Urner Kletterer machen Grenzerfahrung

Zwei Urner und ein Zürcher haben als Erste die Südostwand des Chalchschijen im Maderanertal durchstiegen. Sie mussten heikle Momente überstehen.

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«Links und rechts von uns sind Lawinen niedergegangen.» Jvan Tresch beim Aufstieg. (Bild: PD)

«Links und rechts von uns sind Lawinen niedergegangen.» Jvan Tresch beim Aufstieg. (Bild: PD)

Die Südostwand des Chalchschijen, ganz hinten im Maderanertal. 600 Meter hoch, enorm steil, Wind und Wetter ausgesetzt. Und unbezwungen – bis vor kurzem. Im August haben die Altdorfer Kletterer Jvan Tresch (31) und Jürgen Bissig (32) gemeinsam mit dem Zürcher Pascal Siegrist (31) die Wand als Erste durchstiegen.

Sie hatten dafür einige Anläufe gebraucht. Seit 2008 kletterten sie im brüchigen Fels, bewältigten Seillänge um Seillänge. Einmal werden sie derart von Regen und Neuschnee überrascht, dass sie abbrechen müssen. Sie verschieben den endgültigen Aufstieg auf den Sommer 2011, aber das Wetter ist wochenlang schlecht. Erst beim letztmöglichen Termin – am 11. August – klappt es. Griff für Griff klettern sie den Berg hoch, mit bis zu 250 Kilo Ausrüstung und Proviant im Schlepptau. Die Nacht verbringen sie in Wandzelten, Hunderte Meter über dem Abgrund. Am 14. August ist es geschafft, die drei Männer stehen auf dem Gipfel auf rund 3300 Metern. Out of Space nennen sie die Route, deren Schwierigkeitsgrad sie auf eine untere Zehn von Elf einstufen.

Die Erstbegehung am Chalchschijen ist ein weiterer Meilenstein für Jvan Tresch. Gemeinsam mit seinem Bruder Michi gehört er zu den besten Allroundern überhaupt. Er war Schweizer Meister im Schwierigkeitsklettern und bewältigte Routen in aller Welt – in Kalifornien zum Beispiel, in Grönland und in Patagonien. Doch kein Berg forderte ihn so sehr wie der Chalchschijen.

<span class="m-black">Das Interview mit Jvan Tresch lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Urner Zeitung und als Abonnent kostenlos im E-Paper. </span>