Urner Korporationsrat setzt ein Zeichen und halbiert einen Nachtragskredit

Die Korporation Uri unterstützt die Sanierung der Seilbahn Biel-Kinzig mit einem Beitrag von 177'000 Franken.

Urs Hanhart
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Die Sanierung Seilbahn der Biel-Kinzig AG unterstützt die Korporation Uri mit fast 180'000 Franken.

Die Sanierung Seilbahn der Biel-Kinzig AG unterstützt die Korporation Uri mit fast 180'000 Franken.

Bild: PD

Die Korporationsratssitzungen vom April und Juni mussten wegen der Coronapandemie abgesagt werden. Nun konnte nach einer langen Pause wieder eine Sitzung abgehalten werden. Diese wurde, wie gewohnt, im Landratssaal des Rathauses Altdorf abgehalten, allerdings mit einer neuen Sitzordnung und grösseren Abständen. Es war erst die zweite Sitzung im laufenden Jahr und zugleich die letzte in der zu Ende gehenden Legislatur. Aufgrund der Verschiebungen gab es, eine stattliche Traktandenliste zu bewältigen.

Zu Beginn wurde die Rechnungsprüfungskommission (RPK) für 2021 gewählt. Robi Gisler, Altdorf, scheidet als RPK-Präsident aus. Für ihn rutscht Wendelin Loretz, Silenen, als Vorsitzender nach. Neu in dieses Gremium gewählt wurde Leo Zwyer, Sisikon. Für eine weitere einjährige Amtsperiode bestätigt wurden nebst Loretz auch die Mitglieder Peter Truttmann, Seelisberg, Walter Walker, Wassen, und Oliver Indergand, Schattdorf.

Die von den 28 anwesenden Korporationsräten einstimmig abgesegnete Jahresrechnung 2019 weist einen Gewinn von 212'740 Franken aus. Dazu sagte Verwalter Lukas Wyrsch:

«Wir dürfen auf ein sehr gutes Geschäftsjahr zurückblicken.»

«Es gab höhere Konzessions- und Dividendenerträge. Wir haben vom enorm guten Börsenjahr in Form von Kursgewinnen profitiert.» Der Gewinn wird dem Eigenkapital, das sich auf rund 17 Millionen Franken beläuft, zugewiesen. In den Korporationsnutzen fliessen rund 105'000 Franken.

Luftseilbahn erhält Beitrag von knapp 180'000 Franken

Die Biel-Kinzig AG muss die Luftseilbahn Brügg-Riedlig-Biel für rund 2,58 Millionen Franken sanieren. Weil die Bahn eine Erschliessungsfunktion und eine wichtige Bedeutung für den Tourismus hat, reichte der Verwaltungsrat bei der Korporation Uri ein Gesuch um einen finanziellen Beitrag ein. Dieses wurde vom Engeren Rat und der korporationsrätlichen Prüfungskommission eingehend unter die Lupe genommen. Sie stellte fest, dass nur rund 2,22 Millionen Franken beitragsberechtigt sind, weil es für Winterinfrastrukturanlagen keine Subventionierung gibt. Es wurde nun beschlossen, das Sanierungspaket gemäss Verordnung über die Subventionspraxis der Korporation Uri (maximal 8 Prozent der beitragsberechtigten Kosten) mit 177'404 Franken zu unterstützen. Damit folgten die Versammelten dem Antrag von Engerem Rat und der korporationsrätlichen Prüfungskommission.

Ebenfalls genehmigt wurde ein Beitrag von 113'400 Franken an den Neubau des Güterwegs Acherberg–Chessel in Bürglen. Als Bauherrin für dieses 1,62-Millionen-Franken-Projekt zeichnet die Wegbaugenossenschaft Acherberg-Kessel-Rämsenberg verantwortlich. «Der geplante Güterweg erleichtert die Arbeit der Landwirtschaftsbetriebe im Gebiet. Zudem werden drei kleinere Waldparzellen der Korporation Uri miterschlossen», hielt der Engere Rat fest.

Im Korporationsrat wurden ausserdem zwei Kreditvorlagen behandelt. Für den Abbruch des Wohnhauses, der Remise und des Holzschopfes auf der Liegenschaft Hirschmatt in Erstfeld, inklusive Sanierung der Südfassade und Unterhaltsarbeiten an der Nordseite des Stalles, wurde ein Kredit von 77'500 Franken bewilligt. Zustimmung erhielt auch ein Kredit von 122'500 Franken für den Neubau einer Remise am Standort des abzubrechenden Wohnhauses.

Mit knappem Mehr ein Zeichen gesetzt

Bei der zweiten Kreditvorlage ging es um einen Nachtragskredit im Betrag von 21'000 Franken für die Alpkäserei Usseräbnet auf der Alp Surenen in Attinghausen. Der Umbau und die Erweiterung der erwähnten Alpkäserei kosteten rund 1,04 Millionen Franken, was deutlich über dem Kostenrahmen von 890'000 Franken liegt. Die Aufwände für die Steuerung der Elektrizität und der Käseeinrichtung waren im Kostenvoranschlag zu optimistisch eingeschätzt worden.

Dieses Geschäft sorgte für viel Diskussionsstoff. Letztlich musste gleich über zwei Anträge aus der Versammlungsmitte abgestimmt werden. Urs Schillig, Seedorf, beantragte, das Geschäft zurückzuweisen und in den nächsten Wochen nähere Abklärungen zu den Gründen für die Kostenüberschreitung vorzunehmen. Allerdings wurde sein Antrag deutlich abgelehnt. Erfolg hatte hingegen Leo Zwyer, Sisikon, mit seinem Antrag, den Beitragssatz für den Nachtragskredit von 14 auf 7 Prozent zu senken. Dieser wurde mit einem Stimmenverhältnis von 15 zu 13 angenommen. Eine knappe Mehrheit des Rates vertrat die Ansicht, dass man solche Geschäfte nicht einfach durchwinken, sondern ein Zeichen setzten sollte. Durch die Annahme des Zwyer-Antrags wird der Nachtragskredit an die Alpkäserei Usseräbnet auf 10'500 Franken halbiert.

Kleine Änderung beim Viehauflag

Für das auf dem Gebiet der Korporation Uri gesömmerte Vieh ist der sogenannte Viehauflag zu bezahlen. Damit nimmt die Korporation Uri jährlich rund 115'000 Franken ein. In den letzten Jahren ist die Summe immer in etwa gleich geblieben. Jetzt hat der Rat eine Änderung in den Artikeln 4 und 5 des Gesetzes über den Viehauflag gutgeheissen.

Neu gibt es einen Stichtag zur Bestimmung des Auflags. Der Begriff der «Frühlingszählung» ist in den betreffenden Artikeln durch «1. Mai» ersetzt worden. Bei der Umschreibung des Fremdviehs ändert sich mit der Gesetzesergänzung nichts; ebenso nichts an der Höhe des Viehauflags. Obwohl es sich nur um marginale Gesetzesänderungen handelt, muss dieses Geschäft noch an der Korporationsgemeinde vom nächsten Mai auf dem Unterlehn behandelt werden.

Zum Schluss gab es noch eine Abgabe von Allmendboden im Baurecht nach ZGB. Die Korporationsbürgergemeinde Bürglen erhält 126 Quadratmeter für den Neubau eines Holzschopfes im Gebiet Trudelingen.