Urner Landwirte mähten wegen trockenem Sommer mehr Wildheu

Der Kanton Uri spürt den trockenen Sommer im eigenen Geldbeutel. Weil Landwirte auf ihren Nutzflächen weniger Emd schneiden konnten, wichen sie vermehrt in Wildheugebiet aus. Für diese Arbeit erhalten sie Beiträge aus einem Fonds, den der Kanton nun mit zusätzlichen 50'000 Franken aufstocken will.

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In Uri wurden 2018 bedeutend mehr Wildheuflächen gemäht als in durchschnittlichen Jahren. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Isenthal, 7. September 2016)

In Uri wurden 2018 bedeutend mehr Wildheuflächen gemäht als in durchschnittlichen Jahren. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Isenthal, 7. September 2016)

Der Regierungsrat beantragt dem Landrat einen entsprechenden Nachtragskredit, wie er am Freitag mitteilte. Der Betrag sei dem Fonds Natur- und Heimatschutz für Wildheuprojekte Uri zusätzlich zur Verfügung zu stellen, weil aus heutiger Sicht bei den Beiträgen für die Nutzung von Wildheuflächen mit Mehrausgaben von 50'000 Franken zu rechnen sei.

Der Kanton muss schutzwürdige Trockenwiesen und -weiden ungeschmälert erhalten. Um die Schutzziele bei den Wildheuflächen erfüllen zu können, müssen diese nicht jährlich gemäht werden. Das Potenzial ist somit wesentlich grösser als die tatsächlich jährlich durch Landwirte genutzte Fläche. Deshalb variieren die kantonalen Beiträge für Unterhaltsmassnahmen in Wildheuflächen von Jahr zu Jahr stark.

Im ausserordentlich trockenen und warmen Sommer 2018 wuchs weniger Emdheu nach als in anderen Jahren. Anstatt Heu zuzukaufen, konnten die Betriebe einen Teil des fehlenden Ertrags mit dem Schnitt von zusätzlichen Wildheuflächen kompensieren. Bereits jetzt sei zu erkennen, dass deutlich mehr Wildheuflächen gemäht wurden als in einem durchschnittlichen Jahr. (sda)

Preis für Dok-Film «Der Wildheuer»

Der Dok-Film «Der Wildheuer – senkrecht über dem Urnersee» ist Ende September mit dem Katholischen Medienpreis 2018 ausgezeichnet worden. In der 2012 in Angriff genommenen SRF-Produktion wird der Flüeler Bergbauer Sepp Gisler («Axiger Sepp») porträtiert, der 2016 beim Wildheuen am Rophaien in den Tod stürzte. Die Produktion wurde danach eingestellt. Monate später entschied man sich aber, den Film zu Ende zu drehen. Gezeigt wird nun auch, wie Sepps jüngste Tochter Julia den Bergbauernhof weiterführt und selber in die «Wildi» steigt. Der Film erlebte im Februar im zweimal ausverkauften Cinema Leuzinger in Altdorf die Public-Viewing-Vorpremiere. (bar)