Urner Kommandanten drücken die Schulbank 

Wie Feuerwehrkommandanten auf ihre Tätigkeiten vorbereitet werden.

Stefan Tresch
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Zu den Aufgaben der Feuerwehrkommandanten zählt auch die Ausbildungsplanung.

Zu den Aufgaben der Feuerwehrkommandanten zählt auch die Ausbildungsplanung.

Bild: Paul Gwerder (Silenen, 17. April 2018)

Chefs einer Orts- oder Betriebsfeuerwehr müssen mit einer Vielzahl von Herausforderungen umgehen können – nicht nur in einem Ernstfall. Um ihre Aufgaben jederzeit im Griff zu haben, bereiteten sich 10 Teilnehmer in einem Grundkurs für Feuerwehrkommandanten vor. 30 Lektionen und Vorträge von 6 externen Referenten und fünf Feuerwehrinstruktoren standen auf dem Programm.

Dieses deckte ein breites Spektrum ab. Die Aufgaben innerhalb der Feuerwehr, wie Ausbildungsplanung, Kaderplanung und Nachwuchsförderung, Budgetierung, Materialbewirtschaftung und Prüfung, wurden intensiv behandelt.

Neben den administrativen Aufgaben der Kommandanten stellten sich auch verschiedene Partner vor. Die Polizei, einer der wichtigsten Partner der Feuerwehr, stellte den Dienstbetrieb und die Einsatzzentrale Flüelen vor. Die Ermittler vom Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Uri hielten ein sehr interessantes Referat zum Thema Brandermittlung.

Auch die Möglichkeiten beim Materialtransport per Helikopter wurden praxisnah durch die Swisshelicopter demonstriert.

Dem Umgang mit Medien wurde ebenfalls viel Bedeutung zugemessen. So konnten die Teilnehmer eins zu eins erfahren, wie es sich anfühlt, vor einer Kamera zu stehen und mit kritischen Fragen konfrontiert zu werden. Es war für alle Teilnehmer interessant, zu sehen, wie man im Fernsehen wirkt.

Schlüssel zum Erfolg liegt in der Zusammenarbeit

Der Feuerwehrkommandant repräsentiert die Feuerwehr nach aussen und ist die zentrale Anlaufstelle für alle Partner. Wie sich schon in der Vergangenheit gezeigt hat, fällt die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen einiges leichter, wenn man sich kennt. Es wirkt sich positiv aus, wenn Aufbau, Funktionsweise und Ziele der Partnerorganisationen bekannt sind. Je besser die Kenntnisse sind, desto einfacher wird es, auf den anderen einzugehen und die Schnittstellen im Ereignisfall festzulegen. Schliesslich haben alle Organisationen im Bereich Rettung und Sicherheit dasselbe Ziel: Menschen in Not zu helfen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Zusammenarbeit. Deshalb wurde dieses Thema im Grundkurs für Kommandanten neben den fachlichen Themen zentral behandelt.

Die angehenden Kommandanten lernten auch, welche Formulare nach einem Einsatz auszufüllen sind, welche Unterlagen das Feuerwehrinspektorat sofort benötigt und welche Angaben Ende Jahr erforderlich sind. Die Finanzierung mit Budgetplanung bildeten weitere Schwergewichte. Aus diesem Grund wurde auch dem Bereich Datenverarbeitung die notwendige Beachtung geschenkt. Die Teilnehmer erkannten, dass sie auch Manager und Disponenten sein müssen. Die Zeiten, als der Kommandant zuvorderst am Strahlrohr stand, sind vorbei.

Kurse helfen auch gegen Betriebsblindheit

Während der fünf interessanten und anstrengenden Kurstagen sahen die Teilnehmer auch immer wieder über den «Tellerrand der eigenen Feuerwehr» hinaus. Die Kurse helfen, Betriebsblindheit abzubauen und geben immer wieder Impulse, Organisation und Material zu optimieren, damit effizientere Einsätze zum Wohl der Allgemeinheit geleistet werden können.

Sowohl Teilnehmer wie Instruktoren zogen eine sehr positive Bilanz. Interessierte Teilnehmer, motivierte Referenten und eine tadellose Vorbereitung führten dazu, dass der Kurs ein voller Erfolg war.