Urner Landrat
Kinder von erwerbstätigen Eltern sollen künftig vom Mittagstisch profitieren

Kinder mit Eltern, die arbeiten, sollen künftig stärker vom Mittagstisch und der Hausaufgabenhilfe profitieren. Dies fordert Landrätin Céline Huber in einer Motion. Dabei sollen auch die Gemeinden in die Pflicht genommen werden.

Anian Heierli
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Dass beide Elternteile arbeiten, ist heute in vielen Familien üblich. Entsprechend wächst das Bedürfnis nach externer Kinderbetreuung. Insofern hat auch der Regierungsrat mit seinen Jahreszielen die Absicht, die Gesetzesvorlage für eine günstigere familienexterne Kinderbetreuung zuhanden des Landrats und der Volksabstimmung zu verabschieden.

Landrätin Céline Huber (CVP, Altdorf) und die beiden Zweitunterzeichner Helen Furrer (CVP, Schattdorf) und Adriano Prandi (SP/Grüne, Altdorf) haben nun dennoch die Motion «zur Stärkung der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung im Kanton Uri» eingereicht. Denn sie sehen nebst finanziellen Massnahmen weitere Handlungsbereiche, die in einem neuen Gesetz für familienexterne Kinderbetreuung aufgenommen werden sollten.

Der Landrat tagt am Mittwoch im Uristiersaal.

Der Landrat tagt am Mittwoch im Uristiersaal.

Bild: Anian Heierli (Altdorf, 24. März 2021)

«Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein zentrales Element auf dem Weg zur Gleichberechtigung und Chancengleichheit», sagte Céline Huber am Mittwoch im Landrat. «Dazu braucht es förderliche Rahmenbedingungen bei der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung.» Hierbei weise das heutige Angebot Lücken auf. Für sie ist klar: Es braucht eine Optimierung.

Heute ist das System auf Kinder mit langem Schulweg ausgerichtet

Verbesserungspotenzial sehen die Motionäre vor allem bei der schulergänzenden Kinderbetreuung. Beispielsweise ist der Mittagstisch vor allem darauf ausgerichtet, dass Kinder mit einem weiten Schulweg nicht zu Hause essen müssen. Jedoch bieten heute längst nicht alle Schulen einen Mittagstisch an. Dasselbe gilt für die halb- oder einstündige Hausaufgabenhilfe. Huber will diese Situation optimieren. Der Regierungsrat soll im Rahmen der Erarbeitung eines familienexternen Kinderbetreuungsgesetzes Tagesstrukturen in den Schulen sicherstellen, die auch den Nachwuchs von erwerbstätigen Eltern besser berücksichtigen.

Schüler bereiten zusammen ihr Essen vor.

Schüler bereiten zusammen ihr Essen vor.

Symbolbild: Keystone

Ebenfalls wird vom Kanton verlangt, dass dieser in Zusammenarbeit mit den Gemeinden den Bedarf nach familienergänzender Kinderbetreuung für Kindergärtler und Primarschüler mit periodischen Bedarfsanalysen erhebt. So sollen Massnahmen für die Sicherstellung des Angebots ergriffen werden können. Falls Bedarf besteht, solle man Gemeinden gesetzlich verpflichten, entsprechend aktiv zu werden.

Konkret beinhaltet der Antrag ein verbessertes Angebot für die schulergänzende Betreuung für Kinder von erwerbstätigen Eltern und eine regelmässige Bedarfsanalyse. Auch die Koordination und finanzielle Unterstützung von privaten Initiativen, die eine familienergänzende Kinderbetreuung anbieten, wird verlangt.