Urner Jägerverein vertagt Ehrungen auf das kommende Jahr

Der Urner Jägerverein hat seine Versammlung schriftlich abgehalten – mit hoher Beteiligung.

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(pd/ml) Die 114. Vereinsversammlung des Urner Jägerverein musste wegen der Coronakrise abgesagt werden. Damit die Handlungsfähigkeit von Vorstand und Kommissionen gewährleistet bleibt, beschloss der Vorstand nach rechtlichen Abklärungen, die Versammlung schriftlich, mittels Zirkularverfahrens durchzuführen.

Termingerecht sendeten 299 Mitglieder den Fragebogen zurück, mehr als an einer ordentlichen Vereinsversammlung in der Regel anwesend sind. Vor allem der Antrag zur Änderung der Hirschbejagung vermochte zu mobilisieren. Die Jahresberichte des Vereinspräsidenten, der Schiesskommission und der Hegekommission wurden einstimmig genehmigt.

Ramon Russi und Oliver Gisler demissionieren

Der Vereinspräsident Hanspeter Schuler thematisierte in seinem Jahresbericht die gute Zusammenarbeit mit der Sicherheitsdirektion. Für die Entschädigung der Schiessen auf der Jagdschiessanlage durch den Kanton (Jungjägerausbildung und Schiessausbildung der Polizei) wurde eine neue Vereinbarung ausgehandelt.

Eine grosse Herausforderung für die Schiesskommission bedeutete die Einführung des nationalen Schiessnachweises für die Jagdausübung. Die Teilnehmerzahlen an den Trainingsschiessen stiegen markant, was erfreulich ist. Der Präsident rief abschliessend dazu auf, im Umfeld der Jägerfamilie aktiv Werbung zu machen für das neue Jagdgesetz.

Andreas Zieri.

Andreas Zieri.

Bild: PD

Ebenfalls stimmten die Mitglieder den Jahresrechnungen 2019 und dem Budget 2020 einstimmig zu. Seit der letzten Vereinsversammlung 2019 musste man sieben langjährige und verdiente Mitglieder in die ewigen Jagdgründe begleiten. Eine Jägerin und vier Jäger konnten neu in den Urner Jägerverein aufgenommen werden.

Im Vorstand verzeichnete man die Demissionen von Ramon Russi und Oliver Gisler. Sie wurden ersetzt durch Andreas Zieri und Yves Danioth (Bilder). Somit setzt sich der Vorstand für das Vereinsjahr 2020/2021 wie folgt zusammen: Hanspeter Schuler (Präsident), Erstfeld; Martin Jauch (Vizepräsident), Bristen; Daniel Indergand (Administration), Schattdorf; Claudia Schnellmann (Finanzen), Seedorf; René Planzer (Schiesskommission/Jägerstübli Standel), Altdorf; Michael Planzer (Trophäenschau/Hege- und Nachsuchewesen), Erstfeld; Yves Danioth (Vertreter Jägerverein Ursern und Redaktor Vereinsorgan «Urner Jeger») und Andreas Zieri (Hubertusanlässe), Attinghausen.

Yves Danioth.

Yves Danioth.

Bild: PD

Trainingsschiessen startet am 4. Juni

In der Hegekommission wurden die im ordentlichen Wahlturnus stehenden Mitglieder einstimmig wiedergewählt. Die Schiesskommission verzeichnete mit Meinrad Gamma einen Zuwachs. Er und alle zur Erneuerungswahl stehenden Mitglieder wurden mit einer Enthaltung einstimmig gewählt. Die beiden Urner Jägerverein-Vertreter Andreas Gnos, Erstfeld, und Oliver Gisler, Altdorf, in der Jagdkommission haben ebenfalls demissioniert. André Planzer, Schattdorf, und Hanspeter Gisler, Bürglen, wurden mit 297 Stimmen klar für die Jagdkommission nominiert. Die Wahl nimmt der Urner Regierungsrat vor.

Ueli Arnold, Seedorf, Karl Kempf, Attinghausen und Iwan Imholz, Unterschächen, stellten den Antrag «Intensivierung Hirschbejagung Hochwildjagd – weniger Nachjagd im November». Die Initianten verfolgten das Ziel, weniger Hirsche im November auf der Nachjagd zu erlegen, dafür bereits ab Beginn der Hochwildjagd führende Hirschkühe mit ihren Kälbern zu erlegen. Dem Vorstand war dieser Antrag zu radikal und er argumentierte dagegen. Der Antrag wurde mit 180 zu 114 Stimmen deutlich abgelehnt.

Mit Sonja Schuler aus Erstfeld und Paula Planzer aus Schattdorf konnten zwei erfahrene Vereinswirtinnen für das Jägerstübli Standel gewonnen werden. Der Start zum Trainingschiessen auf der Jagdschiessanlage Standel erfolgt am Donnerstag, 4. Juni. Die Schiesskommission hat in Zusammenarbeit mit dem Vorstand ein Schutzkonzept für den Schiessbetrieb im Standel erstellt. Da weniger Schützen als üblich auf einmal die Anlagen benützen dürfen, hat die Schiesskommission beschlossen, mehr Trainingsabende anzusetzen. Genaue Angaben über die geplanten Trainings findet man auf der Website des Vereins (www.urnerjaegerverein.ch).

Vorstandsmitglieder werden 2021 verabschiedet

Neun Jäger wären für 45-jährige und 25 Jäger für die 25-jährige Mitgliedschaft geehrt worden. Diese Ehrungen zusammen mit der Verabschiedung von demissionierenden Vorstands- und Kommissionsmitgliedern wird anlässlich der Vereinsversammlung im Jahr 2021 nachgeholt. Diese findet am Freitag, 16. April, im Kreisschulhaus Spiringen statt. Als Organisatoren zeichnen sich die Griesstaler Jäger aus Unterschächen, mit Iwan Imholz an der Spitze verantwortlich.