Cyberkriminalität beschäftigt Urner Polizei – Landrat will Antworten

Die Cyberkriminalität im Kanton Uri nimmt zu. Die Kantonspolizei Uri veröffentlichte daher Verhaltenstipps im Umgang mit Internetbetrügern. Auch auf politischer Ebene sorgen die kriminellen Machenschaften für Diskussionsstoff.

Florian Arnold
und Nino Gisler
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Die Internetkriminalität nimmt zu. Seit geraumer Zeit stellen die Polizeikorps, darunter auch im Kanton Uri, eine Verschiebung von physischen Verbrechen hin zu Verbrechen im Cyberspace fest. Erst kürzlich hat die Kantonspolizei Uri in einer Mitteilung Verhaltenstipps im Umgang mit Internetkriminalität veröffentlicht. Auch die Politik bleibt in Sachen Cyberkriminalität nicht untätig.

«Internetkriminalität ist vielseitig, von verfänglichen Jobangeboten bis zu Cyberbullying ist alles möglich», sagt Landrat Michael Arnold (CVP, Altdorf). Er reichte in der Landratssession vom Mittwoch eine Interpellation ein. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Kreativität und Vielfalt der möglichen Bedrohung in Zukunft noch stark ansteigen werde, führt er weiter aus. Er stellt dem Regierungsrat in seiner Interpellation zur «Cyberfitness der Kantonspolizei Uri» folgende Fragen:

  1. Was sagt die Urner Kriminalstatistik aus zur Abnahme der physischen Verbrechen und der Zunahme von Cyberverbrechen? Können die verschiedenen Verbrechen in Zahlen genannt werden, wie sind sie anteilsmässig verteilt?
  2. Mit einem wie grossen Graubereich, also nicht gemeldeten Fällen, in der Internetkriminalität muss gerechnet werden?
  3. Ist das Korps sensibilisiert, auf heikle und persönliche Fälle einzugehen?
  4. Ist das Know-how bei der Bekämpfung von Cyberverbrechen genügend vorhanden oder gibt es einen Bedarf an Ausbildung innerhalb des bestehenden Korps? Oder müsste über eine Aufstockung des Stellenetats diskutiert werden?
  5. Da der Datenschutz und auch die globale Verteilung der Betrüger eine Strafverfolgung erschweren, muss viel in die Prävention investiert werden, damit es möglichst wenige Betroffene gibt. Sind im Kanton Uri genügend Ressourcen vorhanden?
  6. Bestehen Kooperationen mit anderen Zentralschweizer Korps? Gibt es allenfalls ein Kompetenzzentrum für entsprechende Anfragen (Prävention und Bekämpfung) oder regionale Zusammenarbeiten?
  7. Wie können betroffene Unternehmen und Private im Bereich Cyberkriminalität mit Unterstützung seitens der Polizei rechnen?

Internetkriminelle mit neuen trügerischen Maschen

Die kriminellen Machenschaften von Internetbetrügern beschäftigen die Kantonspolizei Uri zurzeit stark. Sie erhielt in den vergangenen Tagen von mehreren Personen die Meldung, dass sich unbekannte Anrufer bei ihnen telefonisch gemeldet haben. «Die Anrufer erkundigten sich, ob ein angeblich eingeschriebener Brief oder eine Paketsendung bereits eingetroffen sei», heisst es in einer Mitteilung. «Die kontaktierten Personen erwarteten jeweils keine Postlieferung. Sie handelten richtig, indem sie das Telefonat jeweils beendeten und dies umgehend der Kantonspolizei Uri meldeten.»

Die Kantonspolizei Uri warnt vor dieser neuen Betrugsmasche. «Die Betrüger stellen ihren Opfern per E-Mail einen Link oder ein Dokument zur Freischaltung eines Pakets oder eines Briefes zu.» Neu sei, dass die Betrüger ihr Opfer nicht nur per E-Mail, sondern zusätzlich über das Telefon zum Freischalten (Download) auffordern. «Klickt das Opfer nun auf den Link oder das Dokument, so wird eine heimtückische Malware auf den Computer geladen, die sich nicht mehr entfernen lässt und dem Betrüger den Zugang zum fremden Computer verschafft, um so beispielsweise Bankdaten zu erschleichen.»

Um sich vor Cyberkriminalität zu schützen, rät die Polizei: «Beenden Sie solche Telefonate umgehend. Klicken Sie keinesfalls auf den Link im PDF. Schreiben Sie die Telefonnummer der Betrüger auf und melden Sie diese der Polizei an cybercrime.polizei@ur.ch

Weitere Informationen gibt es unter www.cybercrimepolice.ch unter Betrügerische Anfrage.