Urner Kunst: Altdorfer Künstlerin Franziska Furrer erhält das Berlin-Atelier

Die Kunst- und Kulturstiftung Uri zeichnet den Bassisten Lukas Traxel mit dem Urner Werkjahr aus, welches mit 20’000 Franken dotiert ist. Das Berlin-Atelier der Zentralschweizer Kantone für 2021 geht an Franziska Furrer. Am Samstag, 7. Dezember, findet die Übergabefeier statt.

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Die 45-jährige Urnerin Franziska Furrer.

Die 45-jährige Urnerin Franziska Furrer.

Bild: Angel Sanchez

(pz) 22 Personen haben sich in diesem Jahr um einen Preis der Kunst- und Kulturstiftung Uri beworben. Zudem konnte die Stiftung einen Aufenthalt im Berlin-Atelier der Zentralschweizer Kantone für das Jahr 2021 ausschreiben. Das Kuratorium unter der Leitung von Elisabeth Fähndrich tagte am Sonntag, 1. Dezember, und vergab ein Werkjahr, drei Förderpreise sowie den Atelieraufenthalt. Die unjurierte Bewerbungsausstellung zeigt einmal mehr einen breiten Querschnitt durch das aktuelle Urner Kunst- und Kulturschaffen. «Das Kuratorium durfte eine Vielzahl qualitativ hochstehender Arbeiten beurteilen», lässt sich Elisabeth Fähndrich in einer Medienmitteilung zitieren. «Die bildende Kunst stellt in diesem Jahr die überwiegende Mehrheit der Bewerberinnen und Bewerber.»

Tätig als Lehrerin an der Kantonalen Mittelschule Uri

Vier Personen haben sich im Rahmen der Ausstellung um das Berlin-Atelier beworben. Das Kuratorium sprach den viermonatigen Aufenthalt im Jahr 2021 der Altdorferin Franziska Furrer zu. Die 45-jährige Künstlerin beschäftigt sich in ihren aktuellen Arbeiten mit dem Thema «Zeit». Sie präsentiert in der Werk- und Förderungsausstellung unter anderem Zeichnungen, die das Resultat einer repetitiven, rhythmischen Arbeit mit dem Stift auf Papier sind. Vermehrt arbeitet Franziska Furrer auch mit Texten und Sprachfragmenten. Mit dem Berlin-Aufenthalt wird ihr durch die Kunst- und Kulturstiftung Uri ermöglicht, diesen Weg weiterzuverfolgen, ihre künstlerische Arbeit zu vertiefen, Neues entstehen zu lassen sowie Naheliegendes und Alltägliches mit dem rhythmischen Einfluss der Grossstadt zu verbinden. Franziska Furrer ist derzeit als Lehrerin für Technisches und Textiles Gestalten an der Kantonalen Mittelschule Uri tätig. Sie wurde schon mehrfach mit Förderbeiträgen ausgezeichnet.

Lukas Traxel spielt 200 Konzerte pro Jahr

Lukas Traxel aus Altdorf spielt an seinem Bass mit Jazzgrössen aus der ganzen Welt, zurzeit auch in New York.

Lukas Traxel aus Altdorf spielt an seinem Bass mit Jazzgrössen aus der ganzen Welt, zurzeit auch in New York. 

Bild: Florian Arnold

Das Urner Werkjahr ist mit 20'000 Franken die höchstdotierte Auszeichnung, welche die Kunst- und Kulturstiftung Uri verleihen kann. In diesem Jahr geht dieser Preis an den Kontrabassisten Lukas Traxel. Der 26-jährige Urner zählt trotz seines jungen Alters zu den gefragtesten Jazzbassisten der Schweiz und spielt mittlerweile rund 200 Konzerte pro Jahr weltweit. Er stand schon mit diversen Jazzgrössen auf der Bühne. Derzeit weilt Lukas Traxel für sechs Monate als Atelier-Stipendiat der Stadt Zürich in New York. Mit dem Werkjahr ermöglicht die Kunst- und Kulturstiftung Uri dem jungen Urner, vermehrt seine eigenen Projekte in den Vordergrund zu rücken und seine eigene musikalische Stimme zu finden.

Förderpreise gehen an Künstlerduo Umaer, Szenograf Samuel Herger und Gail Bantli

Einen Förderpreis von 8000 Franken sprach das Kuratorium dem Künstlerduo Umaer zu. Die beiden in Altdorf wohnhaften Kunstschaffenden Cynthia Kaufmann und Adrian Flückiger überzeugten die Jury mit einer Arbeit zwischen Popart, Videotechnik und Malerei.  Einen Förderpreis in der Höhe von 5000 Franken erhielt der junge Urner Szenograf Samuel Herger zugesprochen. Er überraschte die Jury mit seinen Miniaturen, in welchen Modelle von verschiedenen räumlichen Szenerien sehr gekonnt zu Skulpturen und Kunstobjekten werden. Einen dritten Förderpreis (5000 Franken) sprach die Jury Gail Bantli zu. Sie zeigt in der Jahresausstellung drei Ex-Voto-ähnliche Bilder, welche das Kuratorium durch ihre Ambiguität faszinierten und überzeugten.

Sonderausstellung mit Adriana Stadler

Im Rahmen der diesjährigen Werk- und Förderungsausstellung der Kunst- und Kulturstiftung Uri zeigt die in Bern wohnhafte Adriana Stadler in einer Sonderausstellung im Danioth-Pavillon mehrere aktuelle Werke. Rund ein Jahr, nachdem sie aus ihrem Aufenthalt im Zentralschweizer Berlin-Atelier zurückgekehrt sind, präsentiert das Künstlerduo Peter Spillmann & Susanne Schär zudem einen Ausschnitt aus ihren aktuellen Arbeiten im Vorraum des Danioth-Pavillons.

Hinweis:
Die öffentliche Übergabefeier der Werk- und Förderungsbeiträge findet am Samstag, 7. Dezember, 17 Uhr, im Haus für Kunst Uri statt. Öffnungszeiten Jahresausstellung: 8. Dezember bis 5. Januar, jeweils Donnerstag und Freitag 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr.