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Urner Landammann: Die Parteien stehen vor kniffligen Fragen

Redaktor Florian Arnold zur Wahl des Urner Landammanns, bei der am Sonntag kein Kandidat das absolute Mehr erreicht hat.
Florian Arnold, Stellvertretender Redaktionsleiter Urner Zeitung (Bild: Elias Bricker (Urner Zeitung) (Urner Zeitung))

Florian Arnold, Stellvertretender Redaktionsleiter Urner Zeitung (Bild: Elias Bricker (Urner Zeitung) (Urner Zeitung))

Nach dem Anciennitätsprinzip hat das amtsälteste Regierungsmitglied Anspruch auf das Landammannamt. Mit der Nichtwahl von Barbara Bär (FDP) hat das Urner Volk nun nach beinahe 60 Jahren das erste Mal nicht danach gehandelt. Ist das Prinzip somit Geschichte?
In dieser Landammann-Wahl nahm die SVP Uri eine Schlüsselrolle ein. Als Partei, die momentan nicht in der Regierung sitzt, hatte sie nichts zu verlieren. Nachdem sie sich 2016 als Verliererin der fehlenden Konkordanz ansehen konnte, greift sie nun quasi als Antwort darauf die Anciennität an. Dies liess sich die Partei auch einiges kosten: Ohne die von der SVP vorgedruckten Wahlzettel mit dem Namen Roger Nager wäre die Wahl von Barbara Bär zur dritten Frau Landammann von Uri wohl unbestritten gewesen.

Unbestritten war Bär als Regierungsrätin jedoch schon vor dem SVP-Angriff nicht. Mit der Einführung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) machte sie sich bei vielen Urner Gemeinden unbeliebt. Ihren Tribut dafür musste sie bereits mit einem eher bescheidenem Wahlresultat zur Landesstatthalterin 2016 zahlen. Eine weitere Image-Einbusse steckte sie kurz darauf mit dem Eklat rund um die geplante Asylunterkunft in Seelisberg ein. Dieser bescherte ihr sogar schweizweit negative Schlagzeilen.

Diese Schlagzeilen haben bei vielen Urnern Misstrauen ausgelöst, das ganz eng mit der Person Bär in Verbindung gebracht wird. Dieses wieder in Vertrauen umzuwandeln, ist keine einfache Aufgabe. Denn die Gelegenheit, eine mögliche Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit in schwierigen Situationen unter Beweis zu stellen, erhielt Bär nicht. Und der Spital-Kredit, den sie als Leistungsausweis ins Feld führt, wird zu wenig mit ihrer Person in Verbindung gebracht. Das Image bis zum zweiten Wahlgang zu verbessern, wäre eine Herkulesaufgabe.

Bärs Nichtwahl vom Sonntag kann als Misstrauensvotum gegenüber ihrer bisherigen Politik gewertet werden. Ob den Urnern die Anciennität noch etwas wert ist, ist damit aber nicht beantwortet. Dies wird vielmehr Thema des zweiten Wahlgangs. Prinzipgetreu ist dann aber nicht Roger Nager an der Reihe, sondern Urban Camenzind. Für die Parteien ergeben sich nun zwei Anschlussfragen: Wird die FDP nach dem Anciennitätsprinzip handeln? Und nimmt die CVP in Kauf, dass es mit einer möglichen Wahl von Urban Camenzind zum Landammann einen weiteren Wahlgang für die Urner Bevölkerung braucht?

Florian Arnold, Redaktor
florian.arnold@urnerzeitung.ch

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