Urner haben 2018 weniger Sozialhilfe bezogen

Die Sozialhilfequote des Kantons Uri lag 2018 bei 1,2 Prozent.

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(ml)

Im Vergleich zu den anderen Zentralschweizer Kantonen sowie der gesamten Schweiz war die Sozialhilfequote des Kantons Uri für das Jahr 2018 unterdurchschnittlich. Sie lag bei 1,2 Prozent, der Schweizer Durchschnitt lag bei 3,3 Prozent. 440 Personen bezogen in Uri Sozialhilfeleistungen – 31 weniger als noch im Vorjahr. Dies geht aus einem Bericht von Lustat Statistik Luzern hervor.

Die Sozialhilfequote von Personen im erwerbsfähigen Alter betrug im Berichtsjahr im Kanton Uri 1,3 Prozent. Von diesen Sozialhilfebezügern gingen 39,1 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach – überwiegend in Form einer Teilzeitanstellung. Erwerbstätigen wird die Sozialhilfe als Ergänzung zum Lohn ausbezahlt, wenn dieser zusammen mit anderen Einkommensquellen nicht zur Deckung des Lebensbedarfs ausreicht.

23,1 Prozent der sozialhilfebeziehenden Erwerbstätigen (ohne Lernende) waren 2018 in Uri in einem Teilzeitpensum unter 50 Prozent beschäftigt. Jede dritte Person arbeitete Vollzeit. Unter den Vollzeitbeschäftigten sind mehr Männer als Frauen. Umgekehrt gibt es im Kanton Uri mehr teilzeitbeschäftigte Frauen mit Sozialhilfeleistungen als Männer.

Langzeitbezüger sind in der Minderheit

Von den 2018 im Kanton Uri abgeschlossenen Fällen wiesen 53,3 Prozent eine Bezugsdauer von weniger als einem Jahr aus. Von den in den letzten fünf Jahren im Kanton Uri eröffneten Sozialhilfedossiers waren mehr als ein Drittel nach sechs Monaten und gut die Hälfte innerhalb von zehn Monaten wieder geschlossen. Der Anteil der Dossiers von Langzeitbezügern, die länger als vier Jahre mit Sozialhilfe unterstützt werden, betrug im Kanton Uri weniger als einen Achtel.

22 Prozent der Abschlüsse gingen 2018 auf eine verbesserte Erwerbssituation zurück. In 37 Prozent der Fälle wurde die Sozialhilfe durch eine andere Sozialleistung wie beispielsweise eine IV-Rente abgelöst. Den grössten Anteil, 38 Prozent, machen Fälle aus, in denen die Zuständigkeit der involvierten Sozialdienste endet, meist wegen Wegzug oder Kontaktabbruch der unterstützten Person.

Der verzeichnete Rückgang der Sozialhilfebezieher ist im Kanton Uri deutlich bei den Personen mit tiefem Bildungsniveau sichtbar: 2018 betrug die Sozialhilfequote von Personen ohne Berufslehre, Hochschulstudium oder andere nachobligatorische Ausbildung 1,7 Prozent. Das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Trotzdem erleichtert ein Bildungsabschluss nicht nur den Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern erhöht auch die Arbeitsplatzsicherheit und sorgt in der Regel für ein ausreichendes Erwerbseinkommen. Ein tieferes Bildungsniveau ist denn auch im Kanton Uri mit ein Grund für die höhere Sozialhilfequote der ausländischen Wohnbevölkerung (5,9 Prozent) gegenüber der schweizerischen (0,6 Prozent). Die Anzahl der Sozialhilfebeziehenden mit ausländischer Nationalität blieb 2018 nahezu konstant.

Im Alter sind weniger auf Sozialhilfe angewiesen

Eine weitere Risikogruppe in der Sozialhilfe sind die Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren (Quote: 2,2 Prozent), dies vor allem dann, wenn sie in einem Ein-Eltern-Haushalt aufwachsen.

Mit zunehmendem Alter sinkt in der Regel das Risiko, auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. 2018 waren im Kanton Uri die Über-65-Jährigen die Altersgruppe, die am seltensten Sozialhilfe bezog (Quote: 0,1 Prozent). Personen im Rentenalter haben im Bedarfsfall Anrecht auf Ergänzungsleistungen zur AHV, sodass sie nur in Ausnahmefällen auf das letzte sozialstaatliche Auffangnetz der wirtschaftlichen Sozialhilfe angewiesen sind.