Urner können Wünsche für bessere Velo-Zukunft äussern

Ein Urner Komitee wirbt für ein Ja zum Bundesbeschluss Velo. Am 1. September kann man zudem auf dem Altdorfer Lehnplatz in einem Buch Velowünsche an die Adresse der Urner Regierung festhalten.

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Velofahren gehört seit längerem zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Schweizer. (Bild: PD)

Velofahren gehört seit längerem zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Schweizer. (Bild: PD)

Die Schweiz besitzt ein ausgedehntes, gut markiertes und beschildertes Netz an Fuss- und Wanderwegen. Es dient den Einheimischen und ist ein grosses touristisches Kapital. Zu verdanken ist dies dem Verfassungsartikel über die Fuss- und Wanderwege, den das Volk 1979 mit 77 Prozent Ja-Stimmen beschlossen hat. Der Nationalrat wollte schon damals auch die Fahrradwege in den Gegenvorschlag zur Fuss- und Wanderweg-Initiative aufnehmen, scheiterte aber am Widerstand von Bundesrat und Ständerat.

Beide Urner Ständeräte unterstützten den Beschluss

Diese Lücke will man nun mit dem Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege füllen. Darüber entscheidet das Volk am 23. September an der Urne. Der Bund soll für Velowege – wie heute schon für Fuss- und Wanderwege – Grundsätze festlegen, aber auch Massnahmen der Kantone und Dritter zur Anlage und Erhaltung solcher Netze sowie zur Information über diese unterstützen und koordinieren können. Zuständig bleiben aber die Kantone.

Der Bundesbeschluss wurde im Nationalrat mit 115 zu 70 Stimmen, im Ständerat mit 37 Ja zu 1 Nein verabschiedet. Auch die beiden Urner Ständeräte haben den Beschluss unterstützt. Ausser der SVP haben alle Parteien Ja gestimmt. Für die Abstimmung vom 23. September hat sich nun ein breit abgestütztes Urner Komitee zusammengefunden (siehe Box). Es ruft die Stimmbürger auf, der Ergänzung der Bundesverfassung zuzustimmen.

Von Pro Juventute bis zu TCS kommt ein Ja

Der Bundesbeschluss Velo wird vom Schweizerischen Städteverband und vom Schweizerischen Gemeindeverband unterstützt. Neben den Umwelt- und Veloorganisationen sagen auch weitere Organisationen und Verbände Ja, so unter anderem Hotelleriesuisse, die Krebsliga Schweiz, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete, der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, Schule & Elternhaus, die Schweizer Wanderwege, der Schweizer Tourismusverband, Pro Juventute sowie der TCS.

Auch Fussgänger können profitieren

«Seit es E-Bikes gibt, sind auch in einem Bergkanton wie Uri fast alle Ziele mit dem Velo erreichbar», schreibt das Urner Komitee, das den Bundesbeschluss unterstützt. «Velofahren leistet einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung, zum Energiesparen und zum Klimaschutz.» Rund 50 Prozent des Autoverkehrs bestünden aus Fahrten, die kürzer als 5 Kilometer seien. «Mit besseren verkehrspolitischen Rahmenbedingungen würden solche Wege vermehrt zu Fuss oder per Velo zurückgelegt», ist das Komitee überzeugt. Dies trüge nach Meinung des Komitees auch dazu bei, Staus auf der Strasse zu reduzieren. «Ausgebaute Radwege bieten Velofahrern auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Sportplatz mehr Sicherheit. Fussgänger profitieren, weil das Trottoir dem Fussverkehr vorbehalten bleibt. Und dank klaren und sicheren Verhältnissen zwischen Fahrrädern und Autofahrern wird auch der Autoverkehr sicherer und flüssiger», so das Komitee.

Velotouren der in der Schweiz lebenden Bevölkerung generieren einen Umsatz von 2,7 Milliarden Franken pro Jahr. Der Umsatz ausländischer Gäste wird auf 67 Millionen Franken pro Jahr geschätzt. «Damit der Velotouris- mus weiterwächst, muss die Infrastruktur ausgebaut werden und qualitativ hochstehend sein», so das Komitee. «Einheimische wie Gäste hätten ein grosses Bedürfnis nach attraktiven und sicheren Velorouten. Hier soll der Bund koordinierend und unterstützend wirken, ohne die Kantone in ihrer Zuständigkeit einzuschränken.»

Velo-Wunschliste für Regierungsrat

Das Urner Komitee wird am Samstagvormittag, 1. September, auf dem Altdorfer Lehnplatz einen Informationsstand betreiben. Dort wird ein Buch aufliegen, in das Besucher Wünsche für eine bessere Velo-Zukunft eintragen können. Das Gleiche kann man auch im Internet unter www.sites.google.com/view/urnervelowunschbuch tun. Die Wunschliste soll anschliessend der Urner Regierung übergeben werden. (bar)

Prominent besetztes Komitee:

Dem Urner Unterstützungskomitee für den Bundesbeschluss Velo gehören Mitglieder aus folgenden Gemeinden an:

Altdorf: Michael Arnold, Landrat, CVP; Cordelia dal Farra, Gemeinderätin, CVP; Kilian Gasser, Gemeinderat, SP; Urs Kälin, Gemeindepräsident, SP; Nina Marty, Landrätin, SP; Adriano Prandi, Landrat, SP; Marlies Rieder, Gemeindevizepräsidentin, CVP; Marco Roeleven, Landrat, FDP; Nora Sommer, Landrätin, SP; Simon Stadler, Landrat, CVP; Raphael Walker, Landrat, Grüne Uri. – Andermatt: Ludwig Loretz, Landrat, FDP; Jost Meyer, Gemeinderat. – Attinghausen: Josef Dittli, Ständerat, FDP. – Bürglen: Luzia Gisler, SP; Jolanda Joos-Widmer, Landrätin, SP; Claudia Gisler, Landrätin, CVP; Beat Zberg, Ex-Rad-Profi. – Erstfeld: Sylvia Läubli, Landrätin, SP; Pia Tresch, Pro Natura Uri. – Flüelen: Christoph Schillig, alt Landratspräsident, Grüne Uri. – Schattdorf: Franz Christen, Landrat, CVP; Cornelia Gamma, Landrätin, FDP; Alex Inderkum, Landrat, SP; Daniela Planzer, Landrätin, CVP. – Seedorf: Andreas Bilger, Landrat, CVP; Claudia Schuler, Landrätin, CVP; Gesamtgemeinderat Seedorf. – Seelisberg: Oswald Ziegler, Landrat, CVP. – Silenen: Hermann Epp, Gemeindepräsident, CVP. – Spiringen: Hugo Forte, Landrat, CVP. – Wassen: Isidor Baumann, Ständerat, CVP. (red)