sei vor kurzem die Überbauung Brunnital mit acht Wohnungen fertiggestellt worden. Er habe damit gerechnet, dass deswegen einige Wohnungen freistehen würden. Doch dem war nicht so: «Die Wohnungen waren schnell vergeben, was uns natürlich sehr freut.» Der Grund für den Wohnungsmangel: «Es kehren viele junge einheimische Familien nach Unterschächen zurück, die Wohnraum benötigen.» Eine Entwicklung, die Arnold dem preisgünstigen Wohnungsangebot, den kurzen Distanzen zum Arbeitsplatz sowie dem intakten Dorf- und Vereinsleben zuschreibt. «Wir versuchen, möglichst viel für die Attraktivität des Dorfes zu machen.» So gebe es etwa einen kostenlosen Mittagstisch für die Schulkinder oder einen neuen Dorfladen. Auch das Tourismusangebot mit Wanderwegen und Winterangeboten wie Langlaufen trage zur Attraktivität bei. Das scheint zu fruchten: «Wir können das Dorfleben so gestalten, dass sich die Jungen dazu entscheiden, hier zu bleiben oder zu uns zurückzukehren.»

Trotzdem wäre es laut Ambros Arnold begrüssenswert, wenn es ein paar leere Wohnungen im Dorf gäbe. Denn die Nachfrage sei vorhanden. Er weist darauf hin, dass es in Unterschächen trotz der kaum vorhandenen leeren Wohnungen Möglichkeiten gebe, in die Gemeinde zu ziehen. «Wir haben noch Baulandreserven.» Ein Projekt sehe zudem vor, die erwähnte Überbauung Brunnital mit einem zweiten Wohnblock zu erweitern. Arnold ist zuversichtlich, dass auch diese Wohnungen schnell Interessenten finden. Ansonsten sei ihm aber kein anderes Vorhaben bekannt.

Überbauung mit 30 Wohnungen beeinflusst Quote

Am anderen Ende der Skala steht Attinghausen. 43 der 760 Wohnungen waren hier Anfang Juni leer. Das ergibt eine Leerwohnungsziffer von 5,66 Prozent, was den höchsten Wert im Kanton darstellt. Gemeindeschreiber Daniel Kempf weiss den Grund dafür: die Überbauung untere Postmatte, welche sich momentan im Bau befindet und per Frühling 2019 fertiggestellt sein soll. Die Eigentumswohnungen – 30 an der Zahl – wurden in der Statistik bereits miteinberechnet. «Es ist eine der grössten Überbauungen, die es in Attinghausen je gegeben hat. Damit gibt es vom einen auf den anderen Moment ein Angebot.» Denn ohne dieses Projekt läge die Leerwohnungsquote bei 1,78 Prozent und damit gar unter dem kantonalen Durchschnitt von 1,92 Prozent. Dieser Wert sei schon realistischer, erklärt Daniel Kempf. Denn in den vergangenen Jahren habe es nie mehr als acht leere Wohnungen gegeben. Im Juni 2014 etwa habe Attinghausen zwei und 2013 sogar keine frei stehenden Wohnungen verzeichnet. Neben der unteren Postmatte sind laut dem Gemeindeschreiber sonst keine Projekte in dieser Grössenordnung bekannt, nur vereinzelte Häuser würden gebaut.

Nach Attinghausen gibt es in Bauen verhältnismässig am zweitmeisten leer stehende Wohnungen im Kanton. Hier waren im Juni 6 von 120 Wohnungen unbewohnt. Das entspricht 5 Prozent. Gemeindepräsidentin Heidi Meier erklärt, dass diese Zahl bereits wieder Geschichte sei. Die verhältnismässig hohe Zahl leer stehender Wohnungen sei darauf zurückzuführen, dass ein Eigentümer zwei Wohnungen nicht vermieten wolle und ein Haus zuerst renoviert werden müsse. Zwei Gebäude seien unterdessen wieder bewohnt. Zudem stehe die alte Post noch leer, welche die Gemeinde dereinst selber nutzen will. Die hohe Quote sei also kein Anzeichen gewesen, dass es Bauen schwer falle, neue Einwohner zu finden. Im Gegenteil: Heidi Meier erklärt, dass Bauen sehr begehrt sei. «Sobald eine Wohnung oder ein Haus frei ist, dauert es nicht lange, bis sich Interessenten melden.» Das seien sowohl Heimweh-Urner wie auch Auswärtige. Meier führt das Interesse auf die «schöne Lage und die Nähe zu Altdorf» zurück.

Liegenschaften nur selten bewohnt

Trotzdem gebe es in Bauen Probleme bezüglich Wohnungen. So hätten einige Personen Häuser gekauft und würden diese nun «nur» als Ferienwohnungen nutzen. «Darin wohnten früher Personen, die auch hier lebten. Nun sind diese Liegenschaften nur selten bewohnt. Das stört mich.» Einfluss darauf nehmen könne die Gemeinde allerdings nicht. Heidi Meier wäre deswegen dafür, das eidgenössische Zweitwohnungsgesetz zu verschärfen.

Die Überbauung Postmatte beeinflusst die Leerwohnungsstatistik. (Bild: Urs Hanhart (Attinghausen, 25. September 2017))

Die Überbauung Postmatte beeinflusst die Leerwohnungsstatistik. (Bild: Urs Hanhart (Attinghausen, 25. September 2017))

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