Urner Kantonales lanciert die Kranzfestsaison

Obwohl in diesem Jahr kein Schwingfest mit eidgenössischem Status ansteht, verspricht die Saison viel Spannung. Der starke Berner Verband brennt nach der Unspunnen-Schlappe auf Rehabilitation. Für Unspunnen-Sieger Daniel Bösch geht es um die Bestätigung.

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Andi Imhof gewann im letzten Jahr das Urner Kantonale in Flüelen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Andi Imhof gewann im letzten Jahr das Urner Kantonale in Flüelen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Das Urner Kantonale am Sonntag in Altdorf lanciert den Reigen der 37 Kranzschwingfeste. Auf gesamteidgenössischer Ebene steht sich in diesem Jahr «nur» der Nachwuchs gegenüber, und zwar am 26. August in Hasle-Entlebuch. Die «Bösen» bauen die Spannung für das nächstjährige Eidgenössische in Burgdorf auf. So will es die Tradition.

Dennoch versprechen die Kranzfeste eine gehörige Portion Brisanz. Im Zentrum des Interesses stehen die Sieger der letzten zwei eidgenössischen Kräftemessen, Unspunnen-Sieger Daniel Bösch und der junge Schwingerkönig Kilian Wenger. In der Nordostschweiz macht Bösch dem alternden König Arnold Forrer die Spitzenposition im Teilverband streitig. Das verspricht ein offenes Duell bis zum Saisonhöhepunkt am 19. August auf der Schwägalp. Dort kommt es gegen die besten Berner und Innerschweizer zur grossen Unspunnen-Revanche.

Dieses Datum haben sich die Berner im Terminkalender rot angestrichen. Beim letztjährigen Höhepunkt, dem Unspunnen-Schwinget in Interlaken, erlebten sie eine unerwartet deutliche Niederlage. Auch der neue Leader Kilian Wenger kam 2011 nicht auf Touren. Dies will er mit einem veränderten Saisonaufbau korrigieren. Entsprechend hat er das Jahr mit drei Siegen an Vorbereitungswettkämpfen lanciert. Nur schon innerhalb des Berner Verbandes erwartet den Schwingerkönig grosse Konkurrenz. Matthias Sempach war im Vorjahr bester Berner, während Hüne Christian Stucki nach einem mässigen Jahr Nachholbedarf verspürt.

Umbruch in der Innerschweiz

Im Innerschweizer Lager hat sich der Urner Andi Imhof nach zwei eidgenössischen Exploits definitiv an der Spitze etabliert. Mit einem neuerlichen Sieg am Sonntag beim Urner Kantonalfest könnte er den anderen Aufsteiger der letzten Jahre, Christian Schuler, um die Vorherrschaft im Teilverband herausfordern. Hingegen scheint die Zeit für Martin Grab abzulaufen. Nach einer mässigen letzten Saison beklagt er bereits wieder Rückenprobleme. Noch nicht genesen von seiner Knieverletzung ist Philipp Laimbacher. Mit ihm ist frühestens in der zweiten Saisonhälfte zu rechnen.

Bruno Gisler war 2011 der unangefochtene Leader im Nordwestschweizerischen Verband. Nachdem sich Christoph Bieri und Mario Thürig von Knieoperationen erholt haben, erwartet den Solothurner im eigenen Teilverband stärkere Konkurrenz. Darüber hinaus ist diese Trio in der Lage, den stärkeren Verbänden Nadelstiche zu versetzen.

Solches ist der Südwestschweiz vorläufig nicht zuzutrauen. Der 34-jährige Leader Stefan Zbinden hat sich einzig gegen Michael Nydegger zu behaupten. Ob dahinter auch Joel Niederberger wieder über den Teilverband hinaus Zeichen setzen kann, bleibt abzuwarten.

si